Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 91 (20.11.1890)
- Date
- 1890-11-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1648 lich nicht zu lieben) allerdings nach der Meinung eines Tanaiten geboten sei, während andere Tanaiten auch den politisch-religiösen Feind in das Gebot der Nächstenliebe miteingeschlossen erachteten, denen sich nun der Evangelist in seiner Antwort angeschlossen habe. Dies ist der langen Rede kurzer Sinn. Aus den einleitend angedeuteten Gründen können wir die angeblich „strittige" Frage, die für uns nie exiftirt, füglich unerörtert lassen; ebensowenig werden wir uns mit dem Evangelisten hier befassen. Dagegen fühlen wir uns anfgefordert, dieMischna- und Talmudstellen, wie solche vom Verfasser als Belege für seine Behauptungen angeführt und aufgefaßt werden, kritisch zu prüfen. Nicht als ob wir diese Arbeit des Herrn Dr. Güdemann einer wissenschaftlichen Recension zulässig erachteten. Wir sagen es vielmehr unumwunden, wir nahmen Anfangs den Artikel für ein Produkt der Homiletik, immer im Stile seiner öffentlich gesprochenen Exhorten, mit pikanten Anekdoten^) gewürzt, mit scharfkantiger Redewendung^), mit erheiterendem Wortspiele/) immer packend und geiselnd, zumeist schneidig und persönlich zugespitzt. Kurz, wir hielten den Artikel für eine gelegentliche „Drascha", bei der bekanntlich bezüglich der Anwendung von Bibel- und Midraschstellen Sprachgebrauch, Grammatik und natürlicher Sinn feiern, die daher eine wissenschaftliche Kritik nicht verträgt, nicht vertragen muß: imnn by pzrtt'D ptt. Wir waren zu dieser Annahme umso berechtigter, als wir wahrnahmen, daß der Gedankengang dieses Aufsatzes nebst den Citaten ans den beiden Talmuden — sammt und sonders — einem Commentare homiletischen Stils, dem bekannten Buche np' ^d6) (III. B. M. 19, 18) entnommen ist, welches den am Anfänge des 17. Jahrhunderts zu Prag als Darschan gefeierten N. Salomon Ephraim s. Ä. zum Verfasser hat und wegen seines geistreichen Inhaltes bei der Groß-Ausgabe der Bibel (m*opD 3) Vide: Anekdote „von polnischen Juden". 4) Vide: „aus der Pistole geschossen worden". 5) Vide: „vernagelte Kanone . . . Kanon". 6) Wortlaut: Sr-U ^2 n* /litt pjnS TQ.ittl ’JD pjn . . . “u tonna nttfyn r-ow «roDcn . . mira *t»V— r6o rn*n naiw 8nno rrn np . . . nppn ab pnanb msan 72 b "rajm srp2 nPn ,t:'aa nriN 7an by noy Nim# bi PPün intt Pto b Tictrttf . . . in« nc’ by rnmn ru piii r>Ntt by |VDj?m pipan tt2 /nntti . . . nnnn 71L122 nnann nntt’y ’P in na«; pi . . . ni’ . . . int . . ll n/iH, Edit. Warschau, unter den 32 Commentatoren abgedruckt erschien. Indessen wird man bald finden, Dr. Güdemann vindicirt seiner sothanen Darstellung „historische Wahrheit", gibt sie für exegetische Forschung aus, welche mithin eine objecttve Kritik umso gewisser erheischt, als es sich im Unterlassungsfalls um den guten jüdischen Rur handelt. Es könnte nämlich ein gelehrter, antisemitisch gesinnter Semitist — und es gibt leider solche — demnächst vermöge dieser Arbeit über alle Juden den Stab brechen, über alle jüdischen Schriftsteller das Anathema dahin aussprechen: Die Juden beachten bei ihrem Zuwerkegehen weder Grammatik noch Sprachgebrauch „und bilden sich ein, sie könnten was lehren, die Menschen zu bessern und zu bekehren." In der That enthält der Aufsatz gar primitive Jrrthümer, welche sonst selbst einem nur halbwegs geübten Talmudisten nimmer passiren könnten: 1. Herr Dr. Güdemann citirt eine Stelle ans Aboth des Rabbi Nathan (C. 16 Ende) folgendermaßen: „Man soll nicht das Absehen haben, zu sagen: liebe den Weisen und hasse die Schüler, oder: liebe die Schüler und hasse die Ungebildeten, sondern liebe Alle, und hasse die Sektirer [?,D\ran-- Götzendiener. Aboda^sara 26 b], die Abtrünnigen (?) und Angeber, wie auch David (Ps. 139, 21 f) sagt: „Ja, die Dich, Ewiger, hassen, hasse ich, und deine Feinde verabscheue ich; mit dem äußersten Hasse hasse ich sie, zu Feinden sind sie mir." In diesem Sinne heißt es (3. B. M. 19, 18): „Du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst, ich der Ewige." Das will sagen, ich habe ihn erschaffen, und wenn er die Sache Deines Volkes führt, sollst Du ihn lieben. Rabbi Simon b. Elasar sagt: Mit einem großen Schwure ist dieses Wort verkündigt worden : „Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst sich der Ewigej." Ich, der Ewige habe ihn erschaffen. Wenn Du ihn liebst, halte ich Wort (?), Dir guten Lohn zu zahlen, wenn nicht, werde ich ein strafender Richter sein?)." Man sieht, Herr Dr. Güdemann las: bisch’bua schel g’dola (h/ti) , hielt das Wort 7) Der hebräische Text: Ntt 2intt "121? D“N ]"Q' ttd^„ HM NUBn D’TD^nn litt 21HN »D’TD^nn PN* NJBn E'SDnn □’j’oni □,D7ips>«n nx [cpo Ptt mnN sbx] ,pNn »ay -poDipnoai /n nax nn pi nniDon pi pnia: na'tt ttn ,b vn EDttM nsotp nPnrpaiy.pnx nitny ütti vriion lax i nya na] \n att pan -pn1? ronw »an .nmx nav w w? qni nnw nn.v -py ranxi Ti: nnn new pppn nrcpa nai«* npP«; p -p nPüP jcw att nn*x nntt Ltt rnttnn 'n'ütt pan nynb .(v'dO:"nntt) ."yn? pi ax nP cni mu nnr