Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 92 (24.11.1890)
- Date
- 1890-11-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448111--31092-2478876- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Es ist ein runder, gelöcherter Gegenstand. Wahr! sagte der Vater, daran erkenne ich Deine nvan, Dein Erfahrungswissen auf diesem Gebiet. Aber sage mir auch, was ist es für ein Gegenstand? Der Sohn dachte kurz nach, dann sprach er: Rund und gelöchert — das ist gewiß ein Mühlstein. Darauf erwiederte der Vater: Ja, ncan, beschränktes Ersahrungswissen, wie schon gesagt, besitzest Du, aber keine rwan, keine höhere, umfassende Einsicht, die mit der n»an zu walten weiß. Kann denn meine Hand einen Mühlstein bergen? Glücklich, spricht darum Salomo, ist der Mensch, der nvan gefunden ans Grund der Einheit von ncxi “:Dn, von Herzensneigung und Pflichttreue, und der alsdann aus der Fülle der noan deren tiefsten und köstlichsten Gehalt, die rman, zu schöpfen weiß. Glücklich! — denn es gibt kein irdisch Gut, so unschätzbar wie morn niaan, so segensreich wie nj’onniöan (V. 14—18). — Und jetzt erfaßt der erleuchtete König mit der mächtigen Kraft seiner tiefeindringenden Weisheit die unermeßliche und nicht zu ahnende Bedeutung der ruiam noan und hebt sie heraus aus der beschränkten Sphäre des Einzelwesens und gibt ihr ihre Stelle in der Weltharmonie: nnDnn 'n ruiaro o'o» pia px in* (V. 19) und läßt uns damit erkennen, wo die niaan ihre Grenzen habe und was den hehren Inhalt der runn ausmache. Die Gefilde sprechen: pa px nv' nvana 'n ruiana mc»*). „(3ott fyat auf die noan den Erdboden gegründet, er richtet den Himmel auf der Einsicht". Der Uranfang und die immerdar nothwcndige Grundlage aller Cnltur und Civilisation ist der Ackerbau, und indem Salomo diese fundamentale göttliche Einrichtung betrachtet, will er uns zur Anschauung bringen, was Herrliches er über die Beziehung der nnam ncan zum Weltall lehren will. px -iL' -nana 'n: Gott hat auf dienvan den Erdboden gegründet. Die Erde, D’pbx xaa atrx, die Gott geschaffen, war da n*tr>6, zur weiteren Entwickelung, sie sollte nach Gottes Wunsch und Willen bearbeitet uild angebaut werden. Dem Menschen ist diese Aufgabe' von Gott zngewiesen worden, wie es heißt **) mstpi may^ py pa (Genes. II, 15). Adam nahm nichts zu sich, bis er nicht eine Arbeit gethan hatte (Aboth di R. Nathan, 11). Um aber dieser Pflicht Nachkommen *) Die im Folgenden geltend gemachte Auffassung der Verse 10 und 20 beruht auf der Betrachtung ihrer eigenthümlichcn grammatischen C5onftruction: HD* ist Vergangenheit, während pia die Gegenwart bezeichnet, runn und noah stehen ohne Suffix, dagegen my"Q mit Suffix. **) mayb zu bearbeiten, denn so heißt es.- □’C iiVW “Jiayn. Sechs läge sollst Du arbeiten naOLpi-nnd ZU huren nach der Vorschrift: nai^H qv nx TiJattf Hüte den Sabbat ihn zu heiligen. i zu können, hatte Adam von Gott alle dazu nothwendigen Fähigkeiten erhalten (Bereschith R. Par. 24), auch die naL, das erste Werkzeug, fand er vor, um damit alle anderen zu verfertigen. Und der Mensch arbeitete, und seine Anlagen förderten ihn zu Erfahrungen, und diese kräftigten wieder die Anlagen und er schaffte und forschte emsig, und entwickelte so, mit der Summe alles dieses, mit seiner niaan, die ihm anvertraute Erde zu hoher Blüthe. — px io* rraana 'n! Gott hat, hat ein für allemal bei der Schöpfung die Erde, ihre Entwickelung gegründet auf die noan, die Fähigkeiten und das Wissen des Menschen. nrana o’qe» pia: Er richtet den Himmel auf der rtj*ar!, der Einsicht. Wie verführerisch nahe liegt nun dem Menschen, dein Gott solche Aufgabe gestellt, und der sie so trefflich gelöst, ein unbändiges Stolzgefühl auf seine noan, wie leicht möchte er sprechen n;n b’nn nx P ntyy ’t oyyi to, diese ganze Pracht und Herrlichkeit, ich verdanke sie mir. Aber gerade dem Ackerbantreibenden wird wie so bald keinem anderen es täglich und stündlich nahegelegt. wie sehr er des himmlischen Segens, des Regens und der Sonne zu ihrer Zeit bedarf, damit seiner Hände und seines Sinnens mühselig Werk erfreulich gedeihe. Ohnmächtig steht die Kraft seines Körpers und seines Geistes dielen nothwendigfteu Bedingungen für den ersehnten Erfolg seiner rastlosen Arbeit gegenüber: Die Wind- und Regenschlüssel, sagen unsere Weisen bedeutungsvoll (Taanith 2), hat Gott den Menschenhänden nicht überliefert. Und darum eben muß ja gerade dem Ackerbautreibenden aus seiner Beschäftigung, aus seiner nvan die Grenze dieser noan zur Erkenntnis; gelangen, muß ihm aus seiner noan der Inhalt der ruan erblühen, die tiefe und herrliche Einsicht, daß über allem und als Grundlage für alles Gott wirkt und waltet. njiana pia „Gott richtet immerfort den Himmel auf der Einsicht." Nicht ein für allenial hat Gott bei der Schöpfung den Himmel so gerichtet, daß jährlich und täglich zu genau bestimmter Frist Sonne und Regen, Wolken und Wind ihrer Aufgabe obliegen. Nein, je nachdem der Mensch die wahre Einsicht von Gottes Wirken, die n^an erlangt hat, oder aber iu thörichtem Hochmuth auf seine begrenzte noan pocht — wird bestimmt und beschlossen, ob nx 'n nns> ■tnya -pnx -ibö nr6 D'ctpn nx aitsn nsix, Gott seinen reichen Segen niederftrömen läßt, oder ob b'ni i'nnn at^x pxm ntynj ■jtwn by ntyx -pöty vm der Himmel wie Kupfer, die Erde wie Eisen sein wird, nnana d’dp po: von der runn des Menschen hängt es ab, wie Gott den Himmel richtet. Ilnd wenn Du, mein Sohn, nun auch wahrnehmen wirst, fährt der weise König fort, daß dem Gottlosen,