Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 97 (11.12.1890)
- Date
- 1890-12-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1747 Oberhauses. An dem Professor Dr. Rosenstein, einem der Leibärzte des Königs, hat die Leydcner Universität einen Rector gehabt und an ihrem Rechtslehrer, Herrn Asser, hat das auswärtige Ministerinm einen der berühmtesten Advokaten. Der verstorbene König war ein freigebiger Unterstützer der jüdischen Vereine in den verschiedenen Theilen seines Landes, und als ein wahrer Bewunderer der Künste versah er viele junge Juden mit Reisemitteln, die später, besonders in London, einen ausgezeichneten Ruf als Musiker und Maler erlangt haben. Daß die holländischen Juden treu der Krone und für das ihnen gewährte Recht ihr dankbar sind, hat sich denn auch schon oft gelegentlich patriotischer Feierlichkeiten gezeigt. Diese freundliche Gesinnungen, die den König beliebt gemacht, werden glücklicherweise auch vollständig von der Königin- Regentin-Wittwe getheilt, welcher die holländischen Juden nicht weniger Liebe entgegenbringen. Rußland. Petersburg, 9. Dezember. Die „Rowoje Wremja" veröffentlichte kürzlich einen Artikel, in welchem der Fall des Hauses Bar in g jüdischen Machenschaften und insbesondere den Jntrignen der Rothschilds zugeschrieben wurde. Der Artikel verdächtigte die Letzteren, auf die Schädigung Rußlands hinznarbeiten, weil dasselbe feine Guihaben bei dem Hause Baring niedergelegt hatte. In dem gleichen Artikel war auch eine Erschütterung des Hauses Hope in Folge jüdischer Machenschaften in Aussicht gestellt. Die heutige „Rowoje Wremja" bringt an hervorragender Stelle eine sehr ausführliche Richtigstellung, erklärt alle Erörterungen über das Haus Hope unbegründet und beweist, daß im Gegentheil die Rothschilds Alles gethan hätten, um die Londoner Katastrophe zu verhüten und die Folgen der Insolvenz Bartngs zu lindern. P a l ä ft i n a. Jerusalem. Immer noch nicht ist der so heiß ersehnte Regen eingetroffen. Die Gemeinde- Vorstände Haben deßhalb allgemeine Fasttage angeordnet. Das Project 'der Errichtung einer Wasserleitungen) hiesiger Stadt liegt nunmehr derch.-Pforte zur Genehmigung vor. Man hofft, da der Sultan fürMas Project sehr eingenommen ist, daß dieselbe bald eintreffen ^werde. Amerika. New-Aork, 9. November. Letzten Sonntag fand die Jahresversammlung des Verwaltungsraths des „Montefiore Home für unheilbare Kranke" statt. Präsident Jacob H. Schiff führte den Vorsitz. Seinem Bericht entnehmen wir Folgendes; Das Heim beherbergte zu Beginn des Jahres 108 Kranke; ausgenommen wurden während des Jahres 137 Patienten, entlassen 95; es starben 78. Jetzt befinden sich 154 Kranke unter der Obhut der Gesellschaft. 76 männliche und 78 weibliche. Die Gesellschaft verfügt über ein Baarvermögen von über 60000 Doll., einschließlich des Hallgarten Fonds, der während des Jahres durch zwei großmüthige Schenkungen auf 45.000 Dollar)'angewachsen ist; die eine Schenkung ist von Herrn Charles Hallgarten in Frankfurt a. M., die andere von einem Freunde des verstorbenen Julius Hallgarten gemacht. 35 bedürftige Personen wurden während des Jahres monatlich unterstützt, was eine Ausgabe von 1,709 Doll, bedingte. Die Einnahmen während des Jahres beliefen sich auf über 62,000 D. Die Ausgaben betrugen während desselben Zeitraumes über 72,000 D. Indien. Kalkutta, im November. Unseren Glaubensbrüdern in Afghanistan, die lange vor dem pin ymi n'2 (Zerstörung des ersten Tempels) in dieses Gebirgsland kamen, ist in der neuesten Zeit ein furchtbarer Feind erstanden, der dieselben durchaus nicht mit Stahl und Eisen, sondern mit blankem Golde bekämpfte, in der Hoffnung, daß dieses glitzernde Metall schließlich doch den Sieg über den felsenfesten Glauben Israels davon tragen werde. Die englische Bibelgesellschaft hat nämlich seit Kurzem begonnen, da ihr in Mittelasien, Turkestan, Bokhara k., wo ihr die Russen überall hindernd in den Weg treten, keine Lorbeeren erblühen wollen, ihr Augenmerk auf die Juden Afghanistans zu richten, um diese nun in ihr Garn zu locken und so deren Seelen zu „retten". Zwar wagt es noch immer kein christlicher Sendbote dieser Gesellschaft afghanischen Boden zu betreten, da er befürchten muß, sogleich von der dortigen fanatischen Bevölkerung ermordet zu werden, dafür aber entfaltet dieselbe in derpindisch'-afghanischen Grenzstadt Peschawer eine riesige Thätigkeit und kann man daher diese Stadt füglich als eine Fallgrube für die afghanischen Juden betrachten. Der ganze Verkehr zwischen Indien und Afghanistan geht nämlich über Peschawer, da dort die indische Bahn endet und dafür die Karawanenstraße oder die weltberühmte „Königsstraße" beginnt, die in das Herz von Afghanistan und auch nach Persien führt. Auf dieser Straße kamen auch unsere von dem assyrischen Könige Tiglat-Pilesser aus Palästina verbannten Glaubensbrüder nach Afghanistan und Indien, auf dieser Straße jzog auch Alexander der Große mit seinem Heere nach Indien, und auf dieser Straße wird einst auch, wie die afghanischen Juden noch heute am Sederobend ihren Kindern versichern, der pm bsn (wirkliche Erlöser) unsere im Süden und