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Der Israelit · 1891-01-05 · Heft 2 (5.1.1891) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 2 (5.1.1891)
Date
1891-01-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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alsdann den Wagen anzuhalten, als einige dreißig Christen, mit Stöcken und Dolchen bewaffnet, über die Juden herfielen und eine große Anzahl von ihnen verwundeten. Die Polizei intervenirte, und die Ruhestörer wurden festgenommen. S. E. der Vali versprach darüber zu wachen, daß ein ähnlicher Skandal nicht mehr vorkäme. Cr benutzte diese Gelegenheit, um die kirchlichen Häupter der verschiedenen Gemeinden von Beyruth zu bitten, ihren Glaubensbrüdern die größte Achtung für die Todten aller Confessionen einznschärfen. Im August wurden zwei junge Israeliten aus Caifa, die sich in ein benachbartes Dorf begeben batten, ermordet. Das Geld, welches bei dem einen vorgefunden wurde, bewies, daß es sich nicht um einen Raubmord handelte. Der Verdacht fiel alsbald auf einen jener reichen Besitzer, die sich auf ihren Reisen von einem Neger oder einem Beduinen begleiten lassen, und der dieses Verbrechen begangen haben dürfte, lediglich des Vergnügens halber, jüdisches Blut zu vergießen. Eine Connnission wurde ernannt, um die Schuldigen zu entdecken; sie erklärte in ihrem Bericht, daß sie den Mörder nicht habe entdecken können. Der Gouverneur Mustapha Bey gab sich jedoch hiermit nicht zufrieden. Er entsetzte zwei Beamten, die der Commission angehört hatten, ihres Amtes und führte persönlich die Untersuchung weiter. Die Mörder wurden endlich entdeckt. Ein Mitglied einer mächtigen arabischen Familie und sein Neger hatten das Verbrechen begangen. Sie werden demnächst vor Gericht erscheinen. Rumänien. Bukarest, 27. Dec. In der gestrigen Senatssitzung hat das nationalliberale Senatsmitglied Schendrea die Frage der russischen Judeuausweisungcn zur Sprache gebracht, indem er gleichzeitig an das Ministerium des Innern die Aufforderung richtete, durch die Anordnung von Ausnahmsmaßregeln längs der Grenze die Ueberschwemmung Rumäniens mit aus Rußland vertriebenen Israeliten zu verhindern. Da der Ministerpräsident Manu im Hinweis auf die Dringlichkeit der Adreßdebatte die Erklärung abgab, daß er sich auf die Erörterung des von Schendrea berührten Gegenstandes nicht einlassen könne, so wird Letzterer seine diesbezüglichen Anfragen in Form einer Jnterpellatiion erneuern. Herr Schendrea scheint demnach von der Lage der israelitischen Bevölkerung Rumäniens eine sehr irrthümliche Meinung zu haben, da es ihm sonst unmöglich einfallen könnte, den aus Rußland ausgewiesenen Juden die Absicht eines Uebertritts aus rumänisches Gebiet zuzumuthen. Feuilleton. Aas Geschenk der Großtante. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (Fortsetzung.) „Ich habe es schon gesagt," fuhr Onkel Josef fort, „ich halte Dich für einen so klugen Jüngling, daß man mit Dir wie mit einem gereiften Manne sprechen kann. Ich habe ein einzig Kind, meine Tochter Pauline, an der mein Herz — ich kann es Dir gar nicht schildern wie, hängt! Aber eine Tochter kann man nicht für immer ganz besitzen, der Jungfrau Bestimmung ist's, einen Mann zu beglücken, Gattin und Mutter zu werden. Ich habe mein Kind so lieb, daß ich's nur einem Manne anvertrauen wollte, den ich selbst und dessen Eltern genau kenne. Pauline ist jetzt fünfzehn Jahre alt, und so unschuldig, wie ein Kind von fünf, aber ich habe mich doch schon um einen künftigen Schwiegersohn umgcsehen und da ist meine Wahl aus einen meiner allernächsten Verwandten gefallen. Du wirst wohl errathen, auf wen. Ich spreche von meinem Neffen, Deinem Cousin, Jakob Perlberg. Ihr habt, wie er mir zu meinem großen Vergnügen milgetheilt, sofort Gefallen aneinander gefunden, und habt, obwohl er um fünf Jahre älter ist als Du, doch innige Freundschaft miteinander geschloffen. Jakob ist ein herrlicher Mann, der für mich nur den Fehler besitzt, zehn Jahre früher als Pauline geboren Zu sein, und ich habe mit Schwester und Schwager besprochen, daß, so Gott will, Jakob uild Pauline — natürlich erst in einigen’ Jahren — Manu und Frau werden sollen. Jakob ist schon ein urtheilsfähiger Mensch, der die Lebensverhältnisse kennt, der mußte wohl befragt werden und Du kannst Dir wohl denken, daß er zustimmte; aber Pauline ist noch gar zu jung, die konnten wir nicht fragen, allein ich glaube, daß der brave, schmucke Cousin, den sie von Jugend an kennt und dem sie gewogen zu sein scheint, ihr einst als Gatte recht sein wird, und so betrachten, trotzdem es Pauline kaum ahnt, wir, Schwager, Schwester und ich selbst, Jakob als meinen künftigen Schwiegersohn. Nun ist mir Alles bis auf Eines an der Sache recht, und eben das Eine sollst Du, da es für Dich von Wichtigkeit ist, erfahren. Ich hatte nämlich gewünscht, daß Jakob am Tage der Hochzeit als Kompagnon in mein Geschäft tritt und dieses einst übernimmt, davon aber will mein

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