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Der Israelit · 1891-03-23 · Heft 24 (23.3.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 24 (23.3.1891)
Date
1891-03-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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465 nützlicher Diener sein wir-; er wird die Verhältnisse sich ruhig entwickeln lassen, denn er hat sie vorausberechnet, und wle es auch kommen wird, muß es zu seinen Gunsten sein. Aber der größte Rechner kann sich irren, am meisten der, der die Menschen berechnet. Sicherlich hätte der König den Mordbefehl gegen die Juden nicht gegeben, wenn er nicht vermeint hätte, damit dem Willen der Völker entgegenzukommen, daß er ihnen eine Reihe von Familien zur Vernichtung und Plünderung anheimgibt. Doch es scheint, die Juden waren beim Volke beliebt, denn es kömmt die Nachricht: 3. 15. 712125;wiL' Tym. „Und die Stadt Schuschan war verstört." Das ausschlaggebende Volk der Hauptstadt nimmt den Mordbefehl übel auf, Achaschwerosch hatte sich in dessen Gesinnung verrechnet. Irren ist menschlich, auch dem gewandtesten Politiker kömmt es oft vor, daß er sich in der Volksmeinung irrt und seine Klugheit besteht dann darin, sein Benehmen zu ändern und es dem Volkswillen anzupassen. Achaschwerosch wird unruhig; er hatte sich einmal verrechnet, vielleicht waren noch andere Fehler mituntergelaufen, vielleicht hatte er zu kühn gespielt, dem Haman die höchste Macht zu übertragen, vielleicht wird er ein Opfer des verwegenen Spieles werden. Fürchtet er doch, wie alle llsurpatoreu, stets für sein Leben und hat daher ein entsprechendes Gesetz geben lassen, das ihn vor Mördern schützen soll. 4, 11. D»yn' "jten nuno oyi “^dti nny ^2 n'D’rcn ->87171 ^8 1°?v7> ^8 812' "HPN HUTW w'8 t>3 ->2'8 .rrorfr im 7>7I8 t<y' xb 1^8 „Alle Diener des Königs und die Leute in den Landschaften des Königs wissen, daß Jeglicher, Mann oder Weib, der zum König kömmt in den inneren Hof, ohne gerufen zu sein, nach dem Gesetz dem Tode verfällt." Solche Gesetze können ihn wohl gegen einen einzelnen Mörder schützen, nicht aber gegen einen Aufstand. Eines beruhigt ihn etwas; mit der Königin conspirirt Haman nicht, denn seiner Machtstellung, die keinen anderen Einfluß neben sich dulden will, war wohl zuzuschreiben,! daß Esther sagen mußte: 4, 11. DT Q'Wlbw TIT^Dm Vn812^> T1N“>p5 '581. „Ich bin nicht gerufen worden zum Könige zu kommen diese dreißig Tage." Diese, sagt sie, das bedeutet die eben vergangenen und weist darauf hin, daß sie vorher häufiger gerufen wurde. Doch auch hierin macht der König bald eine Erfahrung, die wiederum seine Voraussicht Lügen zu strafen scheint. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Homburg v. d. H. Am 7. März wurde hier eine Jubiläumsfeier begangen, wie solche inniger kaum gestaltet werden konnte, denn sie galt einem Manne, dessen ideales, religiöses Streben und bescheidenes Wesen schon lange auch außerhalb dem Rahmen unserer jüdischen Gemeinde Anerkennung gesunden. Der Gefeierte ist Herr Louis Lehmann. 25 Jahre waren es, seitdem H. L. in die Verwaltung des isr. Armen-Holzvereins eingetreten. Gering war damals der Anfang und mit großen Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten hatte die damalige Verwaltung zu kämpfen, allein H. L. bewies, was Thatkraft, Umsicht und Gottvertrauen ausführen können. Neue Hilfsquellen erschloß H. L. dem Vereine, er suchte Nahe und Entfernte für seine Pläne zu begeistern. Und so öffneten sich Herz und Hand bei Freud und Leid, um ihre Theilnahme seinem Vereine zu beweisen. So steht der Verein heute nach 25 Jahren da als ein Baum, der fest wurzelt in der Erde und dessen Zweige und Früchte beschattend und erfreuend sich den Wohnungen der Armen zuwenden. Da eine geräuschvolle Feier des Tages nicht im Sinne des Jubilars lag, sah man von größeren Festlichkeiten ab, allein dessenungeachtet konnten und wollten die zahlreichen Freunde des H. L. den Tag nicht ganz unbemerkt Vorbeigehen lassen. Nachdem viele Glückwünsche von nah und fern, von Juden und Nichtjuden eingelausen waren, erschien eine Deputation des Holzvereins, in deren Namen, Herr Rabb. Dr. Kottek, sowie H. Earl Kaufmann tiefemfundene Worte sprachen; ihnen schloß sich Namens des Mädchen - Ausstattungs - Vereins, dessen Vorsteher ebenfalls H. L. ist, H. I. Braunschweig an. der in launiger, woblgelungener Ansprache den Jubilar feierte. H. Lehmann, der von der Gemeinde am rav vorher zur Thorah gerufen wurde, dankte in bewegten Worten und gelobte so lange weiter zu wirken, als ihm der liebe Gott Kraft und Gesundheit verleihen wird. Auch wir kennen in diesem Augenblicke keinen höhern Wunsch als den, daß der Allmächtige diesen braven, guten Menschen noch recht lange erhalten möge zum Nutzen seiner Vereine und zur Freude und Wonne seiner Angehörigen und zahlreichen Freunde. München, 13. März. Bei Gelegenheit der Feier des siebzigsten Geburtstages unseres geliebten Herrschers, Se. Kgl. Hohheit des Prinzregenten Luitpold, ließen die Rabbiner Bayerns eine würdig ausgestattete, gemeinsame Adresse dem hohen Jubelgreis überreichen, die von Herrn Rab-

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