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Der Israelit · 1890-12-25 · Heft 101 (25.12.1890) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 101 (25.12.1890)
Date
1890-12-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1830 weinen die Armen, Gebeugten und Gedrückten, »fya tma unb-omna, trauert die ganze Gemeinde. Die Thora verhüllt ihr Haupt; denn einer ihrer begeistertsten Jünger, ihrer kühnsten Forscher, ihrer begabtesten Pfleger, ihrer kindlichsten Verehrer wurde ihr entrissen. Beredten Ausdruck dessen, was alle fühlten, gaben trotz nauro m unser verehrter Oberrabbiner '"2 und andere Koryphäen der Thora an. der Bahre des Verklärten, zu dessen Characterisirung der Hinweis genüge, daß ihm neben dem 'imw' -n«o, dem vorletzten orthodoxen Budapester Rabbiner nsiD D”n h die letzte Ruhestätte angewiesen wurde. rrasun Herm. Fuchs. Budapest. Nach der ewig fluchwürdigen Affaire von Tisza-Eszlar war natürlich für die dortigen Juden keines Bleibens mehr, denn die Ehrenbauern dieses berüchtigten Ortes ließen keine Gelegenheit vorüber gehen, um den armen Juden ihre Ueberlegenheit fühlen zu lassen. Die Zustände daselbst waren gar bald für die wenigen daselbst wohnenden Juden geradezu unterträglich und sie zogen — dem alten Wanderer gleich — fort von ihren Häusern, fort von ihren Dörfern und wanderten hin und her, nirgends gedulted, nirgens ausgenommen, bis sie endlich in JbrLny, einer Dorfgemeinde der Nyir mit beiläufig 6000 Einwohnern, sich bleibend anstedeln durften. JbrLny ist Eigenthum des Grafen Lonyay, daselbst wohnt jedoch der Großgrundbesitzer Herr Moritz Bleyer, ferner sind daselbst noch mehrere Juden Grundbesitzer und unter ihnen ist nebst Bleyer, Herr Jacob Boschan der angesehenste und reichste Grundherr der Jbränyer Gegend. Es kamen nach JbrLny 32 jüdische Familien, welche nicht weniger als 60 Kinder im Alter von 6—16 Jahren mitbrachten, die alle noch schulpflichtig sind, weil dieselben noch nie eine Schule besucht, oder irgend einen Privatunterricht genossen haben. Die Herren Bleyer und Boschan nahmen sich in lobenswerther Weise der hilfsbedürftigen Juden an, sie sorgten dafür, daß die Männer, die Frauen und die größeren Mädchen sich theils durch den Handel, theils durch Handwerk und Handarbeit ihr Brod, wenn auch kärglich, so doch ehrenhaft verdienen. Ja es ist schon so weit gekommen, daß sie sich ein Haus mieten und einen Tempel einrichten konnten. Herr Moriz Heidelberg junior hier, welcher überall mitthut, wo es gilt Gutes zu fördern, hat bei hiesigen Menschenfreunden im Sammlungswege ungefähr fl. 800 aufgebracht und das Geld Herrn Bleyer übergeben. Dieser edle Glaubensgenosse hat bereits für fl. 440 ein Haus angekauft und dasselbe für die dreiclassige Elementarschule, deren Präsident er gleichzeitig ist, eingerichtet. Auch hat er bereits einen diplomirten jungen Lehrer mit fl. 400 Gehalt und freier Wohnung angestellt und somit einen gewaltigen Schritt nach Vorwärts gethan. Jetzt heißt es vor allem: „Gott helfe weiter!" Und Gott wird weiter Helsen. Wir leben in der Ueberzeugung, daß sich edle Menschen finden lassen, welche diesen, ohne Verschulden ins Unglück gerathenen Juden gerne und willig helfen werden. Das gebe Gott! D. H. S. Nagy-Szöllösch, (Ungarn), 12. Dezember. Vor Kurzem wurde hier das neuerbaute amen rra seiner Bestimmung übergeben. Dasselbe ist ein Prachtbau, der selbst einer Gemeinde ersten Ranges zur Zierde gereichen würde. Um dessen Erbauung hat sich besonders Herr Abraham Klein bleibende Verdienste erworben. Seiner Initiative, seiner rastlosen Thätigkeit und seltener Hingebung ist es hauptsächlich zu verdanken, daß unsere altehrwürdige Gemeinde nunmehr im Besitze einer würdigen Stätte ist, wo diejenigen, die tagsüber sich ihrem Berufe wiomen, Abends ihrem Drange nach Thorastudium Befriedigung geben können. Möge dies amon rra seiner Bestimmung vollauf entsprechen! naQön. Galantha, 8. Dezember. Am vergangenen 'p rat? starb nach langem und schmerzlichen Krankenlager unser hochverehrter Rabbiner, Herr Simon Friedmann ^sn weit und breit wegen seiner Frömmigkeit und großen Gelehrsamkeit unter dem Namen wöbt 'n bekannt. Von der Größe des Verstorbenen zeugte die außergewöhnliche rege Theilnahme an seiner Beerdigung. Unter Andern waren Anwesend die Rabbiner aus Surrang, V. Szered, Tyrnau, eine Deputation und der Rabbiner der Uj-Gyalaer-Gemeinde, woselbst der Dahingeschiedene 14 Jahre Rabbiner gewesen. Sämmtliche Redner hoben den großen Verlust, den die Gemeinde erlitten, hervor und schilderten eingehend die vielen guten und edlen Eigenschaften des Verstorbenen. Man erwartet allgemein, daß sein Schwiegersohn, Herr Moses Feld mann, Rabbinatsassessor und pn, zu dessen Nachfolger ernannt werden wird. M. Haberfeld. England. London, 22. Dezember. Die hiesige russische Botschaft hat Lord Meath und Sir Joseph Pease, welche die von dem Gutldhall-Meeting in Betreff der Bedrückung der Juden gefaßten Resolutionen dem Zaren überbringen sollten, mirgetheilt, daß es für sie unnütz wäre, nach Petersburg zu reisen. Schweden. Stockholm, im Dezember. Eine überaus segensreiche Anstalt innerhalb unserer Gemeinde verdankt ihr Entstehen unserm Rabbiner Herrn Dr. Klein und seiner Ehegattin. In unserer Gemeinde, schreibt die „Ztg. d. I.", giebt es nämlich eine große Anzahl eingewanderter polnischer und

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