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Der Israelit · 1891-01-22 · Heft 7 (22.1.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 7 (22.1.1891)
Date
1891-01-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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119 der rwam n3i3 bückte, sollten die Gelehrten, die bereits gebetet hatten, nicht Der Huldigung stummzuschauen, sondern auch ihrerseits Gott mit huldigen. — Daß 133^0 U'DX „statt der mittleren 12 Bittgebete in angeordnet" wurde, ist zum mindesten sehr ungenau. — Die Erklärung der Midraschstelle, welche einen Grund für die Pflicht des Anzündens der Sabbatlichtcr angibt, ist zwar ganz hübsch, es ist nur schade, daß sie falsch ist. bv lrow nr.33 nm Vt«w»n ans*, an einer andern Stelle bv tu", heißt nichts anderes, als sie, nämlich Eva, brachte ihrem Manne oder der Welt den Tod, aber nicht „trübt oft das Seelenlicht des Mannes." Hat der Vers, vielleicht 7133. anslöschen, mit 71.13, verdunkeln, trüben, verwechselt? — Der Gesang »t.i tdi hat besonders Glück; Heine machte R. Jchnda Halevi zu dessen Dichter; dem Vers, ist dies noch nicht alt und ehrwürdig genug, er schraubt das Alter desselben um noch 100 Jahre zurück, indem er es als das Produkt R. Salomo Gabirols erklärt, (S. 55) während es doch um 600 Jahre jünger dem R. Salomo Alkabiz angehört. Ueberdies bilden nicht die Initialen „eines jeden Verses", sondern die aller Verse den Namen Salomou Halevi. — Allerdings hatte im Tempel e i n Mal im Jahre der Hohepriester einen Thora-Abschnitt vorzulesen, nämlich am Jomhakippurim, das berechtigt aber doch nicht zu sagen, daß im Tempel der Hohepriester „diese Funktion", nämlich die des üblichen allwöchentlichen Thoravorleicns zu versehen hatte. — Der angegebene Grund, für die Gepflogenheit an den Samstagen (nicht Feiertagen) mehr als die vorgeschricbeue Anzahl von Personen zur Thora zu rufen (S. 65) ist ebenso originell wie unverständlich. — Daß man das yov nur im Mussaph-Gebet des Sabbat, d. h. in dessen Kcduscha, und in deni der Neila am Versöhnungstage beibehalten habe (S. 58), ist ungenau, da ja auch die Mussaph Keduscha der Feiertage und die Kcduscha aller Gebete des Versöhnungstages da-" yvv haben — Für die Entdeckung daß „schon" Massecheth Sofrim die Pflicht, das Halle! an den Pessach-Nbenden zu sagen, erwähne (S. 71), wären wir dem Vers, sehr dankbar gewesen, wenn nicht schon unsere Mischna Pesachim es ausdrücklich sagte. — In der Erklärung der Monatsnamen (S. 76) ist Falsches mit Richtigem gemischt. — Nachdem der Vers, rrnsn '3w richtig erklärt hat, daß dieses dag Tragen am Sabbat von einem Hause in das andere in demselben Hofe ermöglichen soll, da die allen angehörige Speise den Ort, den die Einwohner innehaben, zu einem gemeinschaftlichen mache, führt er fort: „Für die jüdischen Bewohner einer Gasse hat mall die Form einer Thür (nnsn mis), nämlich eine Querstange oder Qnerdraht, befestigt an zwei Stangen von beiden Seiten in dieser Beziehung als hinreichend erklärt." Abgesehen von der ungenauen Fassung lassen diese Worte keine andere Deutung zu, als ob dieser 311p, wie er im Volksmunde genannt wird, das Hinlegen der gemeinschaftlichen Speise unnöthig mache, was nun durchaus falsch ist. 'Von ganz besonderm Interesse ist die weitere Bemerkung, daß „manche Schriftsteller" (welche?) hierin den Ursprung der Ghettos sehen wollen, „die sich also die Juden selbst geschaffen". Da haben wirS, die Juden sind an allen Verfolgungen selbst schuld, warum müssen sie auch solche Sachen machen! — Wenn der Vers, die Talmud - Stelle nwnn 311 ':oi V3*>n im Zusammenhang nachgelesen hätte, so hätte er die Ueberzeugung gewinnen können, daß sie nicht besagen will, daß die Träume die Folge vorhergegangenen Tagesgesprächs seien, (S. 82), sondern, daß die Träume sich nach ihrer Deutung erfüllen. — Es war nicht „vormals" der Gebrauch bei einer Trauung ein Glas zu zerbrechen (S. 103), sondern es ist heute da überall noch dieser schöne zugleich symbolische und erinnernde Gebrauch, wo die Reform nicht die Poesie des altjüdischen Lebens hinweggetilgt hat. — Dies ist nun ein ganz ansehnliches Register von Ausstellungen, das noch nicht auf Vollständigkeit Anspruch machen kann. Die vielen -Stilsünden haben wir ganz übergangen, und deren sind nicht wenige; dies alles zusammengenommen, kann uns nur das Urthcil abgewinnen, daß die Ausführung des so schön erdachten Planes weit hinter demselben zurückgeblieben ist. Zeitungsnachrichten und (Lorrespoudenzev. Deutschland. Berlin, 8. Januar. Gegen den Rektor Ahlwardt, einen bekannten Streiter der antisemitischen Partei und Verfasser mehrerer Schandschriften, hat die Staatsanwaltschaft', wie dieselbe der Schuldeputation in Berlin amtlich mitgetheilt hat, daS Verfahren wegen Unterschlagung im Amte eingeleitet. Berlin, 13. Januar. Von der „Zeitschrift des König!. Preußischen Statistischen Bureaus" ist soeben das dritte Vierteljahrsheft des 30. Jahrgangs (1890) erschienen. Dasselbe verbreitet sich über die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle im preußischen Staat während des Jahres 1889. Aus der Eheschließungsstatistik regisirtren wir die auf das jüdische Religionsbekenntnis sich beziehenden Ziffern. Es verheiratheten sich: Evangelische Männer mit jüdischen Frauen 101; katholische Männer mit jüdischen Frauen 45; sonst christliche Män- (zu einer der verschiedenen Sekten gehörig) mit

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