Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 21 (12.3.1891)
- Date
- 1891-03-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448122-2448144--31764-2479580- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXII. Jahrgang Erste Brilogk M M 21 des, jarnriit Z- Jeschurun" SM- V i k k e l -W> Das Peßachfeft ist vor der Thüre, gedenken wir deßhalb der unglücklichen, hungernden Brüder und Schwestern im Lande der Väter! Die Erfahrung hat gelehrt, daß es einer außergewöhnlichen Unterstützung bedarf, wenn man den Armen ntzmpn psn zur Bestreitung der Peßach-Ausgaben, in erster Reihe zur wLc-Beschaffung, behilflich sein will. Die gewöhnlichen Beiträge, die denselben kaum die Fristung eines kümmerlichen Daseins ermöglichen, sind namentlich in letzterer Zeit durch Zuzug neuer Einwanderer noch mehr geschmälert worden, und hat hierdurch die allgemeine Nothlage eine weitere Steigerung erfahren. Wir richten deßhalb an unsere geehrten Leser die innige Bitte, zur Herstellung von mso -Extra-Gaben, - und zwar recht bald und recht reichlich an uns gelangen zu lassen. Aedaction des „Äsraetit & Jeschurun". Leitender Artikel. Mvonen und Vliitherr. Von Rabbiner Dr. B. Friedman n. (Fortsetzung.) Gr ätz, 1. März. Was aber ist das für ein halber Schekel, der die Menschen fest und innig an einander kittet, der ein Band der Einheit und der Zusammengehörigkeit um sic schlingt? Ist das jene Alltagsmünze, von welcher der Reiche viel und der Arme wenig hat, jene Münze, die die Ungleichheit der Menschen in ihren äußeren Verhältnissen so recht sichtbar veranschaulicht, jene Münze, welche die ungleiche Vertheilung der Glücksgüter dieser Erde versinnbildlicht und dadurch den vergifteten Pfeil des Neides in die Herzen und die Seuche des Bruderhasses in die Gcmüthcr versenkt? Das soll hier doch wohl nicht sein. Sie soll ja im Gegentheil sühnend wirken, Frieden und Harmonie stiften, Seelenkrankheiten heilen und Seuchen bannen. Welche Münze aber ist geartet und gceigenschaftet solchen Segen zu stiften? Nur jene ist es, von welcher der Reiche nicht mehr besitzt als der Arme; der Arme nicht weniger hat als der Reiche vb Hm na-p si? •vti'yn 'n ncvm ns mb Vptpn n"»ncv Nicht jene Münze ist es, die sich in weltliche Freuden und irdische Genüsse umsetzen läßt, sondern die, die zur Reinigung und Heiligung der Seele, zur Erhebung zu Gott,mb nenn führt. Vergebens predigen wir den Menschen Nächstenliebe, solange ihnen nichts anderes heilig ist, als die Münze, vor welcher die wahnbethörte Menge anbetend sich niederwirft. Ihr Äuge ist aus die Ungleichheit der Münzen gerichtet; sie sehen nur, daß ihre Münze kleiner ist, als die ihrer Mitmenschen, und alle Ermahnungen zur Bruder- und Nächstenliebe verhallen wirkungslos und die Seuche des kranken Herzens hört nicht zu wüthen auf. Darum zeige ihnen jene andere Münze, die nicht dem Schoße der Erde, sondern dem Throne Gottes entnommen worden srnn vs bw yacc yca ma "icsi ntt'cV nsam hw rnaan xdd nnnc n"apn (dp emo) urv; zeige ihnen jenes flammende Feuerzeichen, das uns erinnert, daß unsere Seele nicht ein Theil der Erde, sondern ein göttlicher Funke ist, der nicht in irdischen, sondern in göttlichen Genüssen Befriedigung findet; zeige ihnen jene Münze, von welcher der Reiche nicht mehr besitzt, als der Arme cyc s^ Hm nan xP yvyn und sage ihnen: nicht wer von der Alltagsmünze mehr besitzt, ist der wahre Reiche, sondern der ist es, der von der leuchtenden Münze der Tugend und der Gottesfurcht emsigen und eifrigen Besitz ergreift, und fürwahr, Du wirst mit Deiner leuchtenden Tugendmünze versöhnend wirken, wirst die neidkranken Gemüther heilen, wirst die Seuche des Bruderhasses bannen. Zeige ihnen jenes flammende Feuerzeichen in der Gestalt des halben Schekel: sage ihnen, wir sind nur so lauge halb, als wir nicht in Gott unsere Vollendung, in der Tugend und Heiligung unsere Ergänzung finden; sage ihnen, daß die Lücke im Menschenglücke, die der halbe Schekel versinnbildlicht, nicht das Gold und nicht das Geld, sondern das Bewußtsein ausfüllt, daß wir zu Gott gehören, zu Ihm uns erheben können durch edle Nächstenliebe, durch Tugend und Gottesfurcht, und fürwahr, Du hast die zwiespältigen Gemüther geheilt, hast die neidverpesteten Seelen gesühnt. yn diVp an H mcV Tja Hi. Wären erst