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Der Israelit · 1891-03-02 · Heft 18 (2.3.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 18 (2.3.1891)
Date
1891-03-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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339 seiner Gesinnung, seine ganze Persönlichkeit machte einen tiefen, unvergeßlichen Eindruck auf Alle, die das Glück hatten, ihn genauer zu kennen. — Erwähnenswerth ist auch, daß der Verblichene vom jugendlichen Alter bis in die letzten Jahre seines Lebens eine sehr rege Thätigkeit als entwickelte und viele Tausende in den Bund Abrahams einführte. Gar oft, ja in den meisten Fällen war diese heilige Funktion mit größern oder geringern Kosten verbunden, die der Verblichene nicht scheute. Diesen herrlichen Greis — er hatte das 78. Lebensjahr überschritten — haben wir am Donnerstag, den 12. d. M. zur ewigen Ruhe bestattet. Unabsehbar war der Trauerzug, der seiner Bahre folgte. Am Grabe schilderte zuerst unser Rabbiner Herr Dr. Horowitz die seltenen Vorzüge und Tugenden, die dem Entschlafenen eigen 'waren. Dann sprach der Sohn des Heimgegangenen, Herr Dr. L. Münz, Rabbiner in Kempen (Posen) tiefergreifende Worte. Hierauf widmete der Sohn des genannten Rabbiners, Herr Dr. W. Münz, Rabbiner in Gleiwitz, seinem selig entschlafenen Großvater Worte der Trauer, die einen tiefen Eindruck machten. Die Trauerversammlung war durch diese Trauerreden tief erschüttert und konnte sich der Thränen nicht enthalten. Alles fühlte, daß ein Vrun itf, daß ein Fürst in Israel von diesem Erdenthal geschieden sei. — Möge der Geist, der diesen edlen Mann und seine großen Ahnen beseelt hat, in unserer Mitte weiter fortleben und fortwirken. rrasun Rußland. Petersburg, 17. Febr. Kardinal La Niger i e hat an den Kaiser Alexander III. ein Schreiben gerichtet, in welchem er als Vertheidiger der unterdrückten russischen Juden und als Verfechter ihrex Menschenrechte, deren man sie beraubt, auftritt. Der französische .Kardinal schreibt dem russischen Kaiser nicht als Katholik oder Prälat, sondern als Mensch, der nicht gleichgiltig zusehen kann, wie die primitivsten Rechte von Menschen, die nichts vergangen haben, mit Füßen getreten werden. Der Kardinal fleht den Zaren im Namen der Humanität und des Christenthums an, Mitleid mit seinen jüdischen Unterthanen zu haben und die elende Lage derselben zu verbessern. Da der Kardinal sich jedes offiziellen Charakters von vornherein entkleidet und nur als Mensch, Christ und Geistlicher vor den Kaiser mit seiner Bitte tritt, so ist der Verdacht einer beabsichtigten Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates von vornherein beseitigt. Kardinal Lavigerie wendet sich an das „große Herz und das edle Gemüth des russischen Monarchen", der doch selbst, bald nach seinem Regierungsantritt, einer jüdischen Deputation sagte, daß er keinen Unterschied zwischen seinen Unterthanen verschiedener Rasse und Confession mache und alle mit gleicher Liebe umfasse. Man sagt, daß das Schreiben des Kardinals auf den Kaiser einen tiefen Eindruck gemacht habe. Afrika. Maroeeo. Herr Cantagalli, Vertreter Italiens, hat den Israeliten Maroccos einen neuen werthvollen Beweis seiner Sympathie gegeben. Trotz der Befehle des Sultans sind die Israeliten von Chechoan nach wie vor den Mißhandlungen der Araber ansgesetzt. Herr Cantagalli, der sich schon früher bei Sr. Majestät für sie verwendet hatte, hatte neuerdings Schritte gethan und von dem Kaiser folgenden Brief an den Gouvereneur von Tetuan, der auch in Chechoan befehligt, erhalten. „Gelobt sei der Alleinige Gott. Der Segen Gottes reiche bis zu unserem Herrn Mohammed, seiner Familie und seinen Gefährten. Unserem theuern Diener, dem Ka'id Mohammed Ben Abmed El Khadri El Seleni; Gott sei dir günstig, der Friede und die Gnade Gottes seien mit dir. Wir hatten dir befohlen, den Israeliten Chechoans Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, indem du die Bewohner der Stadt, die sie mißhandelt hatten, bestraftest. Wir hatten dir auch gesagt, diesen Leuten anzuempfehlen, die Israeliten in Ruhe zu lassen und sie in Frieden neben sich bestehen zu lassen. Trotzdeni haben sich die Israeliten wiederum bei Unserer Majestät beschwert, daß man sie noch immer mißhandelt und ihnen Schaden zufügt. Daher befehlen wir dir, die Urheber dieser Gewaltacte zu bestrafen und mit dem größten Eifer und der größten Energie darauf zu sehen, daß Ähnliches sich nicht wiederhole. Ich will, daß diese Angelegenheit der Israeliten von Chechoan von dir als eine der wichtigsten und dringendsten deines Amtes betrachtet werde. Da die Israeliten uns ihren Tribut zahlen, schulden Wir ihnen Unfern mächtigen Schutz. Es ist uns von unseren göttlichen Gesetzen strengstens verboten, auf Kosten der Israeliten Ungerechtigkeiten zu begehen. Lebewohl! Am 10. Djoumad elouel, 1308. (Alliancebericht.) A m e r i k a. New-Aork, 9. Febr. Eines der neuesten der vom Censusamte ausgegebenen Bulletins ist der jüdischen Bevölkerung gewidmet. Es giebt Aufschluß über die Geburts-, Sterblichkeits- und Hekrathsrate unter

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