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Der Israelit · 1890-12-15 · Heft 98 (15.12.1890) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 98 (15.12.1890)
Date
1890-12-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1767 fluten Inden denjenigen Ländern gebracht, in welchen sie sich niedergelassen haben, und erwähnte unter Anderen Sir Moses Monteftore als ein Muster der echten Nächstenliebe. Seine Rede wurde mit stürmischem Beisall begrüßt. Auch die Rede des Herrn Hugh Price Hughes fand gioßen Beifall, besonders ihres polemischem Tones wegen, denn dieser streitbare Methodistenpfarrer nahm besonders die von Madame Nowikow gegen das Vorgehen des Lord - Mayors gerichteten Gründe auf's Korn. Er erklärte, die auffallende Abwesenheit der Mitglieder der Regierung habe ihren Grund nicht darin, daß sie mit den Zielen der Versammlung nicht sympatisire. sondern entspringe blos Rücksichten auf den diplomatischen Gebrauch. Die Zustände unter den Juden im Südwesten Rußlands seien zehnmal schlimmer als das Elend in Soho oder in Whitechapel, und das Schwitzsystem, die Ausbeutung der Arbeiter im Ostende Londons, müsse direkt auf die Einwanderung der aus Rußland vertriebenen Juden zurückgeführt werden. Durch die zweite Resolution werde ein aus einflußreichen Männern bestehendes ComitL ernannt, welches dem Zaren die Ansichten des.Meetings vorlegen soll. Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 8. Dez. Entgegen der Behauptung unseres Correspondenten theilt die „Zeit d. Judenthums" mit, daß Dr. Levy Jude ist. Die Angelegenheit dieses Herrn hat die Blätter aller Parteien und Richtungen über Gebühr in Athem gehalten und ist — wie dies bei dem Charakter gewisser Blätter nicht anders zu erwarten war — zu allerhand offenen und versteckten Angriffen auf die Juden benutzt worden. Der Umstand, daß drei Berliner Aerzte, für die Behandlung nach der Koch'schen Methode angeblich übertriebene Honorarforderungen verlangt haben, gab den antisemitischen Blättern von der Kölnischen bis zu den kleinsten Zeitungen in ihrem bekannten Gerechtigkeitssinn die Parole, auf den einen der Drei, der Jude ist, weidlich loszuschlagen. Bemerkt sei noch, daß nach den umlaufenden Berichten der Jude die hohen Honorare nur gefordert, die beiden Christen dagegen wirklich empfangen haben sollten. Der Lärm war so groß, daß cs erst eines Auftretens des Kultusministers bedurfte, der die angegriffenen Aerzte öffentlich in Schutz nahm. Ueber Dr. Levy hat außerdem noch der Ehrenrath der Aerzte zu Gericht gesessen und sein Verhalten für „rein und makellos" erklärt. Elberfeld. In einer Zeit, wie der unsrigen, in welcher man der thatkräftigen, für das Judenthum begeisterten Anhänger so sehr bedarf, ist es mehr denn je Pflicht und Aufgabe, unsere besondere Aufmerksamkeit jenen Festen zuzuwenden, die geeignet sind, uns zur Glaubenstreue anzuspornen. Zu diesen Festen gehört auch das Chanuka. Ausgehend von solchen Gedanken, gab der Vorstand der israel. Religionsgesellschaft, Herr I. H. Leven, die Anregung zur Veranstaltung einer Chanuka-Schulfeier, die sich unter der bewährten Leitung des Herrn Lehrer Engelbert vergangenen Sonntag zu einem solch' schönen Feste gestaltete, daß es berechtigt erscheint, derselben öffentlich zu gedenken. Nachmittags 3 Uhr fanden sich die Schüler und Schülerinnen der Elementar- und Religionsschule der israel. Religionsgesellschaft mit ihren Ellern im Hotel Falk ein. Nachdem das Mincha- Gebet gemeinschaftlich verrichtet worden, trug ein Knabe einen zu diesem Feste eigens verfaßten Prolog vor, worauf Herr Lehrer Engelbert das Wort ergriff, um der Bedeutung des Festes zu gedenken. Anknüpfend an die Glaubenstreue der Hasmonäer, führte Redner aus, daß wir uns nicht mit dem Gedächtnisse an jene Zeit 'und dem Anzünden der Lichter allein begnügen dürfen, sondern das Chanuka- Fest als ein Fest betrachten müssen, welches gleichsam als ein Ruf an die Gegenwart herantrttt, von der Vergangenheit zu lernen, sich zu sammeln und zu einigen, zu läutern und zu erheben, um die Kraft, den Muth und die Treue wieder zu gewinnen für die Heiligthümer Israels. In weiteren Ausführungen ging Redner auf die religiöse Erziehung der Jugend ein, darlegend, daß Schule und Haus Hand in Hand gehen müssen, um die Kinder zu treuen Anhängern des Judenthums heranbilden zu können. Mit einem warmen Appell an die Herzen der anwesenden Eltern, die diesbezüglichen Bestrebungen nach Kräften zu unterstützen, schloß Herr E. die mit Beifall aufgenommene Rede mit den schönen Worten Uhlands: „Zn steh'n in frommer Eltern Pflege, Welch reicher Segen für ein Kind; Ihm sind gebahnt die rechten Wege, Die vielen schwer zu sinden sind." Hierauf wurden die Kinder mit Chocolade, Kuchen, Obst rc. tractirt; außerdem erhielt jedes Kind ein geeignetes Geschenk. Zwei Theaterstücke, welche von kleineren und größeren Kindern aufgeführt wurden, trugen zur Unterhaltung und Erheiterung sehr viel bei. Zum Schluß ermahnte Herr Leven die Kinder, fortan recht fleißig zu sein und die guten Lehren der Schule zu beherzigen und zu bethätigen. A. O. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Arad, 4. Dezember. In der letzten Generalversammlung unserer Chewra - Kadischa stellte der Ehrenpräses dieses frommen Vereines, Herr Bern-

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