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Der Israelit · 1890-12-29 · Heft 102 (29.12.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 102 (29.12.1890)
Date
1890-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1836 russischen Brüdern verbrochen haben und noch weiter verbrechen, keinen Groll nachtragen. Da der Czarewich in den nächsten Tagen auch die Pyramiden und die bedeutendsten egyptischen Ruinenstädte besuchen wird, so wird er oft Gelegenheit haben darüber nachzudenken, wie gründlich die Dynastie der Pharaonen und die von ihr aufgeführten Prachtbauten und Denkmäler verschwunden sind, während die Söhne Jakod's, welche einige Herrscher aus dieser Dynastie mit Stumpf und Stiel ausrotten wollten, noch heute gedeihen und blühen und sogar auch in Egypten reich, mächtig und angesehen sind. Wer weiß, welche Dynastien, die heute mächtig und gefürchtet sind, nach abermals viertausend Jahren gänzlich verschwunden sein werden, während die Söhne Jacob's, welche berufen sind die Lehre von der Einheit Gottes durch die Welt zu tragen, noch immer gedeihen und fortbestehen werden "iro apy»o ln^uo^ ton»» 'i b. Der Herr des Weltalls hat sich eben das Haus Jacob als sein Eigenthum erkoren und über dieses wird er wachen bis an das Ende aller Zeiten. Der Borstand unserer Gemeinde denkt nun ernstlich daran, den hiesigen jüdischen Friedhof, den der Zahn der Zeit schon arg mitgenommen, nun vom Grunde aus restauriren zu lassen. Aber auch die Himmelskönigin trägt große Schuld an dem Verfall dieses Friedhofes, da die gewaltige Hitze, die hier zu herrschen pflegt, die Grabsteine förmlich mürbe macht, worauf dieselben in Staub zerfallen. Daher kommt es, daß, obwohl hier schon zur Zeit des zweiten Tempels eine zahlreiche und blühende jüd. Gemeinde bestand, wir dennoch nicht einen einzigen durch hohes Alter berühmten Grabstein besitzen. Die Eröffnung des von Baron Merasse hier erbauten jüd. Spitals wurde auf den 31. d. Mts. verschoben, obgleich schon zahlreiche Kranke mit Ungeduld ihre Aufnahme in dieses Haus erwarten. Aus dem Plane, den hiesigen europäischen Tempel niederreißen zu lassen und durch einen vom Grunde auf neuerbauten zu ersetzen, ist nichts geworden, weil das nöthige Kleingeld dazu mangelt. Man wird daher das alte Gebäude, das schon 56 Jahre auf seinem Platze steht, noch weiter dort belasten, dasselbe jedoch ein wenig vergrößern und erhöhen. In den Schulen, welche die italienische Regierung auf ihre Kosten in Egypten erhält, befinden sich mehr als zweihundert jüdische Schüler, die sich fast alle durch ihren Fleiß auszeichnen und daher oft auch Preise und Belohnungen davon tragen. Selbstverständlich kennt man in diesen Schulen keinen Antisemitismus und darf auch keine Seelenfängerei daselbst getrieben werden. Daher kommt es, daß selbst die frömmsten Juden ihre Kinder mit Vorliebe in diese Schulen senden. In Suakim am Rothen Meere, das bekanntlich jetzt von den Engländern besetzt ist, haben sich gleichfalls einige Juden angesiedelt, die von dort aus einen starken Verkehr mit dem Sudan unterhalten. Amerika. New-Uork. Der am 12. Dezember von dem Repräsentantenhaus in Washington angenommene gegen die Behandlung der Juden in Rußland gerichtete Resolutionsantrag des Newyorker Abgeordneten Cummings lautet: Das Haus habe mit tiefem Bedauern und mit Gefühlen des Entsetzens von der Verfolgung der Juden in Rußland, welche die Barbarei vergangener Zeitalter widerspiegle, die Humanität schädige und der Civilisation Einhalt thue, gehört. Dieses Bedauern werde erhöht durch die Thatsache, daß die Verfolgung sich in einem Lande vollzieht, welches ein treuer Freund der Vereinigten Staaten war und noch ist, welches die Leibeigenen befreite und hilflose Christen gegen die Bedrückung der Türken verteidigte. Die Resolution verfügt schließlich, daß eine Abschrift derselben dem Staatssecretär Blaine übersendet werde, damit er dieselbe dem Gesandten der Vereinigten Staaten in Petersburg übermitteln könne, mit der Weisung, sie dem Czar zu überreichen. Aas cheschenk der Hroßtante. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (Fortsetzung.) Alle drei Frauen blickten überrascht auf; es trat eine kleine Pause tiefer Stille ein, man hörte nichts, als das tiefe Athemholen Paulinens und Theresens. „Wovon sprichst Du, Philipp?" frug jene endlich erregt, mit zitternder Stimme. „Welche Bitte hat Theodor an Dich ge.", aber sie brach ab, die Frage erschien ihr überflüssig, jede der anwesenden Frauen konnte sie beantworten.

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