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Der Israelit · 1891-01-26 · Heft 8 (26.1.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 8 (26.1.1891)
Date
1891-01-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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139 sellschaft für die Minderheit eine confessionelle Schule errichten darf, so könnte sich weder die Gegner, noch die Freunde der confessionellen Schule irgend wie beeinträchtigt fühlen." Will demnach eine Minderheit innerhalb der Gemeinde aus eigenen Mitteln eine jüdische Volksschule errichten und unterhalten, so wäre die Regierung nicht berechtigt, ihr die Concession zu crthcilen und dürfte ihren wichtigsten Berus, den Schwachen in Schutz zu nehmen, nicht erfüllen. Die Minorität wäre der Willkür des von der Majorität erwählten Vorstandes schutzlos preisgegebcn und die Regierung wäre gesetzlich genöthigt, ihr den erbetenen Schutz zu versagen. Es erscheint geboten, Unterschriften zu einer Gegenpetition zu sammeln. Dr. Plato, Rabbiner und Seminardirector. Aus Unterfranken. In Nr. 5 dss. gesch. Blattes behauptet eine mit 8. K. Unterzeichnete Corrcspondenz aus Prag, daß „am neco '» eine Trauung nicht verboten, wie dies auch aus V'pn deutlich und zweifellos hervorgehe, nur müsse man bei der n3"i3 den Becher Wein einem Kinde zu trinken geben; die größten crnai^ und die frömmsten Rabbiner trauen am n3B3 und er — der Eorrespondent — habe solchen Trauungen angewohnt." — Der anonyme Herr 8. K. stellt demnach die Sache als so gebräuchlich dar, daß darauf die bekannte als Halacha recipirte Regel M uw -ent? jruD 13 ]'« keine Anwendung finde! Es hätte Herr 8. K. aber doch jene „größten v'ivH und frömmsten Rabbiner" mit Namen benennen sollen, statt solchen Credit für sich und jene unsichtbaren Leuchten in Anspruch zu nehmen. Nun heißt es wohl richtig im p'pn n"N: 'di nuynn di’3 nein dni und erre« po z. St. schreibt: owe nirue6 innn nies nuyns nein mpun*? pnui er n i y 3 n ne“3 hv, es muß hier aber gerade nicht von niviL 'n die Rede sein t doch findet es sich allerdings, daß auch einmal das seltene Faktum einer n323 ''3 nein vorgekommen, wie es im Dupn 'd y/3 heißt: nein y vn nnn dj;d unnen 3ro 'in e'32--> nnim n3ts3 '»3 und dasselbe wird auch Namens des o"3tn an anderer Stelle gebracht, woraus schon ersichtlich, daß dies als vereinzelter seltener Fall zitirt, der wohl in einer unabweisbaren zwingenden Nothwendigkeit seinen Grund gehabt haben mag, worauf sicherlich nipyo uco neSn rw ]H« anzuwenden; ferner ist es nicht unwahrscheinlich, daß auch dort der Gebrauch bestand nittwi p die nein zu machen, — wie nwv non zu rsnn 'd bemerkt — was auch den oben angeführten Worten des xue — er njao — zu entsprechen scheint. Jedenfalls hat der e73t£n nicht ohne Nöthigung eine nsin am ni3>r nuyn abzuhalten zugegeben, wenn auch der nuyn durch die nein nicht unterbrochen und der Wein einem Kinde zu trinken gegeben werden mußte. Daß es aber so ohne Weiteres „nicht verboten" sein soll, an einem der mois 'n eine nöin vorzunehmen, was heutzutage aber auch — wenn man keine Täuschung will — die Hochzeitsfeier bedeutet, wird von „d^vm und frommen Rabbinern" gewiß nicht ausgesprochen werden, vielmehr das Gegentheil; ja selbst nach allgemein gtltiger Anschauung wird es als -hd’n angesehen, eine Trauung an einem der c^nuyn yi-m vorzunehmen. B. Holland. Amsterdam. Die verschiedenen Provinzen Hollands haben Ober - Medizinalräthe, welche die Oberaufsicht über den öffentlichen Gesundheitszustand führen. Als in jüngster Zeit mehrere Vacanzen ausgefüllt werden mußten, wurden durch königliches Decret auch folgende Glaubensgenossen ernannt: Herr Dr. Kayserling in Leewarden für Friesland und Groningen, Herr Prof. Dr. Stockvis in Amsterdam für Nordholland und Herr Dr. D. Cohen in Assen für Oberyssel und Drenthe — Herr D. Ch. Ali Cohen in Groningen wurde zum Secretär des Medizinalraths für Friesland und Groningen ernannt. Asien. Bokhara, im November. An den vergangenen hohen Feiertagen zeigte es sich wieder, daß die drei Synagogen, die wir hier besitzen, für den Bedarf nicht ausreichen, da sich die Anzahl der hier lebenden Juden, zumal seit Eröffnung der Transkaspibahn, wodurch auch die Einwanderung von Glaubensbrüdern aus Rußland und Persten hieher sehr erleichtert wird, immermehr vermehrt. Der Bau einer neuen Synagoge ist daher höchst nothwendig. Leider wagt es unser Emir noch immer nicht, den Bau eines neuen jüdischen Gotteshauses hier zu gestatten, da er den Fanatismus der Bevölkerung fürchtet. Die von der russischen Regierung längs der ganzen Transkaspibahn eingeführten Eisenbahnschulen bewähren sich vortrefflich; doch dürfen dieselben noch immer nicht von den Juden, zumal von denen Bokharas, da dieselben keine russischen Unterthanen sind, benützt werden. Diese Schulen bestehen eigentlich darin, daß dem Zuge ein Waggon angehängt wird, der als Schulzimmer eingerichtet ist. Selbstverständlich fehlt auch der russische Lehrer hier nicht. Dieser Waggon wird bald in dieser, bald in jener Station ausgeschaltet, worauf die Kinder der dort lebenden russischen Unterthanen den Waggon be-

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