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Der Israelit · 1891-02-16 · Heft 14 (16.2.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 14 (16.2.1891)
Date
1891-02-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XX XU. Jahrgang. M' 14. Israelit - Zeschumn. IMslyrlft W FSrdnnns jllli. Gkljlrs Illlö jild. febens in Ans. GeAkMe nnl Ztznle. Genirak-Hrgan für das orlhodoLe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 16. Februar 5651 (1891). Leitender Artikel. UereK^chiray. Fortgesetzt von Liepman Philip Pr ins. (Der Lobgesang des Wassers.) XVI. Frankfurt a. M., 12. Februar. Zuerst bilden sich die Wolken, bevor der Regen fällt, demnach müßten in unserem Texte die Worte dwj rfry’ (Er läßt Dünste steigen) vor mn □’D pon stehen. — Der Grund, weßhalb der Prophet diese von Gott ausgehende Naturerscheinung in umgekehrtem Sinne verkündet, glauben wir im Talmud (n^v Fol. 15 a.) beantwortet zu finden. Wir begegnen dort nämlich einer eigenthümlichen, der Erklärung bedürftigen Stelle, welche uns die hohe Bedeutung unseres Textes näher erkennen läßt. Dort heißt cs: moa Nto nx-n wa nox -iiy^x /-i nex rmp new cnx am irva mo — mi itpa mo n"apn new v -inxi d’d irw n"apn ^ax D’o rom1? jnu 3"nxi .ffora d’d •pon inn bipb -löxjttf no D”p^> n-npn nx (*(pxn nspo dwj n!?y’i) Rabbi Elasar sagt im Namen des R. Chanina: Komme und siehe! Die Eigenschaft Gottes ist nicht zu vergleichen mit der Eigenschaft des Menschen. Der Mensch setzt erst das Gesäß auf den Herd, und gießt dann Wasser hinein, Gott aber gibt erst das Wasser, und setzt hernach das Gefäß auf den Herd, um zu erfüllen, was gesagt worden ist: „Auf den Schall seines Rufes bilden sich reiche Wassermassen am Himmel, und er läßt Dünste steigen vom Ende der Erde." — Dieser Ausspruch bedarf wohl der näheren Erklärung. Wie oft scheitern die von Menschen gefaßten Pläne, wie oft fassen wir einen Entschluß, welcher nie zur Ausführung gelangt, wie oft setzen wir uns ein Ziel, welches je weiter in die Ferne rückt, je mehr wir glauben, demselben uns zu nähern. Die eigentliche Ursache davon ist — daß Gott den Menschen eine Grenze gezogen, von der es heißt: „Bis hierher und nicht weiter." Wir können nur die Pläne entwerfen, die Entschlüsse fassen, uns das Ziel vergegenwärtigen, aber von Gott allein hängt es ab, Gott bestimmt es, ob unsere Gedanken zur Ausführung gelangen werden. .mpn x*n nsyi n^a nrawno nun Zahlreiche Gedanken birgt der Mensch in seinem Herzen, aber nur Gottes Rath — Gottes Entschluß — Gottes Plan hat Bestand. Die Ideen und Absichten der Menschen sind oft schon deßhalb unausführbar, weil diesen die Mittel zur Erreichung derselben fehlen. Bei dem Allmächtigen ist es nicht so. Das von Gott der Welt gestellte Ziel, den von Gott derselben bestimmten höchsten Grad der Entwickelung wird sie erreichen, selbst auch dann, wenn die Mitel, wodurch und womit diese Entwickelung zu Ende geführt wird, in unseren Augen der Vergänglichkeit preisgegeben sind; Gott greift zu jeder Zeit nach andern Mitteln- In Gottes Hand wechseln diese Mittel. nni ii*6 np maimo moyn nbiy^> n niry Der Entschluß Gottes bleibt unveränderlich. Seine Gedanken, Seine Mittel, wodurch dieser Entschluß zu Ende geführt wird, wechseln von Geschlecht zu Geschlecht. (Malbim Jesaja XIV., 24 u. a.) Der Talmud nimmt ein Beispiel aus dem gewöhnlichen Leben und sagt uns in der angeführten Stelle: Kann wohl ein Mensch Wasser kochen, wenn er nicht das Mittel besitzt, um das Wasser auf den Herd zu stellen? Kann wobl ein Mensch Wasser heiß machen, ohne sich des Topfes zu bedienen? Gott aber ist allmächtig. .rmpn nx nsw -p nnx’i ona inu n"apn Gott hält das Wasser in Bereitschaft und stellt erst später den Topf auf den Herd. Sind doch die *) In unseren Talmudausgaben kommt der letzte Theil des Textes nicht vor. Schon Rabbinowitz bemerkt, daß auch der letzte Theil des Textes hierzu stehen müßte; siehe z. St.

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