Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 12 (9.2.1891)
- Date
- 1891-02-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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236 derselben ist nicht einmal obligatorisch. Wir halten es mit den Ansichten des sel. Justizrath Metz, der 1886 im Aufträge des D. I. G. B. die Verhältnisse des jüdischen Religionsunterrichtes untersuchte und für die Erhaltung und Errichtung jüdischer Volksschulen eingetreten ist, und können der Ansicht des verdienten Sekretärs des D. I. G. B. niemals beitreten, der eine Religionsschnle für empfehlenswerther hielt. Für welche von beiden Schulen wir uns entscheiden, kann nicht zweifelhaft sein, wir sagen mit Metz: „Wenn und wo die Volksschule ihren konfessionellen Charakter in allen Unterrichtszweigen streng durchführt, bleibt es ein Mißstand, wenn Kinder anderer Konfessionen an dem Elementarunterricht sich zu betheiligen verpflichtet sind." Deshalb müssen wir erstreben, daß an allen Orten, wo eine beträchtliche Anzahl von jüdischen Kindern sich vorfindet, eine jüdische Volksschule erstehe. „Der D. I. G. 23., der die Angelegenheit in die Hand nehmen und fördern könnte, hat (zu des Herrn Redners Bedauern) durch Beschluß seines Ausschusses im Jahre 1886 in dieser Sache eine Ansicht ausgesprochen, die wir nicht billigen können." Darum müssen wir zur Erreichung unseres Zieles selbst eine Zentralstelle schaffen. In der jüdischen Schule liegt die Zukunft des Judenthums. Von den privaten jüdischen Schulen ist er nicht erbaut, denn sie sind der Gemeinde und dem Lehrer nicht nur aus Gründen der Stetigkeit, sondern auch aus finanziellen Gründen nicht zu empfehlen. Mit einem umfangreichen Zahlenmaterial schließt der überaus fleißig ausgearbeitete istündige Vortrag unter lebhaftem Applaus der Zuhörer. Es werden folgende Leitsätze angenommen: 1. Die bestehenden jüdischen Elementarschulen sind zu erhalten. 2. An denjenigen Orten, wo eine beträchtliche Anzahl jüdischer Kinder vorhanden ist, und wo die finanziellen Mittel der jüdischen Gemeinde ausreichen, ist eine eigene jüdische Schule zu errichten. 8. Es ist dahin zu streben, daß diesen Volksschulen der Charakter der öffentlichen Schule verliehen werde. 4. An denjenigen Orten, wo die jüdischen Kinder die allgemeine Ortsschule besuchen, hat die Gemeinde eine Religionsschnle einzurichten. 5. Es ist wünschenswerth, daß, vorläufig für Westfalen und die Rhcinprovinz, eine Centralstelle ins Leben gerufen werde, von der aus die Gemeinden angeregt werden, ihre konfessionellen Schulen zu erhalten, neue zu errichten und diese zu öffentlichen erheben zu lassen. Ferner wird folgende Resolution des Collegen Ostwald-Witten angenommen: „Der Vorstand der Unterstützungskaffe konstitnirt sich als Centralstelle mit der Aufgabe, soweit es noch erforderlich ist, die Gemeindest beider Provinzen anzuregen, ihre konfessionellen Schulen zu erhalten, neue zu errichten und diesen den Charakter der öffentlichen verleihen zu lassen." Literarische Wund schau. “Dy not!? t Sprachbuch für die isr. Schuljugend beiderlei (!?) Geschlechts von L. Klein. I. Stufe Pilsen bei Wend. Steinhaufen. 1890. Preis 25 kr. Ein unbedeutendes Büchlein, dessen Erscheinen kein Bedürfniß war und das keinem Bedürfniß abhelfen wird. Da es in den deutschen isr. Schulen nicht gut Verwendung finden kann, wird es auch die deutsche Grenze nicht überschreiten. Ob es für österreichische Schulen sich eignet, können wir nicht beurtheilen. Folgende Ausstellungen haben wir bei flüchtiger Durchsicht des Büchleins zu machen. Schwa als Trennungszeichen zu bezeichnen, ist nicht correct. S. 24, Nr. 18 wird rcpai 12: mit eine Mannsperson und eine Weibsperson übersetzt. Eine Jugend beiderlei Geschlechts, für welche der Verfasser sein Buch bestimmt hat, gibt es nicht; es wäre überhaupt zu wünschen, daß unserer Jugend, sowohl männlichen, wie auch weiblichen Geschlechts nur solche Schulbücher in die Hände bekäme, die in mustergiltiger Sprache geschrieben sind. Das können wir von vorliegendem Büchlein nicht behaupten. .r. Badt, Dr. Benno. Kinderbibel. Breslau bei Wilhelm Köbner. 1890. Erläuterungen zu den biblischen Geschichten. Von demselben. Diese beiden Büchlein, die einander ergänzen, werden sowohl dem Lehrenden, wie auch dem Lernenden dargebotem „Liebe zur Religion, Liebe zur Jugend imd der sehnlichste Wunsch, der letzteren zu nutzen, hat dies Büchlein erzeugt", schließt der Verfasser das Vorwort, und wir freuen uns, diese idealen Grundsätze auf jeder Seite in den beiden Schriftchen bestätigt zu finden. In reiner und klarer Weise, in kindlicher, dem jugendlichen Verständniß angemessener Sprache erzählt die „Kinverbibel" den Inhalt der heiligen Bücher, der wunderbaren eigenartigen biblischen Darstellungsweise nach