Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-12-22 · Heft 100 (22.12.1890) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 100 (22.12.1890)
Date
1890-12-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448119--31257-2479049
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXI. Jahrgang. Beilage ju M100 des „Israelit 5- Ieschurun" Leitender Artikel. Mr AllSgltichlMS der socialen Gegensütze in Bibel und Talmud. Von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborren (Böhmen). (Fortsetzung.) Schon in jener alten Zeit des Talmuds hatten die Hebräer treffliche und aut eingerichtete öffentliche Wohllhäligkettsaustalteu, welche den antiken, civilisirten Völkern fremd zu sein schienen, und die nur der modernen Welt bekannt sind. So gab es in Palästina öffentliche Speiseanftalten mit dem Namen „Tamchu" inan, durch welche die Armen täglich zwei Mahlzeiten erhielten (Sabbath 118, a, Nascht das.)!). Ferner gab es daselbst öffentliche Geldinstitute zum Zwecke der Woblthätigkeit mit dem Namen „Kupah", durch welche die Armen Geld zu ihrer Ernährung für die ganze Woche erhielten (das.) 2). Auch gab es Bekleidungsanstalten, wie auch Beerdigungsvereine für die Armen. ES war zur Erhaltung derselben folgende Verordnung getroffen: Jeder bemittelte Bürger, der 30 Tage in einem Orte wohnte, war blmüssigt zur Spciseanstalt beizurragen, nach 3 Monaten muhte er zu dem Geldinstitute, nach 6 Monaten zu dem Bekleidungs¬ und nach 9 Monaten zu dem Bestattungsverein beisteuern. (Baba Bathra 8,a,)8). Allein die öffentliche Wohlthätigkeit ist durchaus nicht geeignet, in umfassender, durchgreifender Weise die Norh der Armen zu lindern, und ihre Bedürfnisse selbst die allernöthigsten nach allen Richtungen hin zu befriedigen. Oeffcntliche Institute sind hiezu nicht ausreichend. Ost müssen Nothleidende dort zurückgewiesen werden, weil sie nicht diejenigen Eigenschaften Nachweisen können, von welchen die Unterstützung der Anstalt bedingt ist, oft sind die Mittel derselben unzureichend, oft sind andere Ursachen vorhanden, durch welche der Arme keine Wohlthätigkeit finden kann. Es ist darum nebst der öf fe ntlichen Wohlthätigkeit, von dringendster Nolhwendigkeit auch die Privatwohlthätigkeit zu üben, wenn die so- <N"y ,ri"’p nasr) 'di j^ti n^ru myp :’inan (i .(Ottf ’"12T) .(’"Kn nw) D”jy miep p niyo : rßip (2 moa^ nm ,nwp7 nü6ir ,’inan^ di* d'bPip (s .(M*y ,n Nina Naa) mnp^ nytrn ziale Gegensätze zwischen arm und reich nach Möglichkeit gemildert werden sollen. Eines Tages, so erzählt der Talmud, kam eine Frau zu Benjamin, dem Frommen, welcher Vorsteher einer Wohlthätigkeitsanstalt war, und sprach zu ihm: Rabbi, unterstütze mich in meiner Noch. Hierauf sprach dieser: Ich schwöre Dir, daß die Anftaltskasse leer ist. Die Frau aber entgegnete, wenn dem so ist, so müssen ich und meine sieben Kinder sterben. Da stand der Rabbi auf und unterstützte sie von seinem Gelde (Baba Bachra 11, a)4). Wer nur einem einzigen Nothleidenden hilft und ihn erdält, der hat sich ein Verdienst erworben, wie wenn er eine ganze Welt erhalten würde. (Das.) 5) Wer einem Armen eine Wohlthat erweiset, der macht sich gleichsam zum Gläubiger Gottes. Wenn dieser Ausspruch nicht in der heiligen Schrift stünde, dürfte er gar nicht ausgesprochen werden; es ist so, als wäre Gott dadurch ein untertäniger Schuldner dem menschlichen Gläubiger (Baba Bathra 10 a)6). Selbst durch die k l e i n st e Gabe erwirkt man sich die Gnade Gottes, und er wendet dem Geber huldreichst sein Antlitz zu. (Das.)?). Wer nur einen Pfennig den Armen spendet, der wird mit sechs Segnungen beglückt (das. 9)8). Es heißt, Er bekleidet sich mit Wohlthätigkeit wie mit einem Panzer: wie der Panzer aus vielen Schuppen besteht, so stellt Gott alle kleinen milden Gaben zusammen und macht daraus eine große Rechnung. (Das.)^). Wer nach Wohlthätigkeit strebt, dem gibt auch Gott die Mittel sie auszuüben (das.)10). Wer den Menschen Mitleid und Barmherzigkeit erzeugt, mit dem übt auch Gott Gnade und Erbarmen, wenn er in Bedrängniß 7sr risip ty ruiaa mir p*n«n p*» by v^y rnsw (4 p mos rrron »jtra vjd? hitn nnsa nriN Dyö ,npist moN oib npia bw nsipa tw rniayn rP idn »jdjis ioy crno nun nyattn r\m nn ud:id nnn p dn »ai .(t*"y Nina Man) Piro hdjibi cbiy D”p iS’nd ‘■pNitr’D nrw »sj crpan b (5 •(DIP) N7D noN^ ^ir£N ’n ama Nipo pin 'n mta (6 .(N"y /» otr) mbo tsntP m^> nay ^ia»aa .(Dir) njDir »jö bnpDi nair vyb nons pu din (7 •Cd Dir) maia w: piano »jyb nons pun b (8 nDioso ns’^pi ns Dp 72 intr na : pntra npis vnb (9 .(□dt) biu piriP pd-ids» nonsi ncns >a npis intr^ rwiyi myo p n»»dd rrapn npia ins »pmn ba (10 .(□ir) npia pa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.