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Der Israelit · 1891-02-02 · Heft 10 (2.2.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 10 (2.2.1891)
Date
1891-02-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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183 und 48,05 für den männlichen resp. weiblichen Theil der andern Bevölkerung, wie seitens der Lebensversicherungs-Gesellschaften angenommen zu werden pflegt. Je länger der Aufenthalt der Israeliten in diesem Lande dauert, desto mehr nehmen die Todesfälle unter ihnen zu und die Geburten ab.— So weit der uns vorliegende Auszug aus dem betreffenden Census-Bericht. > Vermischtes. Berlin. Gemeindecollegien und die 75er Commission beschäftigen sich mit Revidirung der alten Gemeindestatuten. Berlin. Die Synagoge Lindenstraße ist bereits unter Dach gebracht und wird die Abnahme des Rohbaues in den nächsten Tagen erfolgen. Berlin, 19. Januar. Bei der gestrigen Feier des Krönungs- und Ordensfestes wurde Herr Dr. Pinner, Professor an der Thierärztlichen Hochschule zu Berlin, mit dem Rothen Adlerorden IV. Klaffe, Herr Dr. Goldschmidt, Geheimer Justizrath und ordentlicher Professor an der Universität zu Berlin, mit dem Kronenorden H. Klasse, und Herr Schnerb, Kantor in Herlitzheim, mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen dekorirt. Güttingen. Für die hiesige vacante Rabbinerstelle ist Herr Rabbiner Dr. G. Deutsch in Brüx berufen worden. Creglingen. Einen tiefschmerzlichen Verlust hat die hiesige jüdische Gemeinde durch den Tod.des Herrn Lazarus Oberndorfer erlitten. UtW) mtJJ? nt’Dl „Gefallen ist die Krone unseres Hauptes", so ruft jammernd seine Familie, so stimmt wehklagend seine Gemeinde mit ein. Von religiösen Eltern abstammend, bewahrte der Dahingeschiedene die rcl. Traditionen seines väterlichen Hauses im privaten und öffentlichenLeben. Wenn auch nicht selbst p!37, suchte er das Thorastudium durch pekuniäre Unterstützung entsprechender Anstalten rc. zu fördern. Er war ein fleißiger Besucher des Gotteshauses, in welchem er niDZl sein Gebet verrichtete. ->'JW übte er n"X Arme und Kranke, Wlttwen und Waisen — sie alle rühmten an ihm das warmfühlende Herz. 30 Jahre war er Mitglied des Vorsteheramts, und was er in dieser Zeit geleistet, wird ewig unvergeßlich bleiben. Seinem rastlosen Eifer haben es die Gemeinden Creglingen- Archshofen zu verdanken, daß das gemeinsame nnupn £T3 umzäumt wurde. 9000—10000 Mk. waren hierzu nöthig, welche größtenteils im Wege der Sammlung vom Verstorbenen aufgebracht wurden. Viele Jahre war der Dahingeschiedene auch n>£n b]}2 an den J"\ und Vorstand einer rron. An seinem Leichenbegängnisse betheiligten sich die sämmtlichen Mitglieder der hiesigen und viele aus auswätigen Gemeinden, sowie eine große Anzahl christlicher Mitbürger. Herr Lehrer Preßburger schilderte in durchdachter, formvollendeter Rede den Verblichenen als Familienvater, Bürger und Mensch, die Verdienste desselben entsprechend würdigend. Der Neffe des Verstorbenen, Herr Lehrer Oberdörfer in Archshofen, sprach hiernach den Dank der Familie aus. Der Dahingeschiedene hat sich durch sein gemeinnütziges Leben und Streben die Krone des besten Namens erworben. Metz, 23. Januar. Heute fand im Beisein der Spitzen der Civil- und Militärbehörden die Einführung des neucrnannten Oberrabbiners für Lothringen, Herrn Ury, in der hiesigen Consistorial-Synagoge statt. Luxemburg, 9. Januar. Durch Großherzoglichen Beschluß ist unser Glaubensgenosse Julius Goldschaux zum Bürgermeister von Hamm ernannt worden. Wien, 12. Januar. Herr Dr. B. von David ist zum Sektions-Chef, Herr Dr. C. Lind zum Ministerial-Rath im Kultus-Ministerium ernannt worden. Dunafoldvar, 5. Januar. Vergangenen Freitag wurde Herr Simon Güns, Gemeindevorstandsmitglied und Direktor der Sparkasse, zur ewigen Ruhe bestattet. Der Verstorbene war der Einzige in der hiesigen Neologengemeindez der den Sabbat strenge gehalten; er bezahlte Leute, die täglich zu l'lv im Tempel sein mußten, und führte genaue Rechnung über sein Einkommen, um das UPJJD richtig geben zu können, das er auch stets sofort absonderte. ro"SHn S. U. Rom, 19. Dezember. Unser Glaubensgenosse Luigi Luzatti ist von der Budget-Commissson der Detzutirtenkammer mit 24 von 27 Stimmen abermals zum Präsidenten gewählt worden. Feuilleton. Aas Geschenk der Großtante. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge »erfolgt werden. UebersetzungSrechte Vorbehalten. (Schluß.) „Dürfen wir nicht auch erfahren, Tante Hanna, wieso Du zu diesem Schatze gekommen bist?" frug Pauline. „Gewiß sollt Ihr es erfahren! . . . Der liebe Gott schickt oft Jahre lang vor der Makke die Refuoh. *) Als ich das erstemal nach Theodor's Geburt mit meinem Gatten ausfuhr, schenkte dieser mir ein Loos, wie er scherzend sagte, als Belohnung dafür, daß ich ihn mit einem lieben, kleinen Knaben beschenkte.Sechs Jahre darauf erkrankte meill Gatte und eines Tages erklärte mir der Arzt, er halte es für seine Pflicht, mir mitzutheilen, daß jede Hoffnung eine vergebliche sei.In dieser Stunde erfuhr ich, daß mein Loos mit einem Treffer von sechstausend Gulden gezogen worden sei. Ich gelobte mir's im Herzen, welin Gott mir die Huld erwiese, meinen Gatten zu retten, ich diese Summe einem edlen Zwecke zuwenden wolle. Gott erhielt mir damals meinen Gatten! Ich hatte bislang am Jahrestage der Genesung meines Gatten die Zinsen an arme, würdige Leute vertheilt und wollte, wenn nicht früher, nach meinem Ableben das Kapital als Stiftungsfond oder sonst in irgend einer Weise für würdige, ohne ihr Verschulden verarmte Kaufleute verwenden." „Man erkennt auch an der gleichen Denkungsart," meinte Philipp Speier, „daß Ihr, Du, Tante Hanna und Onkel Josef Geschwister gewesen, dieser hat ja, wie Euch bekannt, eine gleiche Summe zu gleichem Zwecke bestimmt." „Ich möchte mir einen Vorschlag erlauben," meinte Pauline Speier, „der gewiß Deine Billigung erlangen wird, lieber Philipp.Diese sechstausend Gulden, die wir heute unerwartet zurücker- *) Das Heilmittel vor der Krankheit.

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