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Der Israelit · 1891-02-02 · Heft 10 (2.2.1891) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 10 (2.2.1891)
Date
1891-02-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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184 halten und auf die Du, lieber Mann, gewiß nicht mehr gerechnet hattest, haben uns mehr erfreut, als wenn wir unerwartet in den Besitz einer Million gelangt wären, sie haben das Glück unserer einzigen Tochter, unseres wackeren Theodors begründet, durch das Wiederfinden dieses Betrages ist auch Tante Hanna glücklich geworden, die an ihrem geliebten Enkel Freude erleben wird, der liebe Gott hat uns große Huld und Gnade erwiesen. ich glaube, wir verwenden diese sechstausendMllden, um die Stiftung meines lieben Vaters zu verdoppeln." „Pauline!" rief Philipp Speier, „Du hast mir das Wort^von der Lippe, den Gedanken ans der Seele genommen.Der erste Gedanke, den ich zu fassen vermochte, als ich die verhängnißvollen, lang vermißten Banknoten wieder sah — war jener, den Du soeben ausgesprochen." . . . Nach kurzer Pause fügte er hinzu: „Ich will nun beten, Hawdolo machen,**) denn heute Abend ist noch Vieles zu thun. Wir beide, Du, Tante Hanna, und ich, wir müssen an Theodor telegraphiren und auch schreiben. Wahrhaftig, ich kann es vor Ungeduld nicht erwarten, bis ich meinen Fehler gut gemacht, bis ich Theodor an mein Herz gedrückt, ihn mit unserer Therese verlobt habe.Tante Hanna, Pauline hat es schon angesprochen, Dein Geschenk hat uns buchstäblich viel lmehr Freude bereitet, als wenn Du uns eine Million geschenkt hättest und Josef wird stets Dein herrliches Geschenk, das Gei^ch en k der Großtante, hoch in Ehren halten!" Schluß. Der Schluß zu unserer Erzählung gehört zu den sogenannten not Hw endigen ll e der flüssig k eit en, Jeder unserer "geehrten Leser kann sich denselben zusammenstellen. Allein, so wenig es sich ein Componist einfallen lassen darf, ein Musikstück mit einem Septimenaccorde zu schließen, trotzdem Jeder weiß, daß ihm der Tonikaaceord folgen muß, ebensowenig haben wir das Recht, von unfern geschätzten Lesern zu verlangen, daß sie sich selbst den Schluß unserer Erzählung ausdenken, und so soll denn noch Folgendes berichtet werden. Theodor Perlberg nahm in Folge der überraschenden Mittheilungen seiner Großmutter und seines Oheims von seinem Chef einen dreitägigen Urlaub, den er dazu benützte, zu jenen zurückzukehren und sich mit Therese Speier zu verloben. Er löste so rasch als möglich seinen Vertrag mit Robtnfeld & Co., und er und Therese wurden ein **) Eine Benediktion, die am Sabbatausgange über einen Becher Wein, eine geflochtene Wachskerze und Gewürze gesprochen wird. glückliches Paar. Selbstverständlich trat Theodor als Handlungsgesellschaster in das Geschäft seines Schwiegervaters und wurde auch sofort bestimmt, daß auch Josef, wenn er das entsprechende Alter erreicht haben würde, Compagnon der Firma werde. Hanna Perlberg erlebte Urenkel, und da das Glück ihres Eilkels sie förmlich verjüngt, prophezeit man der fünfundachtzigjährigen Greisin, daß sie noch Ururenkel erleben wird, und wird diese Behauptung in neuerer Zeit nicht unwesentlich durch den bekannten Rentner Jordan in Bielefeld, der,'vor Kurzem seinen hundertfünfzehnten Geburtstag gefeiert, unterstützt. Wir wünschen und hoffen dies, doch können wir dies ebensowenig mit Gewißheit versichern, als: daß sich Pauline Speier's Lieblingswunsch erfüllen und ihr Sohn Joses sich am sechzigsten Geburtstage seines Vaters mit einem liebenswürdigen Mädchen verloben wird. Wochen - Kalender. Freitag, 6. Februar, 28. Schebat. Sabbat-Anfang 4 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 7. Februar, 29. Schebat. B'ESttfE. Sabbat-Ausgang 5 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr). Sonntag, 8. Februar, 30. Schebat. n"“n Er. Montag, 9. Februar, 1. Adar. rT“fI 'E Er. Briefkasten der Redaktion. De. D. in B. Wir vernahmen mit Bedauern, daß Sie unwohl waren, wünschen herzlichst nkS‘*2“i. Für Gesandtes besten Dank. L. i#. in Ttrasrbnrg. Wir haben Ihnen geanlwortet und den Brief „postlagernd" adressirt. B e r i ch t i g u n g. Köln, 30. Januar. In uieine (Korrespondenz vom 25. Jan. hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Der fehlerhafte Sah soll heißen: Die Wiedereinführung der altklassischen m* ITTOy, d. f). der altgriechischen und altrömischen Vielgötterei der talinndischen und vortalmndischen Periode ist freilich von den „zuständigen Organen der jüdischen Religi onsgesell schaft" in unseren Tagen nicht nlehr;ir fürchten, wohl aber der nrindestens gleich gefährliche, weil mindestens gleich contagiöse Unglaube. Dr. Plato. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Frankfurt a. M, 1. Fcbr. Auf einer meiner Geschäftsreisen berührte ich auch jüngst den hiesigen Platz und war erfreut zu bemerken, daß auch diejenigen Geschäfte, die sich mit dem Betrieb von rituellen Waaren befassen, blühen und gedeihen. So hat beispielsweise das auch in weiteren Kreisen bekannte Eolonialwaaren-- und Delicatesseu-Geschäft von David Bauer hier eine ansehnliche Erweiterung erfahren. Es hat nämlich das in der Börnestraße 29 sich befindende Casö Börne käuflich erworben und wird nach dessen Umbau, in dessen 'große^Lokalitäten sein Geschäft verlegen. Für die vielen Freunde dieser in jüdischen Kreisen so wohl renommirten Firma dürfte diese Mittheilung nicht ohne Interesse sein. R. .

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