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Der Israelit · 1891-01-05 · Heft 2 (5.1.1891) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 2 (5.1.1891)
Date
1891-01-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 keine Zeit und Muße hat, wie auf die Anspannung aller Kräfte deren Abspannung folgt, bekleidet von dem großen Heere der Nervenübel, die man früher kaum dem Namen nach kannte, während es heute bei Vielen fast zum guten Tone gehört, Nerven zu haben und nervös zu sein. (Fortsetzung folgt.) ZeituugSuachrichte« und Correspond enzen. Deutschland. Berlin, 21. Dec. Unter der Ueberschrieft „Makrobiotik und Alkohol" schreibt I. Kollmann im letzten Hefte der „Deutschen Revue": „Einfachheit in Speise und Trank sind die ersten Bedingungen für die Erhaltung der Gesundheit und eines langen Lebens. Das Durchschnittsalter der befferen Stände, vor Allem der Männer, ließe sich zweifellos beträchtlich steigern, wenn die Nüchternheit in der christlichen Bevölkerung auf derselben Höhe sich befände, wie bei den Juden. Auf Grund statistischer Ermittelungen ist das Durchschnittsalter der Gestorbenen in Frankfurt a. M. bei der christlichen Bevölkerung auf 36 Jahre 11 Monate, bei der jüdischen hingegen auf 48 Jahre 9 Monate berechnet worden, also um nahezu 12 Jahre mehr. Daß an diesem bedeutenden Unterschiede die größere Wohlhabenheit der Juden allein Schuld sei, darf nicht angenommen werden. Ich glaube auch nicht, daß die Raffenunterschiede hierfür von Bedeutung sind, eine solche vermehrte Widerstandsfähigkeit ist aus Raffeneigenschaften nicht ableitbar, es ist weder eine anatomische, noch eine physiologische Thatsache dafür aufzubringen. Die asiatischen Menschenrassen, von denen die Juden abstammen, zeigen, soviel man bis jetzt weiß, der Cholera, dem Typhus, den Pocken, der Tuberkulose gegenüber keine größere Widerstandsfähigkeit als die Europäer. Selbst dann, wenn die europäischen Semiten eine solche besessen hätten, wäre sie wahrscheinlich im Laufe von nahezu 2000 Jahren abgeschwächt worden durch den Prozeß der Akklimatisation. Die einfache und naheliegende Erklärung für diese auffallende Erscheinung liegt in der Thatsache der großen Nüchternheit der Juden in Speise und Trank. Sie ist es, welche ihnen zum großen Theil die Ueberlegenheit über die europäischen Völker bisher gesichert hat. Sie bleiben geistig und körperlich frisch und haben alle ihre Kräfte zur freien Verfügung, während die Christen den beständigen Zeit- und Kräfteverlusten erliegen, welche Fraß und Völlerei im Gefolge haben. Die Zähigkeit und Ausdauer sind nicht ein Geschenk der Rasse, sondern der Erziehung und des Beispiels. . . Die Menschen töten sich, sie sterben nicht. Die statistische Thatsache über die lange Lebensdauer der Juden sollte den Christen endlich die Augen öffnen. Die „Judenfrage" wird nicht durch die Stärke der Faust gelöst, sondern durch Enthaltsamkeit und Fleiß von unserer Seite. Lernt entbehren, wie die Juden es durch Jahrtausende gelernt. Jetzt trägt die harte Schulung zu Nüchternheit und zu der naturgemäß damit verbundenen Sparsamkeit die längst ersehnten reichen Früchte." Frankfurt a. M. Wiederholt ist kürzlich in diesem geschätzten, der Vertretung des gesetzestreuen Judenthums und der Förderung echt jüdischen Geistes und Lebens gewidmeten Organe Veranlassung genommen worden, über die hiesige iw my ^np, über unsere weithin im Glanze einer dni tv leuchtende „Israelitische Religionsgesellschaft" Bericht zu erstatten. Und gewiß mit vollem Rechte. Ist doch diese Gemeinde eine der hervorragendsten Pflanz- und Pflegstätten wahrer Frömmigkeit, hat sie doch in vieler Hinsicht als eine Mustergemetnde sich bewährt, deren Institutionen anderen Gemeinden zum Heil und Segen als nachahmungswürdigstes Vorbild diente. Die in ihrem Kreise gehegten Bestrebungen für die idealen Ziele des Judenthums dürfen darum auch außerhalb ihres Weichbildes auf ein verftändnißvolles Interesse rechnen. Man hat sich ja seit Dezennien, nicht nur in Deutschland, sondern auch überall, wo eine Vereinigung jüdischer Männer diesseits und jenseits des Ozeans besteht, die das gleiche Prinzip als ihr Grundgesetz anerkennt, daran gewöhnt, auf Frankfurt den Blick zu richten, dessen „Israelitische Religionsgesellschast" den Ausgleich ehemals für disparat erachteter Potenzen: „Judenthum und Bildung" durch die harmonische Vereinigung von min noto und px *p*i in herrlicher Gestaltung verkörpert. Waltete doch hier der Geist des großen Mannes, der zuerst das glorreiche Banner des alten Judenthums unter dieser Devise vor sechzig Jahren entrollte, zu einer Zeit, als der Ansturm unserer verirrten und verführten Brüder die Fahne der gleißnerischen Reform auf den Trümmern des Heiligthums aufzupflanzen sich anschickte. Samson Raphael Hirsch ynT, dessen Bahre vor zwei Jahren das gesummte Israel weinend umringte, war es, der seinen großen Geist dieser Gemeinde einzuhauchen verstand, der von seiner begeisterten Hingebung für das Judenthum den Gliedern der Israelitischen Religionsgesellschaft jene opferfreudige Bereitwilligkeit mitzutheilen vermochte, die all das Herrliche erstehen ließ, was den Stolz Frankfurts ausmacht, was die Bewunderung der Welt erregt: ein in unwandelbarer Treue zu dem orthodoxen Judenthume stehendes, in allen Zweigen allgemeiner Wissenschaft wohl bewandertes Geschlecht, eine junge Generation, die rninn »aia by, „auf der Thora Schooß

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