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Der Israelit · 1891-01-05 · Heft 2 (5.1.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 2 (5.1.1891)
Date
1891-01-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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21 erzogen", deren Gebote in gewissenhaftester Sorgfalt erfüllt, deren Wissenschaft hegt und pflegt, die o»ny ist und in ihr die nemo nicht nur, sondern auch die rw-wö, die einem jeden jüdischen Manne holde Braut, verehrt und liebt, welcher sein ganzes Wesen entgegenwallt. Die von ihm begründeten Lehranstalten athmen seinen Geist wieder, der in den Tausenden lebendig ist, die dort für pw th QV rnin, für Judenthum und allgemeine Bildung herangebildet worden, die dort eingeführt sind in Thora und Talmud und gleichzeitig in die Kultur, in die allgemeinen Wissenschaften und Literaturen. Der große Schöpfer unserer Israelitischen Religionsgesellschaft konnte in dem trostreichen und erhebenden Bewußtsein seine lange, gesegnete irdische Wirksamkeit d»o» pt beschließen, daß auch nach seinem Htnscheiden sein Werk in dem gleichen Geiste fortleben und weitergeführt werden wird. Briefen, W.-Pr., 28. Dez. Am 17. Januar *o n*n» feiert unser Cantor Herr Blaustein das Fest seines 25jährigen Amtsjubiläums. Mit diesem Feste ist gleichzeitig seine Silberhochzeit und die -q r.iSD eines Sohnes des Jubilars verbunden. Von den 25 Dienstjahren hat Herr Blaustein 17 Jahre hindurch treu und gewissenhaft der hiesigen Gemeinde als pn und vniL» gedient und es verstanden, sich die Liebe und Achtung aller Gemeinde-Mitglieder in hohem Maße zu erwerben. Viel hat der Jubilar zur Hebung des Gottesdienstes in unserm Tempel beigetragen, indem er jahrelang einen gut geschulten Synagogenchor leitete und zum Gottesdienste verwandte, und noch heute werden von der Gemeinde die Ritualgesänge an Sabbat- und Festtagen, als z. B. beim Ausheben der Thora x. x., harmonisch gesungen. Auch als bniD ist Herr Blaustein in weitem Umkreise gesucht. Die Gemeinde-Vertretung wird sich daher auch gerne alle Mühe geben, die dreifache Feier des beliebten Jubilars zu einer würdevollen zu gestalten. Möge es dem Herrn Blaustein vergönnt sein, noch recht viele Jahre dem Dienste des Herrn sich widmen zu können! Trier, 20. Dezember. Herr Rabbiner Dr. Baßfreund-Tarnowitz ist einstimmig zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 18. Dezember. Unter dem Vorsitze des Vice-Präsidenten v. Holzinger fanden heute vier Verhandlungen auf Grund des Artikels 6 des Gesetzes vom Jahre 1862 statt, welche sämmtlich Vorgänge bei der letzten Landtagswahl betrafen. Did Anklage war in diesen Prozessen durch Staatsanwalt v. Soos vertreten. In dem ersten Falle war der Schneidermeister Joseph Schollin angeklagt. Der Wähler der inneren Stadt, Herr Johann Schönbichler, hatte seine Wahl-Legitimation nicht zugestellt; erhalten, oder sie war ihm ohne sein Wissen zugekommen und wieder verschwunden. Am Wahltage war sie in dem Besitze des antisemitischen AgitatioS-Comites, welches nun von dem Agitations-Lokale aus Schollin mit dieser Beglaubigung entsendete, damit er unter dem Namen Schönbichler's die Stimme für die antisemitischen Candidaten abgebe. Da er aber an demselben Tage schon für sich selbst gestimmt hatte, wurde er erkannt, angehalten und heute zu acht Tagen strengen Arrest verurtheilt. Der Vtehbegleiter Stephan Wauhala recte Baudula erschien vor der zweiten Section der Wahlcommission mit einer Wahl-Legitimation, die auf den Maschinenführer Wilhelm Neumayer lautete. Nun hatte sich bereits bei der Wahl ein Zwischenfall ereignet, welcher einen anderen Maschinenführer betraf. Dieser letzterwähnte Maschtne«- führer war nämlich erschienen und hatte um die Ausstellung eines Legitimations - Duplikats ersucht, weil er das Original verloren habe. Hiebei ergab es sich, daß schon früher eine andere, nicht eruirbare Person mit der in Verlust gerathenen Legitimation mißbräuchlich gewählt hatte. Deßhalb und weil Bandula auch durch sein AeußereS nicht den Eindruck machte, als ob er ein Maschinenführer sei, fand sich der Vorsitzende veranlaßt, ihn eindringlich zu fragen, ob er wirklich Wilhelm Neumayer sei. Bandula bejahte eS und beharrte bei dieser Antwort, als er noch zweimal gefragt wurde. AIS er jedoch aufgefordert wurde, seine Adresse anzugeben, vermochte er nicht die richtige Wohnung mttzutheilen und mußte nun seine Schuld eingestehen. Auch diesmal war die Legitimation nicht in die Hände ihres rechtmäßigen EigenthümerS gelangt, weil derselbe überstedelt war, so daß dasDocument bei dem Hausbesorger der früheren Wohnung abgegeben wurde. Bandula gab an, ein Fremder habe ihm die Legitimation nebst einem Stimmzettel für den antisemitischen Candidaten in die Hand gedrückt und ihn aufgefordert, hiermit wählen zu gehen. Für den Angeklagten ttat heute Dr. Weishut als Vertheidiger ein. Stephan Bandula, welcher bereits abgestraft ist, erhielt vierzehn Tagen strengen Arrests mit zweimaligem Fasten zuerkannt. Als nächster Angeklagter erschien der ehemalige Schlossermeister und gegenwärtige Casster der Schloffergenossenschaft, Joseph Vielweber. Nach seiner Erzählung wurde er am Wahltage von eine« ihm bekannten Hausbesorger in der Kaiser-Josephsstraße mit den Worten angeredet: „Gehen Sie mit mir, Sie können sich etwas verdienen." Er wurde nun in das antisemittsche Agitations-Lokal geführt, wo ihn „derjenige, der dies geleitet hat", aufforderte, mit einer auf den Pfaidler Lazar Trebitfch lautenden Legitimation einen antifemittfchen Wahl-

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