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Der Israelit · 1891-02-09 · Heft 12 (9.2.1891) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 12 (9.2.1891)
Date
1891-02-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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221 Wohlthaten der Eltern gleichfalls in ihm dieselben Gefühle für die Eltern zu erwecken. Und in der That, weil man heute so vielfach Gott nicht mit hineinnimmt in die Familie, ermangelt die heutige Jugend oft dieser ersten erforderlichen Eigenschaften, find die Kinder kalt und lieblos gegen ihre Eltern, nehmen alle Liebe, alle Wohlthaten, alle Opfer derselben als etwas Selbstverständliches an. Wenn man diese reinen Triebe des Kinderherzens nicht Pflegt, wenn nicht der Gottesgedanke in ihm geweckt und belebt wird, dann wird das Kind ein Egoist, das gerade so nur an sich denkt, wie wir immer nur an uns, an unser persönliches Wohl denken. 'i ton na „Also spricht Gott pwn »Naa D’Dtrn »kn onn „Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel," H nan rra nrs »nnwD DipD m »w „wo ist das Haus, das Ihr mir bauen wollt, wo der Ort meiner Ruhe!" Welcher Palast könnte Gottes Majestät fassen!? Ein kleines, ganz kleines Haus auf Erden gibt es, wo Gott gerne wohnt, es ist unsere Herzenskammer.' -WN w hi nenn 'b inp»i nsnn "ns* inpn uaT, „Nehmet für mich eine Hebe; von Jedermann, den sein Herz dazu treibt, sollt Ihr meine Hebe nehmen." Im Herzen müssen wir Gott eine Wohnstätte errichten, dorthin seine Lehre verpflanzen, dort sein „Zeugniß" aufbewahren und zugleich nicht vergessen, Gott mitzunehmen. Dann werden wir stets die rechte Spende bringen, werden mit ihr uns erheben. Das ist der Gedanke der nenn, daß wir sie nur Gott und wiederum nur für uns bringen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutsch! and. Darmstadt, 3. Febr. Es steht aktenmäßig fest, daß sich Adolph Theiß, Redacteur des antisemitischen „Landwirths und Bienenzüchter" früher wegen Erpressung eine Gefängnißstrafe zugezogen hat. Die Scheidung von seiner ersten Frau hat unter für ihn bedenklichen Umständen stattgesunden. Berlin, 29. Januar. Die Lippmann Tauß- Synagoge mit ihrem Beth-Samuel- und Talmud- Thora-Verein hat seit ihrer Neukonftituirung unter der segensreichen Leitung ihres Rabbiner«, Herrn Dr. Oscar L i p s ch ü tz, und durch das aufopferungsvolle Streben des Vorstandswie des Repräsentanten-Kollegiums, eine erfreuliche Thätigkeit entfaltet. Wie der jüngste Rechenschaftsbericht in der Generalversammlung vom 7. Januar darlegte, find durch den Beitritt von namhaften Mitgliedern auch die pekuniären Verhältnisse der Synagoge trotz bedeutender Ausgaben befriedigender Art. Die Hauptgemeinde hat derselben auch in diesem Jahre eine Unterstützung gewährt. F. C. Frankfurt a. M., 4. Februar. Gestatten Sie mir, Ihnen über eine Feier zu berichten, die es verdient, weit über den Kreis der Familie, in welchem sie sich abspielte, erwähnt zu werden, ein Fest, welches zu feiern, nur wenigen Sterblichen vergönnt ist. Wir meinen den neunzigsten Geburtstag der Frau Adelheid Kulp Wittwe, welcher bereits in vorjüngster Nummer als einer wahrhaft edlen für alles Gute und Heilige wirkenden Frau gedacht wurde. Schon am Vorabend versammelten sich die Familienangehörigen — etwa siebzig Personen —, um der Greisin ihre Glückwünsche darzubringen; nachdem die jüngeren Mitglieder der Familie Boruch habo gesungen, hielt Herr Michel Schwabacher eine von Herzen gehende Ansprache, in der er der Verehrung der Familie für die edle Frau beredten Ausdruck gab. — Hieran schloß sich in den Räumen des Hotel Emmerich ein Festmahl, das bis in die späte Nacht dauerte, — und dem die zahlreiche Familie fast vollzählig beiwohnte. — Den Höhepunkt erreichte die Feier am heutigen Tage — dem eigentlichen Geburtstag —, der sich zu einem wahren Festtage in unserer Gemeinde gestaltete. — Zahlreiche Deputationen der verschiedenen Wohlthätigkeitsvereine, Chewraus, Schulen rc., erschienen bei der Jubilarin, um ihre Glückwünsche darzubringen. — Den Reigen eröffnete eine Vertretung der D'jropn twnp man unter Führung des Herrn Earl Guggenheim, der Frau Kulp als langjähriges Mitglied der Frauen-Chewro in trefflichen Worten feierte. Kurz hierauf erschien der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft, an deren Spitze sich Herr Rabbiner Dr. Breuer befand. — Letzterer entrollte anlehnend an den VerS nOT mNsn moy, in gewohnter, meisterhafter Weise ein herrliches Bild von dem tugendhaften, thatengeschmückten Leben der Greisin, in dem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß dieselbe noch lange Jahre unserer Religionsgesellschaft zur Zierde gereichen möge. — Hieran schlossen sich die Ansprachen deS Vorstandes der israel. Gemeinde, des israelitischen Mädchenvereins, sowie später der Deputirten der DHDn nfyoi man, und im Laufe des Nachmittags erschienen zahlreiche Gratulanten, die alle Zeugniß ablegen, welch' hohen Grad der Beliebtheit sich die betagte Frau erfreut. — Es bedarf wohl nicht des Hinweises, daß Frau Kulp in der ihr eignen, hochherzigen Weise der Armen gedachte, daß

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