Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 14 (16.2.1891)
- Date
- 1891-02-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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260 Wolken das Mittel, die Form, in welcher das Wasser von der Erde zum Himmel, und von dort wieder zur Erde geführt wird. .D'ötpa Q’D i'Dn inn Und nur auf Gottes Befehl wird die Wassermenge am Himmel in Bereitschaft gehalten und später erst pan napo dwj r6j?o führt Er die Wolken vom Ende der Erde empor. — Nur Gott allein ist im Stande den von ihm beabsichtigten Zweck zu verfolgen, weil ihm die Mittel dazu stets zu Gebote stehen. In dieser Bedeutung wurde unseres Textes im 51. Kapitel Jeremia erwähnt. Der Prophet betrachtet Israel im babylonischen Exil. Aber nicht nur ans Israel, auf seine Stammes¬ und Glaubensgenossen in jenem Lande hat er seine Blicke gelenkt — Jeremia ist ein Prophet der Völker. Mit dem ihm innewohnenden göttlichen Geist durchschaut er die babylonischen Verhältnisse, und er sieht einen von freien Menschen bewohnten großen Staat von den Anführern und Fürsten wie Sklaven geknechtet. In diesem Staate hat Israel kennen gelernt Diynn cmn, daß auch cs von ihren Hirten irre geführt worden. In diesem Staate, wo Israels König gefesselt lag, und Israel's Bürger in so weit ein freies Leben genossen, daß sie gleichberechtigt mit den babylonischen Staatsbürgern waren, hot Israel gelernt, daß sein Ruhm nicht in der Vergrößerung seiner Macht lag. In diesem Staate fühlte Israel seine Größe, seine Hoheit als Gottesvolk gegenüber der Nichtigkeit der Götzendiener. An Babels Strömen hat Israel sein Vergehen gegen, und seinen Abfall von dem einzigen Gotte gebüßt. — Und aus des Propheten Blick spricht Trost. Seine Worte sind Balsam für das seines Landes beraubte Israel; von seinem Gotte nwsa ist Israel und Juda nicht verlassen. Gott wird Israels Pflichterfüllung in Anrechnung bringen, und Israel wird wieder in Zion die Werke Gottes verkünden. — Und Babel? Einwohner von Babel und Lew-Komoi, habt Ihr keine Angst vor des Sehers Auge! Schreckt Ihr nicht zurück vor des gewaltigen Propheten Stimme! Höret! Er verkündet: □b'n nxta dsdn »3 tpnpD Jenes Land ist schuldbeladen wegen der Heiligen in Israel. Sieben Jahrzehnte sind verflossen, seitdem Babels König die Weissagung vernahm, daß er als Diener Gottes (Jer. XXVII 6) über Israel herrschen würde. Wie bald aber vergaß Nebukadnezar, daß er im Dienste Gottes das Strafgericht über Israel auszuüben hatte. Wie bald glaubte er eigenmächtig verfahren zu dürfen! Wir sprechen nicht davon, daß Gott diesen Fürsten, durch Traumbilder erschreckend, und ihm Angst einflößend, wieder zur Besinnung zu bringen suchte, wir übergehen ohne Weiteres die Geschichte, die uns von Nebukadnezar berichtet, daß er seiner Sinne beraubt, den Thieren des Feldes gleichthat, um nach seiner Wiederherstellung zu erkennen, daß seine Macht der Allmacht Gottes untergeordnet sei. Wir wollen nicht das Regierungs- System seines Sohnes Ewil Merodach besprechen, welches von Edelmuth zeugte. — Siebzig Jahre nach der Zerstörung Jerusalem's hatte Belsazar den Thron Babylons bestiegen. In Sans und Braus benützte er die von seinem Großvater Nebnkadnezar nach Babylon mitgebrachten und in dessen Schatzkammer aufbewahrten heiligen Tempelgefäße — zum Hohn und Spott der Heiligen Israels. — .pwi nspo dwjm fynto’öBQ b»ö pan inn Wissen sollst Du, daß Du nur das Mittel bist in Gottes Hand. Höret auf jene Stimme: Er gibt die Wassermenge schon im Himmel — sein Entschluß ist schon gefaßt naps dww!?jn. Seine Mittel, die Wolken, zur Aufbewahrung des Wassers läßt er vom Ende der Erde emporsteigen. Chaldea-Babylon! Dein Untergang ist beschlossen, Cyrus, König von Persien, wird an Deine Stelle treten. Wir wiederholen: der Text, welchen unsere Weisen das Wasser aus sprechen lassen, wird zweimal im Buche Jeremiah erwähnt, das erste Mal in der Betrachtung, welche Jeremiah über das in das Exil wandernde Israel hielt. In dieser Betrachtung legt der Prophet das Gewicht des Textes auf das Wort bipb. Israel ist von Gott dazu erwählt, Gott eine ny.jD zu fein, wie es heißt: n/UD 'b nn”m (siehe Namban), so mit Gott verbunden zu sein, daß durch Israels Gehorsam gegen Gott und seine Lehre, alle Welt erkennen wird, pNn bD H w, daß Gottes die ganze Erde ist. Israels Stimme ist der Widerhall von Treue, Liebe und Wahrheit, von rten und mm von Lehre und Gebet. Der Segen, den Gott Israel verheißen hat, wird der ganzen Erde Glück bringen, -,rn3w omrern Jsrael's Zerstreuung in alle Welttheile soll nicht allein eine Strafe für das Gottesvolk sein, sondern rucai nmpi na1 nsnsi pxn “jnr rvm ■jjro nonxn mnsi^c bD *p ismai roaai (siehe Siforno). Unser Stammvater Jakob sah es in seinem Traume, daß, wenn die Nachkommen Jakobs, gleich dem Staub der Erde, mit Füßen getreten, und gezwungen werden sollten, nach Westen und Osten, nach Norden und Süden auszuwandern, alle Geschlechter der Erde durch Jakob und seine Nachkommen gesegnet werden würden.