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Der Israelit · 1891-02-05 · Heft 11 (5.2.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 11 (5.2.1891)
Date
1891-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Keine einzige Rasse hat so wenig Genien, wie die jüdische hervorgebracht. Die Juden haben nur ein Genie Spinoza gehabt, aber diesen haben sie aus ihrer Gemeinschaft gestoßen und die Christen wollen sich auch nicht zu ihm bekennen. Ich bitte, sich eine russische Gesellschaft vorzustellen, die andere psychologische Eigenthümlichkeiten hat — wie kann diese mit den Juden auskommen, da ihnen gegenüber unser Stamm wehrlos ist. — Also gut' — unterbricht der Mitarbeiter der „Nowoje Wremja". Was hat also in einem solchen Falle zu geschehen? — Das ist schon nicht meine Sache — erwidert der Philosoph zweideutig — ich habe als Forscher gesprochen, aber nicht von praktischen Vertheidigungsmitteln. — Sind Sie also der Ansicht, daß es beim Alten sein Bewenden haben kann? — Das ist Sache der Regierung — antwortet wiederum der Philosoph zweideutig. — Aber Sie müssen ja in dieser Hinsicht Ihre eigene Meinung haben, wäre beispielsweise eine Taufe der Juden für die Gesellschaft nicht vom Vortheil? — Im Gegentheil — ich bin überzeugt, daß dies zu nichts führen würde. Wäre vielleicht eine Kreuzung der Rasse mittels Mischehen angczeigt? — Das könnte schon in etwas nützlich sein, aber auch dies kann nicht ins Calcul gezogen werden. — Und wenn man den Juden gestatten würde, all ihre Kräfte zu entwickeln? — Dies wäre für Rußland ein Unglück, denn Rußland wäre dann zu Grunde gerichtet. Was ist also zu machen? — Thut, was ihr wollt — das ist nicht meine Sache — erwidert der Philosoph lächelnd. Es ist leicht erklärlich, daß derartige tendenziös zugestutzte Artikel auf die öffentliche Meinung nur unheilvoll wirken müssen, und aus diesem Muster ist auch ersichtlich, wie die russische Journalistik den Fieberhaß der Bevölkerung gegen die Juden nährt und schürt. Das was wir aus der oben citirten Zeitung angeführt haben, ist keineswegs ein vereinzelter Artikel — mit einer kleinen Ausnahme, geht durch die Spalten aller Zeitungen derselbe Geifer, und bte grundsätzliche Politik der ruff. Intelligenz ist dieselbe wie die nur verschleierte dennoch genug durchsichtige Taktik des Philosophen Astafiew, nämlich die Juden zu vernichten und auszurotten, und die Regierung beginnt diese Politik zn realisiren. 8.8. Wien, 25. Jan. Heute fand hier das Leichenbegängniß des am 23. ds. verstorbenen Banguiers L es e r O st e r s e tz e r statt. Außer Bekannten und Freunden des Verblichenen gaben zahlreiche Persönlichkeiten aus den 'kaufmännischen und finanziellen Kreisen dem Verstorbenen das letzte Geleite. Rabbiner Dr. Güdemann hielt die Grabrede, und hob hervor, daß der Selige, der durch mehr als ein halbes Jahrhundert an der Spitze einer angesehenen Firma gestanden, allezeit die Prinzipien einer strengen kaufmännischen Moral hochgehalten, und sich allen zweideutigen Unternehmungen mit skrupulöser Strenge ferngehalten habe. Der Redner gedachte auch des geräuschlosen Wohlthätigkcitssinnes des Hingeschiedenen, der beispielsweise während seines mehr als fünfzigjährigen Geschäftsbetriebes niemanden von seinem Personale entlassen hat. Mehrere hunderte, von Nah und Fern angelangte Beleidsbezeugungen lieferten Beweise von dem hohen Ansehen, dessen der Verewigte genoß. Lemberg. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde und die galizische Judenheit überhaupt haben einen schweren Verlust erlitten. Herr Oberrabbiner Etting er ist am 18 v. M. nach langem, schweren Leiden zu seinen Vätern heimberufen worden. Ettinger war der Sohn einer uralten Rabbinerfamilie, aus deren Mitte zahlreiche Celebritäten dem Judeuthume erwachsen sind. Er selber war ein Mann von hoher talmudischer Gelehrsamkeit, von strengster Frömmigkeit und genoß wegen seines versöhnlichen Charakters im ganzen Königreiche Galizien eine hohe Verehrung. Ein wohlhabender Mann, hat er sein Amt nicht als melkende Kuh ausgenützt; er lebte jahrelang als Privatmann und pflegte seine Lieblingsstudien, ohne nach einem Amte zu trachten. Nach dem Tode des Oberrabbiners Ornsteins wurde er von der Lcmberger Gemeinde zürn Oberrabbiner berufen, doch verzichtete er auf den Gehalt. Sein Tod reißt eine Lücke, die schwer ausznfüllen sein wird, rr^yjn. Rumänien. Dr. Bukarest, 26. Januar. Von den verschiedenen Schlängelwegen des bei uns üblichen, zu Unrecht „more judaico“ benannten Eides für Juden habe ich mehrmals Gelegenheit gehabt in diesen Blättern zu berichten. Die Anwendung dieses Eides in einem bestimmten Fall soll nunmehr zur Entscheidung unseres Kassationshofes kommen. Eine solche Entscheidung ist bei uns aber ohne jeden Werth, da die Untergcrichte sich nickt danach richten und sie nur event. den einen Fall beeinflussen würde, notabene wenn sie zu Gunsten des schwörenden Israeliten ausfallen wird. Inzwischen aber wird aus Bacüu gemeldet, das Herr Dr. med. Mar ko witsch, weil er in seiner Eigenschaft als vorgeladencr Sachverständiger einen rumänischen Eid nur ohne Bedeckung des Kopses mit dem Hut ablcisten zu wollen erklärte, vom dortigen Gericht zu 20 Francs Strafe verurtheilt wurde. Das ist wieder so eine willkürliche Abart des Eides „more judaieo“, wie sie das Gutdünken des jedesmal anderen Richters aufzwingt, ganz ebenso, wie man in Jassy mit dem

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