Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1891-03-12 · Heft 21 (12.3.1891) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 21 (12.3.1891)
Date
1891-03-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448122-2448144--31763-2479579
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

398 und Frevel. O, über Euch Thoren, die Ihr Euer Seelenheil und das Glück Eures Kindes der Eitelkeit zu opfern im Begriffe steht! Oder ist cs nicht Eitelkeit, ist es nicht Größenwahn, die Euch dazu treiben, Eintritt in jene Kreise zu erbetteln, die man die aristokratischen nennt, und deren Denken und Empfinden himmelweit verschieden ist von dem Eurigen? Ja, man gestattet Euch den Eintritt; warum? Man bedarf Eurer, man bedarf Eures Geldes, Eures Rathcs, Euer Fähigkeiten. Aber Ihr irrt, wenn Ihr meint, mit dem Eintritt in jene Kreise auch die Zugehörigkeit erworben zu haben. Niemals werdet Ihr als vollberechtigt von Jenen betrachtet werden und immer wird man, wenn man kann, Euch zurücksetzen. So weit ist die Cultur unseres Jahrhunderts noch nicht vorgeschritten, daß man in dem Menschen, in jedem Menschen das Ebenbild Gottes sieht und in jedem Bilde dessen Schöpfer und Meister ehrt! Jene schönen, messianischen Zeiten liegen noch in weiter Ferne. Wenn der Antisemitismus, der die unteren Schichten der deutschen Nation zu vergiften droht, seine Drachensaat nicht auch schon in die höheren Stände geworfen hätte, so müßte schon die Selbstachtung es unferen Glaubensgenossen verbieten, sich dahin zu drängen, wo mau sie nicht sucht. Wie manche Enttäuschung haben diese Narren zu erwarten! Und nun erst in verwandtschaftliche Beziehung zu Jenen treten zu wollen! Heißt das nicht, eine unendliche Kette voll Demüthigungen auf sich lade«? Oder meinen jene Thoren, es habe keinen triftigen Grund, wenn der Aristokrat sich zu einer ehelichen Verbindung mit einer Jüdin entschließt? Ein tausendjähriges Vorurthcil können selbst die Errungenschaften der neuen Zeit nicht beseitigen, den Abgrund, der nach jenem Vorurtheil zwischen Adel und Juden liegt, keine noch so hohe Cultur überbrücken. Darum ist es ein Martyrium, was jene unglücklichen Frauen auf sich nehmen, indem sie durch Heirath Eintritt in die hohen Kreise erlangen. Sie können sich nicht zurückziehen, wie jeder Andere, der, wenn er der Demüthigungen müde wird, fern bleibt, sie sind durch unlösliche Bande gefesselt und müssen diese Fesseln tragen, ein langes Leben. Nein, Bella, dieses Martyrium zu tragen, sind Sie nicht verpflichtet. dazu kann Sie selbst der Befehl Ihrer Eltern nicht zwingen!" Arthur hatte anfangs leise gesprochen, aber seine Stimme hatte sich immer mehr erhoben, so daß er nicht gemerkt, wie die Thüre sich abermals geöffnet hatte und der Conimerzienrath mit finsterem Antlitz cingetreten war. Er war au der Thüre stehen geblieben und hatte den Worten des jungen Mannes aufmerksam gelauscht. Nuu trat er näher und sich an Bella wendend, sprach er: „Bella, ich suchte Dich überall; gehe hinab zur Gesellschaft, während ich dem Herrn Referendar für seinen Vortrag danke." (Fortsetzung in der nächsten Donnerstags-Nummer.) Avithmogviph. (Hebräisch). 1 2 3 4 5 6 ein biblischer Name, 1 2 3 4 6 ein Prophet , 6 2 3 ein Priester, 6 3 2 5 ein Staat Persiens, 6 5 3 1 2 ein Fürst vom Stamme Dan, 4 2 5 ein Sohn Naphtalie's,4 5 6 3 ein Enkel Lewi's, 3 6 2 5 ein Sohn Esaw's, 5 4 1 eine Stadt Arabiens, 5 4 ein Volk, 5 3 4 1 2 ein Onkel eines Priesters, 6 5 4 1 ein jüdischer Feldherr, 4 5 ein Sohn eines frommen Juden, 3 4 5 6 1 2 ein Sohn unseres Vaters, 3 6 2 eine berühmte tapfere Frau, 4 5 13 ein berühmter Tana'ite. Israel Cohen in Jerusalem. Unter den Einsendern der richtigen Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner ein Körbchen, enthaltend 3 Flaschen Champagner der Firma Hugo Bomli & Co. in Mainz franco zugesandt. „J»r«Nt" und „Jeschurun" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und DonnerftagS, jedeSmal 1« Mindesten» 2 Bogen. Prei» des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 18 ReichS-Mark, für'» Ausland IS ReichS-Mark. Man abonntrt ganzjährig. halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Purch ftttt Buchhandel jw bestehen bei E. F. Steinacker, Leipstg, Rastplatz 18. — Inserate 25 Pfennige die dreigefpaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition fran« «inznstndin Inhalt (Hauptblatt) : Z" Bayerns Iubeltag. — Leitender Artikel: Zur Charakteristik des Königs Achaschwerosch. Von Dr. I. Lehmann. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus dem Großherzogthum Hessen. Berlin. Charlottenburg. Gronau. Oberhausen. Oldenburg. — Rumänien: Bukarest. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Hohe Kreise. Novelle von H. Berger. (Fortsetzung.) — Arithmogriph. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Kronen und Blüthen. Von Rabb. Dr. B. Fried mann, Grätz (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Baden. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: VLr-Palota. — Asiatische Türkei: Bagdad. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Altona. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Wien. Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Berantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" u. „Jeschurun", Schottstr. Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.