Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 12 (9.2.1891)
- Date
- 1891-02-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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222 sie bedeutende Summen an ihrem Freuden- und Ehrentag vertheilen ließ. — Die Kinder der Frau K. haben zur Erinnerung an diesen Tag, der Synagoge der israelitischen Reltgionsgeseüschaft ein werthvolles Porauches zum Geschenk gemacht. Möge der betagten Frau, die den Anforderungen dieses Festes in bewundernswerther Frische genügte, es vergönnt sein, noch recht häufig ihren Geburtstag wiederkehren zu sehen, und es ihr auch beschieden sein, für wahrhafte und echte jüdische Tugenden zu wirken. Fürth, 2. Februar, ovn ’djn mt?a -H. Ein unendlich langer Trauerzug bewegte sich am Dienstag ,Hn durch die Straßen Fürth's. Eine tiefernste und wehmüthige Stimmung hatte sich der Gemüther derer bemächtigt, welche dem wegen seiner großen Tugenden in den weitesten Kreisen bekannten allgemein beliebten und hochgeachteten Rabbi Ltppmann Massenbacher das letzte Geleite gaben. Als Sohn des ddp, Rabbi Salomon Massenbacher Wt aus Burghaslach, ist Rabbi Lippmann nun *3pa by großgezogen werden, und hatte er seine Kenntnisse auf den ni:w zu Schwabach und Höchberg vervollständigt, wo er zu den Füßen der damaligen php ^ipjj saß und iper» d’ddp ’TD^nn war. In seltener Weise vereinigte dieser p*dp die herrlichsten Eigenschaften, die einen ppin p zieren, die ihn wv biw ]p in den Augen Gottes und der Menschen finden ließen. Mit Recht haben einige der zum Theil aus weiter Ferne herbeigeeilten gelehrten Herren in ihren dhddp hervorgehoben, daß der Verewigte in unvergleichlicher Weise diejenigen Vorzüge besessen, welche befähigen, ein Richteramt in Israel zu bekleiden. Er J gehörte zu den ysa wip nc« »twx »kt >n vjn. Unablässig galt sein Streben und Wirken dem Wohle Anderer; seine Hingebung und Selbstaufopferung für seine Mitmenschen ließen bei ihm die Sorge für die eigene Existenz ganz in den Hintergrund treten und fast aus den Augen verlieren. Gleich dem Zelte Abrahams war sein Haus jedem Fremden gaftsrenndschastl. geöffnet und die D”jy hatten eine zweite Heimath unter seinem wirthlichen Dache. Jahraus, jahrein verkehrten bei ihm DTniK als in>D ^a und fanden liebevolle Aufnahme und geistige und körperliche Erquickung. Wer ein Anliegen hatte, wem es schwer ums Herz war, der suchte ihn auf. Er wußte durch die Lichtstrahlen der ppin den Gebeugten und Niedergeschlagenen aufzurichten und ihm Muth und Trost einzuflößen; er verstand es, durch Rath u. That, durch werkthätige pop ni^w, den Hoffnungslosen zu neuem, freudigen Leben zu erwecken, pyo awn o’m. Wer sich in der Umgebung dieses p'on befand, wer Gelegenheit hatte, das Thun und Lassen desselben zu beobachten, wie jeder Augenblick seines Daseins nur dem Dienste Gottes geweiht war, der wurde begeistert und hingerissen von der Lichtgestalt und Hoheit dieses pnn Sein Vorbild spornte zur Nachahmung an, und so war er pipvi rvnari n« anw npmb. Das Hinscheiden dieses Mannes bedeutet einen Verlust für bi. Mit welchem Schrecken werden die armen Leute und besonders die ^npbt pw y die Nachricht von seinem Ableben entgegen nehmen. Die schönste Perle in der Krone der vielen naia ni^ya, welche der Verewigte besessen, bestand wohl in der beispiellosen Bescheidenheit, Sanftmnth und Anspruchslosigkeit. Von jeher betrachtete dieser p’py die min als injoiN, der sich alle Anforderungen des Lebens unterzuordnen hatten. Er betrieb ein Geschäfts um ps ppp Dy npin zu vereinigen; dieses war ihm jedoch Nebensache, während er-ib^i an sich mit dem Thorastudium beschäftigte und unter Entbehrungen aller Art diesem hell.Streben oblag. Man erzählt sich, daß er jahrelang das Bett gemieden und auf seinem Sitze am Studiertische dem unwiderstehlichen Ruhebedürfnisse Genüge geleistet habe. Kein Wunder daher, daß aus Nah und Fern, Verwandte und Freunde herbeigeeilt kamen, um diesem *?hjp iv msnoai ppinn die letzte Ehre zu erweisen. Herr Nabb. Bamberger ans Kissingen und Herr Ansbacher aus Nürnberg sprachen im Trauerhanse und hoben in beredten Worten die Verdienste des Verewigten hervor. Auf dem cppp rva widmeten die Herren Rabbiner Neuburger aus Fürth, W i ß m a n n aus Schwabach und Herr Banquier Rauh aus Fürth dem Verblichenen warme und ergreifende Nachrufe. Möge der Allgütigc der trauernden und tiefgebeugten, dem Dahingegangenen treuen und in pan stets hilfreich zur Seite stehenden Gattin, den schmerzerfüllten Verwandten lindernden Trost senden und ^npip' bi vor ähnlichen Verlusten und harten Schlägen bewahren. n"ajsn. Eydtkichnerr, 2. Februar. Einem Sonnenstrahl, der ans den Wolken hervorbricht, gleicht das Benehmen des Gouverneurs von Minsk. Derselbe scheint eine Ausnahme zu machen unter seinen vielen Collegen, die mit unmenschlicher Härte mit unseren Glaubensgenossen verfahren. Und Dank seiner loyalen Gesinnung leben auch die Juden in diesem Gouvernement ganz ruhig. Als vor einigen Wochen der Verein der jüdischen Handwerkerschule einen Ball abhielt, dessen Reingewinn dieser Schule überwiesen werden sollte, erschien auch unter den vielen christlichen Aristokraten der Gouverneur