Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 92 (24.11.1890)
- Date
- 1890-11-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1653 der auf seine nran trotzt, der Erfolg lächelt, und der Fromme, dem die runn erblüht ist, schwer seinen Lebensweg wandelt, so bedenke: D'pnttn lypa: niainn inyna p idjh' (V. 20). Unser ist die 7>van und die ruian aber Gottes ist njn, das Allwissen. Unergründlich, unerforschlich sind uns Gottes Pläne und Ziele, er läßt den yttn, den Sünder, gedeihen, er gibt ihm Gelegenheit zur Umkehr, aber plötzlich: mninn wyna iypaj; wenn nach seiner Allweisheit der Zeitpunkt erschienen ist, so kommt die Strafe mit furchtbarer Allgewalt, „die Abgründe werden gespalten" (0gl. für diesen Ausdruck schwerer Strafe Genes. 7, 11). Aber ebenso ungeahnt erscheint für den gebeugten Frommen der herrlichste Lohn: ba ieyT o’prw (vgl. zu diesem Spruch des Segens Deuteron. 33, 28). miana d'op pa pt* id’ nnana 'n d'idix nnw Die Gefilde sprechen: Gott hat auf die naan die Erde gegründet, er richtet den Himmel ans der Einsicht. Das Gefilde mahnt uns mit dem tiefsinnigen Spruch Salomos: erfüllt von nnsi idh, von Liebe und Wahrheit, rastlos zu wirken, zu schaffen und zu forschen in der Welt, mit unserer noari unserer Aufgabe auf der Erde gerecht zu werden. Die herrlichste Blüthe aber unserer naan sei die .■uian, die tiefe Einsicht, daß Gott der Lenker der Welt und der Geschicke aller Menschen, daß wir treu befolgen sollen seine Gebote. Dann wird sich zum Heile erfüllen: ba *syT a'prns' myna. „Der Himmel wird zu allem unseren Thun seinen Segen spenden" px. Zur Lage der Juden in Mußsand. Bereits vorige Woche haben wir ein vom „Temps" mitgetheiltes russisch-amtliches Aktenstück erwähnt, welches s. Z. der sogenannten Juden-Kommission zugegangen ist. Wir entnehmen demselben noch die folgenden interessanten Ziffern: Der so oft in Rußland gegen die Juden erhobene Vorwurf, daß sie das Handwerk nicht lieben, wird dadurch entkräftet, daß in 15 Gouvernements mit einer Bevölkerung von 23,716,128 Einwohnern, darunter 2,404,256 Juden (also 10 pCt.) nicht weniger als 293,507 Juden (also 12 pEt.) sich dem Handwerk widmen, d. h. mehr Juden als Christen. Von den 218,257 Einwohnern Odessas sind 69,000 (31,«. pCt.) Juden und diese allein sind bei 50 PCt. aller Industrien der Stadt thätig. Man macht den Juden ferner den Vorwurf, sich der Militärpflicht zu entziehen. Das amtliche Aktenstück zeigt nun, daß sich verhältnißmäßig weniger Juden stellen, weil man von denselben verhältnißmäßig mehr als von Nichtjuden zur Fahne beruft. Zwischen den Jahren 1875—86 wurden durchschnittlich 740,104 Mann einberufen, darunter 37,233 Inden, d. h. es sind von den Behörden 9568 Juden mehr einberufen worden, als nach dem Verhältnis; der Bevölkerungs- Ziffern der Fall sein sollte, nämlich 134 Juden auf 100 Nichtjuden. Wirklich eingestellt wurden 101 Juden auf 100 Nichtjnden. „Mit anderen Worten", bemerkt hierzu der„Temps-Korrcspondent", „die Zahl der Juden, welche Militärdienst in Rußland leisten, ist verhältnißmäßig gleich derjenigen der Nichtjuden, was um so verdienstlicher ist, als das Land, welches sie zu verthcidigen berufen sind, ihnen nur beschränkte Rechte gewährt." Die stärkere Heranziehung der Juden zum Militärdienst erklärt der amtliche Bericht folgendermaßen: „Man führt jährlich auf den Conscriptionslisten eine bedeutende Anzahl Juden- Namen, welche eigentlich gestrichen werden müßten. Das kommt daher, weil es den Juden fast unmöglich ist, sich offizielle Dokumente über die Todesfälle in ihren Familien zu verschaffen." In Rußland gibt es bekanntlich noch keine Civilstandsregister. Ein anderer amtlicher Bericht, welcher die Censurerlaubniß zum Druck am 27. April 1887 erhalten hat, führt aus, wie sehr Rußland durch eine gerechte Lösung der Jndenfrage und Abänderung der Gesetze von 1882 gewinnen würde. Im Jahre 1820 waren unter 7,114,331 Städtebewohnern 2,700,000 Juden, also 37,pCt. Diese Ziffern haben sich seitdem vermehrt, aber das Verhältniß ist dasselbe geblieben. Daß selbst die Moskauer Kaufleute durch die unsinnigen Gesetze, welche die Juden auf bestimmte Gouvernements beschränken, geschäftlich schwer geschädigt werden, haben wir bereits früher erwähnt. — Wie man dem „Standard" mittheilt, haben einige „leitende Juden des westlichen Europa", um zuverlässige Kenutniß über die Lage ihrer unglücklichen Glaubensgenossen in Rußland zu erhalten, jüngst einen zuverlässigen Mann nach den westlichen Provinzen Rußlands gesandt. Dieser habe nun in allen von ihm besuchten Städten dasselbe Elend und dieselbe Armuth, hervorgerufen durch die Zwangsgesctze, gefunden. Die strenge Ausführung der Maigesetze habe das Elend in unglaublicher Weise vermehrt, denn aus den Dörfern sind die Juden vertrieben worden und dieselben haben in den von Juden überfüllten Quartieren der Städte Wohnung nehmen müssen. Viele, die Zeit ihres Lebens in den Dörfern gelebt haben, sind in der rohesten Weise aus denselben ausgewiesen worden. Seit 1858 durften jüdische Handwerker in allen Theilen Rußlands wohnen. Nun werden dieselben einem Examen unterworfen, um ihnen den Charakter eines Handwerkers zu nehmen und sie in den Juden-Rayon verweisen zu können. Dabei werden die ärgsten Chikanen angewandt. So besuchen die Inspektoren die Werkstätten am Sabbat, finden dieselben geschlossen, erklären die Inhaber für Betrüger und die Folge