Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 96 (8.12.1890)
- Date
- 1890-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1T30 genden Buche mltgetheilte Stelle die hierzu geeignete, da bietet der Sohar doch ganz andere, poetisch tiefe und erhaben ethische Stellen, die wohl Werth wären, von unserer Jugend gekannt zu werden. — Im ganzen und großen sind ja die Musterstücke (Mischna bis auf Moses Mendelssohn) gut gewählt; die Ausstellungen, die wir hinzusügen mußten, möchten wir im Interesse des Buches vorkommenden Falles berücksichtigt sehen und auch noch den Rath hinzufügen, daß die chronologische Folge überall berücksichtigt werden möge, daß also Raschi vor Jehuda Halevi und Jbu Esra seinen Platz einnehme. — Bon dem bereits früher von uns an dieser Stelle angezeigten „Central-Anzeiger für jüdische Literatur", herausg. von Rabb. Dr. M. Brüll, Frankfurt a. M., ist jetzt die zweite Nummer erschienen, die der ersten an Fülle des Gebotenen und an Gediegenheit gleichkommt; sie berichtet über 33 neu erschienene Werke, von denen hervorragende, wie die neue Ausgabe der 'br\, die Werke Np’ny NnDDin, jtot 'p, inyn o^n, D»n j’pD, das Jahrbuch u. s. w. ausführlich und lehrreich besprochen werden. Es ist sehr zu wünschen, daß Freunde der jüd. Literatur dieses neue Unternehmen stützen und fördern. — Wir machen hier noch auf den neuen 1901 Nummern umfassenden Katalog der Buchhandlung von I. Kauffmann, Frankfurt a. M., aufmerksam. Der Katalog ist mit großer Sorgfalt gearbeitet, die Rubriztrung trefflich und um jedem jede mögliche Erleichterung des Nachschlagens zu gewähren, sind die hebräischen Bücher noch besonders alphabetisch nach ihrem hebräischen Titel mit Vermerk der Katalog-Nummer geordnet. Es darf dieser Katalog somit auch, da er wohl die hauptsächlichsten neuen und neuesten Werke der jüd. Literatur enthält, neben dem merkantilen auch ein bibligraphtschwissenschaftliches Jntereffe beanspruchen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin, 1. Dezember. Die Arbeiterschutzkommission des Reichstages begann heute die zweite Lesung der Gewerbeordnungsvorlage; zu derselben hatte die aus den sechs Herren, Gutfleisch, Hartmann, Hitze, Kleist-Retzow, Möller und von Stumm bestehende Sub-Kommission, welche in der vorigen Woche vertrauliche Berathungen zwecks Revision der Beschlüsse der ersten Lesung gehalten hatte, mehrere Anträge etngebracht. Zu Absatz 2 des § 1O5b, Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, beantragen Gutfleisch und Genossen (d. i. die Subkommisston) eine andere Fassung und den Zusatz: „Durch Ortsstatut kann sdie Beschäftigung für alle oder einzelne Zweige des Handelsgewerbcs auf kürzere Zeit eingeschränkt oder ganz untersagt werden." Der Antrag wird mit einigen Aenderungen des Abg. Schmidt angenommen und hiernach der ganze § 105 b. B. Osnabrück Seit meinem letzten Berichte hat sich hier und in der Provinz Hannover gar Vieles ereignet, doch habe ich absichtlich gewartet, bis ich etwas Angenehmes zu berichten im Stande war. Das Unangenehme — das man ja immer noch früh genug erfährt — war für unsere Glaubensgenossen das Auftreten des Herrn L. v. S o n n e nb er g, der seit einigen Wochen der Provinz Hannover Besuche abstattet und in abgeschmackter Weise über das, was andern Menschen heilig ist, Possen reißt, die im Lager der Antisemiten mit wahrer Gier gehört und belacht werden. Die htes. natioualliberale Presse, welche kürzlich auch einmal in antisemitisches Fahrwasser gerathen war, hatte an die Auslassung des Großherzogs von Hessen die Bemerkung geknüpft, daß der „sittlich höher stehende Israelit" mit jedem nichtsnutzigen! Glaubensgenossen gemeinsame Sache mache. Nachdem unsere Glaubensgenossen ihre Inserate und Abonnements gekündigt und ihr in sachlicher Erwiderung gehörig gedient war, hat sich die Zeitung allmählich herbeigelassen, sich zu entschuldigen und dadurch eine allem Anscheine nach dauernde Aussöhnung bewirkt. Im Stillen wird natürlich gegen uns weiter gewühlt und durch Flugblätter und Beschimpfungen in öffentlichen Lokalen dem gatten antisemitischen Herzen Luft gemacht. Ach! wie lange wird's noch dauernd — Angenehmer berührt uns eine Nachricht aus Hildesheim. Herr Stadtsyndikus G ö t t i n g soll, wie das B. T. berichtet, folgendes Schreiben an eine dortige Zeitung gerichtet haben: „Verfasser dieses lebt seit 72 Jahren in Hildesheim und hat also während mindestens einem halben Jahrhundert vollauf Gelegenheit gehabt, das hiesige Leben und die Personen kennen zu lernen und selbst zu beobachten. In dieser ganzen langen Zeit hat aber auch nicht ein Abschnitt gelegen, wo sich die leiseste Mißstimmung der Bewohnerschaft gegen ihre jüdischen Mitbewohner gezeigt hätte und dazu auch nie Veranlassung Vorgelegen." Dyj-'iBN trzn-nui Honigseim sind solche Worte! Kroirach. (Oberfranken.) v?dd t"d. Trauernd folgten wir heute dem Sarge eines Biederweibes, das alle Vorzüge in sich vereinte, die ein jüdisches Weib schmücken sollen. Frau Charlotte Strauß, die fei. Gattin des sie überlebenden und ihr ebenbürtigen Gatten Herrn I s a c S t r a u ß von hier,