Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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6 hervorragendsten politischen, diplomatischen, literarischen und finanziellen Persönlichkeiten in Berührung kam, da er sich durch eine außerordentliche Beobachtungsgabe und ein nie trügendes Gedächtniß auSzeichnete, so kann man nicht umhin, vorauszusetzen, daß diese Memoiren von außerordentlichem Interesse sind und ein neues Licht auf die Geschichte dieser denkwürdigen Epoche werfen. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Regierung der Veröffentlichung dieser posthumen Memoiren keine Schwierigkeiten in den Weg legen wird. Danilewski war der Sänger der Emancipation der Bauern. In zwei Romanen (die Flüchtlinge in Neurußland und die Rückkehr der Flüchtlinge) hat er die Leiden der Leibeigenschaft drastisch dargestellt. Von diesem Zeitpunkte auch datirt sein großer schrifstellerischer Ruf, den er durch eine lange Reihe historischer Romane aus der Geschichte Rußlands, die größtentheils in fremde Sprachen übersetzt wurden, bekräftigte. (Frkf. Ztg.) Amerika. New-Aork, 19. Dezember. Die New-Aorker Presse veröffentlicht ein Schreiben des Kardinals Gibbon, in welchem er die Verfolgung der Juden in Rußland entschieden verurtheilt. Baltimore, 26. Dezbr. Hier wurde heute eine von Christen aller Konfessionen besuchte Versammlung abgehalten, um Theilnahme für die Juden in Rußland auszudrücken und denselben Hülfe anzubieten. Es wurde ein Ausschuß zur Durchführung der gefaßten Beschlüsse gewählt. In diesem Ausschüsse befinden sich Kardinal Gibbons als Vorsitzender, Dr. Paret, Bischof der Episkopalkirche, und andere Geistliche. Indien. Kalkutta, im November. An Stelle der vor ungefähr anderthalb Jahren aus dem Dasein geschiedenen jüdisch-arabischen Zeitung „Paerach" (me „Die Blüthe)" ist ein neues Blatt hier entstanden, das den Namen: d'-wd tjid*) „(der aufrichtige Verkünder)" führt und als dessen Herausgeber Chacham Suleiman Twena, Dajan unserer Gemeinde und Chatib (nenn tya, Prediger) an der hiesigen Synagoge „Magen David" (in pv) fungirt. Das Blatt wird, wie es an seiner Spitze angekündigt, immer am Donnerstag gedruckt (d'b:6n dv yaun), worauf es am Freitag an seine Leser in Indien, Afghanistan, Arabien, Bokhara und dem übrigen Central-Asien verschickt wird. Auch in China, in deffen bedeutendsten Hafenstädten, wie Schanghai, Hongkong 2c. jüdisch-indische Kaufleute angesiedelt *) Unser Correspond ent hatte die Freundlichkeit uns ein Exemplar dieses in Europa ganz unbekannten Blattes einzusenden. D. Red. sind, hat das Blatt Leser. Dasselbe kann jedoch nicht, wie es freilich zu wünschen wäre, in einem klassischen Arabisch geschrieben werden, da es dann von seinen Lesern nicht verstanden würde. Es benützt daher den den Letzteren beiweitem geläufigeren jüdisch-arabischen Jargon, untermischt mit hebräischen und persischen Worten. Da es in Afghanistan keinen geregelten Postverkehr gibt, so hält sich das Blatt in den bedeutendsten Städten daselbst „Wekils" (d\32id, Agenten), die den Einzelverschleiß desselben besorgen. Die Exemplare, die für Central- Asien bestimmt sind, werden auf Kameelrücken nach der afghanischen Grenzstadt Balkh am Amu-Darja expedirt, von wo sie dann nach dem jenseitigen Ufer, das schon zum Khanate Bokhara gehört, geschafft werden. Die Hauptstädte des Khanats sind heute schon, Dank der Thätigkeit der russischen Postverwaltung, durch einen geregelten Postdienst miteinander verbunden. Da der Redacteur dieses Blattes jeden Sabbat Nachmittags in der genannten Synagoge predigt, so unterläßt er cs auch nie in jeder Nummer seinen Lesern in Indien, Afghanistan rc. zugleich mitzutheilen, über was er am vergangenen Sabbat gepredigt hat. Uebrigens ist Chacham Suleiman Twena m t"in’ 'n auch im Talmud und den Poskim tüchtig zuhause und hat er seine einschlägigen Studien in Bagdad und anderen Jeschiboth Mesopotamiens gemacht. Auch gehört derselbe zu den yi’st 'anw (Zionsfreunden) und jeder Bote, der aus dem heiligen Lande zu uns kommt, findet bei ihm eine herzliche Aufnahme. Am vergangenen Jom Kippur erlebten wir das seltene Ereigniß, daß in der Synagoge „Magen David" zugleich auch eine Berith-Milah (Beschneidung) stattfand, wobei der den geehrten Lesern des „Israelit" schon vom„ Paerach" her bekannte Aharon Schalom Jachja Gabbai als Mohel fungirte. An der Seudah (Beschneidungsfest), die Abends stattfand, nahmen die angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde Theil. Heuer wurde auch in Mandalay, der ehemaligen Hauptstadt des Königreiches Birma, das aber jetzt gleichfalls zum anglo-indischen Reiche gehört, eine Sukkah errichtet und kamen auch zahlreiche heidnische Bewohner dieser Stadt, Birmesen, Chinesen, Thibetaner rc., sich dieses religiöse Objekt anzuschauen. Unter dem letzten Könige Birmas, Thibo, der jetzt in Indien als Staatsgefangener lebt, durfte noch kein Jude sich in Mandalay niederlassen. Heute herrscht dagegen die Königin Victoria m’ in Mandalay und in der Synagoge daselbst wird jeden Sabbat für ihr langes Leben gebetet «tnsk*x dji Nninani nana.