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Der Israelit · 1891-01-05 · Heft 2 (5.1.1891) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 2 (5.1.1891)
Date
1891-01-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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26 unter dem Abscheu der Menschen geht Deine Herrlichkeit unter. So rächt sich an Babel der an dem Gottesheiltgthum auf Zion geübte Frevel, so die an den Völkern begangene Schuld: "\oy Don o. Das gegen die Stätte, die Gott zum Heiligthum Israels und der Menschheit erkoren, verübte Verbrechen begräbt den Gewaltigen;;rrrv morn ntyi und die an der Völker Schaaren so lange begangenen Unthaten stacheln endlich deren lange verhaltenen Zorn gegen Dich auf. Das ist die Frucht der Drachensaat, die Du ausgeftreut hast, der mit Schlauheit gepaarter Gewalt, die den Menschen in Fesseln schlägt, ihn seiner Würde entkleidet und das Gefühl für Tugend, Recht und Freiheit in ihm ertödtet, dafür hast Du Menschen hingeschlachtet, die Erde verwüstet, Städte eingeäschert, Völker ins Unglück gestürzt: nn »ate* by nnp pw deiti d“in ’did. Was haben ihm nun genützt die Götzen der Lüge, die er an Stelle des einig einzigen Gottes der Wahrheit auf den Thron zu heben gedachte, auf daß die Wahrheit aus dem Kreise der Menschen schwinde und Freiheit, Recht und Liebe zu leeren Schällen werden? Da meinen sie, Gott entthronen und ihr Gebilde als die Träger des menschengesellschaftlichen Verbands präconisiren zu können, die Götter der Gewalt, der Klugheit, der Wollust und des Trugs. Und die Menschen lassen sich blenden von der Gewalt, die sie knebelt, der Klugheit, die sie am Gängelbande lenkt, der Wollust, in welcher sie schwelgen, des Trugs, der ihrem vermeintlichen Vortheil nützt; und sie glauben damit, Götter sich geschaffen zu haben, die d’d^n, die stumm sind, die nichts zu sagen haben zu dem Treiben der Welt, zu dem Ringen für die Befriedigung der Leidenschaften. Dem Gewaltigsten, dem Klügsten winkt die Herrschaft über die Welt! O, der Thorheit! Tretet heran an das Grab der Tyrannen, an die Trümmer, der die Welt beherrschenden Mächte und erkennt die Nichtigkeit und den Trug der auf Unrecht und Gewalt gegründeten, Recht und Liebe höhnenden, Gott verleugnenden menschlichen Größe. Rufet sie doch an, diese einst angeftaunten und gefürchteten Mächte! ns'pn yvb ncN nn Wehe, wer zum Holze spricht: wach' auf, wach' doch auf, zum stummen Gestein. Wer kann dann noch von irdischen Gewalten Heil und Wahrheit erhoffen. Und wären sie auch noch so herrlich in Gold und Silber gefaßt — Lebenskraft ist nimmer in ihnen. Hoch über dem irdischen Getriebe', hoch über dem Wechsel der Jahrtausende aber thronet Gott. 2) DBri-NBnpE n’3 (Raschi). Das ganze Weltall ist nichts als ianp ist die Stätte, in ^welcher Seine Allmacht und Heiligkeit sich kund thut, und der Kreis der Menschen sollte ihm entzogen sein? Es mühen sich die Völker ab, um die Formel zu finden, mit welcher sie den innern und äußern Frieden dauernd zu begründen hoffen und sie beugen immer wieder und wieder das Haupt vor den Gewaltigen und Klugen, von denen sie Schutz und Belehrung zu erlangen vermeinen; aber vordem Einen- Einzigen, vor Gott beugen sie sich nicht und verschließen sich Seinem Gesetze: der Gerechtigkeit und Liebe. Darum erreichen sie nicht, wonach sie ringen. Gott aber schaut diesem Ringen und Streben', das den Inhalt der Geschichte bildet, zuwartend zu, bis die Völker alle endlich der Nichtigkeit und Vergänglichkeit jeder von ihnen ohne Gott errichteten Größe inue geworden, ihm allein die Huldigung bieten werden, bis pan bj *pjsd dh, bis jede irdische Größe Ihm gegenüber zum Verstummen gekommen sein wird und Sein Reich, die Herrschaft der Wahrheit, des Rechts und der Liebe, auf Erden anhebt. (Fortsetzung folgt.) Ein Kital aus Hiaööi Saadia Kagaons amö. Wöelinterpretation. Mitgetheilt von Dr. I. Schwarzftein. Gewöhnlich übersetzt man Exod. Kap. 1. V. 11. „Und sie setzten über dasselbe Frohnvögte, um es zu unterdrücken durch ihre Lasten, und es bauete Vorrathsstädte dem Pharao, Pithom und Raamses." Demnach wären Pithom und Raamses Städte, welche die Israeliten erbaut hätten, und Genesis Kap. 47 V. 11 heißt es: Und Josephs bereitete Wohnung seinem Vater und seinen Brüdern, und er gab ihnen Besitz im Lande Aegypten, im Besten des Landes, im Lande Raamses, so wie Pharao geboten hatte. Wir finden hier einen zwiefachen Widerspruch, erstens, daß Raamses schon lange vor dem Einzuge der Söhne Jacobs in Aegypten, erbaut war und zweitens, daß es nicht blos eine 'Stadt, sondern ein Land ansgemacht hätte. Mit der Erklärung Raschis, Pithom und Raamses wären von den Israeliten nicht nur erbaut, sondern verbessert und zu Vorrathsstädten geeignet gemacht worden, wäre nur der erste Widerspruch beseitigt. Auch die Erklärung des Niiy px, daß ddqjh und DDojn Namen zweier verschiedener Oertlichkeiten wären, kann nur in Ermangelung einer bessern befriedigen. Daher dürfte die arabische Interpretation des Rabbi Saadia Hagaon oder Hafajumi desto mehr Be-

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