Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 4 (12.1.1891)
- Date
- 1891-01-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
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59 -£• vermischtes. < Frankfurt a. M Die israelitische Rellgiousschllle, welche unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Horovitz steht, hat die Rechte einer juristischen Persönlichkeit erhalten. Posen. Der hiesigen Synagogengemeinde ist zur Annahme der von Herrn Kaufmann Moritz Rohr in Breslau zur Errichtung eines jüdischen Kranken- und Siechenhauses gespendeten 200000 Mark die landesherrliche Genehmigung ertheilt worden. Basel. In Ihrer Nr. 242 vom v. I. tritt die „Schweizer Grenzpost" in einer Rundschau warm für die unterdrückten russischen Juden ein, wobei sie darthut, daß die innere russische Politik sett Jahren eine Hierarchie auf politischem, socialen und religiösen Gebiete mit ungeheurer Energie anstrebt, bei der die brutale Gewalt eine Rolle spielt, wie sie eben nur in Rußland möglich ist. Plymouth. Der verstorbene Herr A. Ralph hat den hiesigen jüdischen Schul- und Wohlthätigkeitsanstalten und solchen in der h. Stadt im Ganzen 7250 L. hinterlassen. Herr Dr. med. Alexander Klein aus Odessa, der unlängst in Paris seine Studien vollendet hat, ist im Aufträge des Herrn Baron Edmund von Rothschild als Arzt nach dessen Kolonie „Sichron Jakob" in Palästina gegangen. Hebron. Durch die Hilfe edler Wohlthäter haben wir nunmehr die Mittel gefunden, Herrn Dr. Jermans aus Konstantinopel als Arzt in unserer Gemeinde zu engagiren. Wir sind hierüber umsomehr erfreut, als die Fangarme der engl. Mission sich bereits nach den armen Judenseelen ausgestreckt hatten. Feuilleton. Das Geschenk der Großtante. Erzählung von S. Kohlt, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (Fortsetzung.) Ich war von Jakobs Mittheilung so überrascht, daß ich einige Minuten sprachlos blieb, endlich stammelte ich errötbend und erblassend. Du hast gesagt, daß Deine Mittheilung für Dich und mich von großer Wichtigkeit wäre, — für Dich gewiß und auch für mich, wohl in soferne als ich Dein theilnehmender Freund bin. Jakob warf mir einen strafenden Blick zu und sprach: „Deiner ehrlichen Natur steht ein erheucheltes Mißverstehen schlecht zu Gesicht!. Ich hatte es schon längst bemerkt, daß Du Pauline liebst, doch war's so lauge zwecklos ein Wort darüber zu sprechen, als ich geglaubt. sie liebt mich; allein jetzt halte ich es für meine Pflicht Dir mitzutheilen, daß ein Haupthindernitz, das Deinem Glück entgegenstand, weggeräumt ist, und Du nun die weitere Schritte unternehmen sollst, es zu erlangen. Ich müßte mich irren, wenn Panline nicht Deine Neigung erwiderte!" „Wie gut, wie edel Du bist, Jakob", hatte ich gerufen, „allein woraus vermuthest Du, daß mich Pauline liebt, und was kann ich thun, was sollt' ich nun beginnen?" „Ich will beide Fragen beantworten", meinte er. „Wenn ein Mädchen einen nicht mißgestalteten, nicht ungebildeten, sittlichen, in wohlgeordneten Verhältnissen lebenden Manne, der ihr von einem zärtlich liebenden und zärtlich geliebten Vater als Verlobter zugeführt wird, zurückweist, ist anzunehmen, daß es einen andern liebt, und daß Du dieser Andere, scheint mir keinem Zweifel zu unterliegen — und was Du thun sollst? Dich überzeugen, ob meine Vermuthung richtig, mit andern Worten, um Pauline werben. Sprich zunächst mit ihr selbst, und wenn sie es gestattet, mit ihrem Vater, Onkel Josef." — Daß Jakob Perlberg in einem solchen für sein ganzes Leben bedeutungsvollen Moment, sofort meiner liebevoll gedacht, erschien mir ein Beweis hiugebendfter Freundschaft und ich rief: „O! Du edler Mensch! Du willst den Schatz, dem Du entsagen mußt, neidlos mir überlassen?" „Ich würde unwahr sein", hatte er geantwortet, „wenn ich sagen würde, daß mich Pauliuen's Abweisung gleichgiltig läßt; — allein, daß mir dies leid thut, darf mich nicht verhindern, Dein und Pauliueus Glück, so viel als ichs vermag, zu fördern!". Das erschien mir unendlich groß, ich nahm mir vor, es meinem Cousin Jakob nie zu vergessen!" „Mein Sohn war ein edler Mensch!" meinte Frau Perlberg. Ich sprach mit Pauline, sie gestattete es, daß ich um ihre Hand bei ihrem Vater würbe. Onkel Josef nahm mich nicht unfreundlich und sprach: „Daß Panline Dir gefällt, finde ich begreiflich, doch ob ich recht thäte, Deinen und wie Du sagst auch ihren Wunsch zu erfüllen, daß will reiflich erwogen sein und ich muß vorerst mit meinem Kinde darüber sprechen. Ihr i-cibe, Du und Jakob seid achtuugswerthc, junge Männer. Jakob hat manches vor Dir voraus, er ist schon eine seelisch ausgereifte Individualität, ich kenne ihn länger als Dich, schon seit seiner Geburt, er hat sich sein ganzes Leben lang von allem Unedlen und Unwürdigen fern gehalten; auch ist er ein reicher Mann. Ich bin wohl, Gott sei Dank, in der Lage bei der Wahl eines Edams nicht darauf zu sehen, daß er Vermögen besitzt, doch ist diese Beigabe nicht zu verachten und bietet jedenfalls die Bürgschaft, daß ihn bei seiner Wahl nicht die reiche Mitgift meiner Tochter allein bestimmt. Doch muß ich als gerechter Mann Dir das Eine offen sagen, auch Du besitzest in meinen Augen einen großen Vorzug vor ihm. Du siehst im Alter meinem Kinde näher. Du bist um fünf, Jakob aber um zehn Jahre älter als Panline. Das war auch das Einzige was ich an ihn auszusetzen hätte. Ich sag' vorläufig weder ja noch nein, ich wills bedenken und mit Pauline besprechen." Wenn Du sie sprechen willst, hatte