Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 2 (5.1.1891)
- Date
- 1891-01-05
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXII Jahrgang. SeUllze jtt M2 des „Israelit & Ieschurun" Leitende Artikel. Des Propheten DoboKuK Weiffozung. *) Von Isaak Hirsch. (Fortsetzung.) Das Heil der Menschheit ist das Ziel der von Gottes allmächtigem Arm geleiteten Geschichte. Wenn sie Jahrtausende na^> nnnffa, in der sich selbst geschaffenen vermeintlichen Festigkeit gewandelt ist und sich nicht entschließen konnte, Gott als ihren einzigen Herrn und Meister, als den festen Hort alles Seins und den Lenker des Geschickes jedes Einzelwesens und aller Völker, als ihren allliebenden Vater und allgerechten Richter anzuerkennen und Seinen Willen, das Gesetz der Gerechtigkeit und Liebe, zur unwandelbaren Richtschnur für die Gestaltung aller menschlichen Verhältnisse, ohne jegliche Ausnahme, sich aus freiem Entschlüsse zu erküren, dann werden die Völker endlich durch den Zusammenbruch aller der Mächte, die sie als die festesten Stützen in ihrer Gott, entfremdeten Verblendung betrachtet haben, doch endlich zur Erkenntniß der Wahrheit und zur wahrhaftigen Anerkenntniß Gottes gelangen. Es werden dann alle bislang angestaunten und gefürchteten Größen in ihrer Nichtigkeit begriffen werden und') Hinn ova nsb 'n sjbw, Gott allein wird dann als die einzige wahrhaftige Größe, als der einzige Faktor, mit dem die Völker zur Begründung ihres Heils zu rechnen haben, von der ganzen Menschheit anerkannt werden, D' by iDa» o'dd, wie das Wasser in alle Fugen des Meeresbeckens dringt, so wird die wahrhaftige Gotteserkenntniß das belebende Element sein, welches alle menschengesellschaftlichen Verhältnisse erfüllt und in alle Heil und Segen trägt. Dieses Endziel der Geschichte wird sicher erreicht werden, der Sieg der die Menschheit von allem Nebel erlösenden und Freiheit, Frieden und Glück bringenden und unerschütterlich begründenden göttlichen Wahrheit über jegliche Lüge nnd jeglichen Wahn ist gewiß; wehe dem Vermessenen, der diesen Sieg aufzuhatten sich erkühnt! mm npffö 'in Darum wehe Dem, der seinen Nächsten trunken macht, der seinen Sinn trübt, seine Leidenschaft ansacht; — wehe Dir, gewaltiger Eroberer Nebukadnezar, uw “jnon pisdd, der Du *) Druckfehlerberichtigung in Nr. 100. S. 1800, 1. Sp., 16. Z. v. u. statt „Belohnung" lies „Belehrung." 1) Jeschaja 2, 11. den Völkern von Deiner eigenen Gluth mitthellst und sie zu berauschen weißt durch Deine auf Gewalt sich erbauende, durch Ströme Menschenbluts erkaufte Macht, und sie, die von Dir Unterdrückten und Mißhandelten, zu Deinen Genossen und Mitschuldigen zu machen verstehst. on’-nyo by ö’an M*? Du entfesselst ihre Leidenschaften, um die Völker zu Deinem willfährigen Werkzeuge zu machen, „nm hinzuschauen auf ihre Blößen", auf die thierischen Instinkte der Völker, denen Du Deines eigenen Vortheils halber Befriedigung versprichst und auch verschaffst, insoweit es Deinen selbstsüchtigen Plänen frommt. Das ist die Politik der Tyrannen. Wo das Edle, Göttliche im Menschen die Herrschaft hat, da vermögen sie nicht zu herrschen. Sie müssen erst den Adel im Menschen tödten, bevor sie ihn zum Sklaven machen können, -naav nyaff Sie können ihre „Sättigung" nur in p^p, in der gänzlichen Ehrlosigkeit, in dem totalen Verlust des Selbstbewußtseins und Ehrgefühls der Völker finden. Dieser an der Menschenwürde begangene Mord ist die schwärzeste Unthat der Tyrannei; sie rächt sich furchtbar an ihrem Urheber. Der göttliche Funke - in der Brust der Völker mag für Generattonen unter dem entsittlichenden Druck der Gewalt und dem gefliffentlich geübten Werk satanischer Verführungskünste in der Entwickelung seiner Licht und Wärme ausströmenden Kraft gehemmt werden, gänzlich erloschen ist er niemals. Im fernsten, dem Späherauge der Tyrannei entzogenen Winkel glimmt er dennoch fort, und Gottes Odem läßt ihn endlich zur Hellen Flamme entfachen. Dann erheben sich die Mißhandelten und Unterdrückten und zerbrechen die Fesseln der Knechtschaft und sprengen das Joch der Tyrannei. Eine ganze Welt, welche gestern noch vor dem Gewaltigen im Staube lag, starrt ihm heute in nicht zu bewältigender Empörung entgegen und bereitet ihm ein Ende in Schrecken und Schmach. Also ereilt auch den stolzen Babylonier das Gottesgericht. nnn Di nnff Jetzt kommt die Reihe an Dich, Welterorberer, jetzt hast Du den Kelch bis zur Neige zu leeren, 'i pw vw aion, eS ist das Dir von Gott zugetheilte Geschick (dd), und es ist 'n, Gott der Liebe und des Erbarmens, der Vater der Menschheit, der eben um dieser Liebe und dieses Erbarmens mit seiner Menschheit dem Tyrannen ein Halt! zuruft, bis hier und nicht weiter, Dein Maß ist voll, das Maß des an der Menschheit geübten Verbrechens, *nna by