Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 90 (17.11.1890)
- Date
- 1890-11-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1624 bat sich des Todes schuldig gemacht (Aboth di R. Nathan ll)6), weil die Arbeit für eine höhere sittliche Pflicht als die höchste religiöse Pflicht anzusehen ist, sie steht höher als die Gottesfurcht. (Berachot) 8, a)7). Wie es im Talmud die erste Pflicht ist für die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes zu sorgen, ebenso ist es eines Vaters vornehmste Aufgabe seinen Sohn ein Handwerk lernen zu lassen (Kiduschin 30, b.)8) unterläßt dies der Vater, so wird es ihm so angerechnct, als hätte er sein Kind zum Räuber erzogen (das.)^). Denn der Müssiggang führt zum Verderben, und wenn jemand ein Gelübde thut, daß sein Weib keine Arbeit verrichten darf, muß er sie sofort mit einem Scheidebrief entlassen, weil der Müssigang zum Wahnsinn führt. Ketubot 59, b) '0). Da nun die Arbeit von so hohem Werthe für die Erziehung und Gesittung des Menschen ist, so ist es auch ganz natürlich, daß dieselbe von vielen Lehrern des Talmud mit edlem Stolze geübt und von denselben ihren Schülern warm ans Herz gelegt wurde: Rabbi Akiba war ein Holzhauer, Rabbi Elieser ein Ackersmann (Abot di R. Nathan 6) H). Rabbi Jochanan ein Schuhmacher und Rabbi Jizschak ein Schmied, welche beide letztern im Talmud sehr oft nach ihrem Handwerk benannt werden. Es ist nicht genug, daß die Arbeit aus Pflicht geübt werde, es wird auch geboten sie zu lieben (Pirke Aboth 1) 12), weil sie nicht nur nützlich allein ist, sondern weil sie auch die Sitten veredelt. Man braucht daher nach dem Talmud nicht gerade schwere Arbeiten zu verrichten, es wird blos Thätigkeit und Beschäftigung verlangt, auch wenn diese eine leichte ist, und es genügt, wenn nur der Müssiggang und die Trägheit dadurch weggcbannt werden. So empfiehlt der Talmud, daß es zweckmäßiger ist, seinen Sohn ein leichtes, sauberes Handwerk erlernen zu lassen. (Berachoth 63, a) 13). Um geschickter und leichter ein Handwerk zu betrei- .(deO o’öeP nrvo 3*>nro hdn^o nanj? gin mny (6 .(N"y ,'n *p 'o-a) '»dp «ms inv dd yu’ö rumn bu (7 pjsrr’p) ftjöw p n&t* w&nb m deo (8 •G"y b an deO n'vv'b iudin nob uw b (9 .(N"y ,D"3 p n>£33DE' roiro jnn nwy?D mtw nN -iHcn (10 .(3"y ,D"J p rOTO) py-W HP HNDO man O'Lp bw rppn ta»py h t<PD n*n an ov bs (11 my’b V3M D ">DN 'Dl HD DEpHD H’sm ,DJ"lSnD1 "D1D -O p->s;ru '~n na») tsmnntp ny DyD nnn ’n Dupnn p .('n piß nnw ’p~ß) rDNbn n« 3inw (12 ni3i3) n^pi n”pj n:oiN ud ns din nbyb (io •(n"v ,ro p ben, soll man bei dem erlernten Handwerk bleiben, nicht von dem Einen zum andern greifen und das Handwerk seiner Ahnen fortführen (Erechin 16 b)T4). Der Deutsche sagt, das Handwerk hat einen goldenen Boden, der Talmudist sagt, es gibt kein Handwerk, das jemals seinen Werth verliert (Kiduschin 82 a)15). Von Adam heißt es, er dürfe nichts eher genießen, bevor er nicht eine Arbeit verrichtet hatte; denn zuerst heißt es: „Gott setzte ihn in den Edengarten um ihn zu bearbeiten", und hernach erst heißt es, „von allen Bäumen des Gartens darfst Du essen" (Abot di R. Nathan 11)*°). Auch Gott ließ seine Herrlichkeit nicht eher in der Mitte Israels thronen, bis es nicht eine Arbeit vollbracht hatte; oenn es heiß „sie sollen mir ein Heiligthum machen", und hernach erst: „und ich will in ihrer Mitte wohnen" (das.) 17). Gut ist es, die Gotteslehre mit einem Gewerbe vereint zu üben (Pirke Abot 2)ls). Ais Gott zu Adam sprach, Dornen und Disteln sollen Dir wachsen, da entfielen Thronen seinen Augen und er frug wehmuthsvoll: Sollen ich und ein Esel aus einer Krippe essen? als ihm aber Gott antwortete: „Im Schweiße Deines Angesichtes sollst Du Brod essen", da beruhigte sich sein Gemüth. (Peßachim 118 a) l9) (Fortsetzung folgt.) Zeitungsuachrichten rrnd Correfpondenzerr. Deutschland. Oberingelheim, 13. Nov. Herr Joseph 5k l i n g e n st e i n , Cantor der hiesigen Israel. Gemeinde und Lehrer an der hies. Communalschule, ist heute Plötzlich verschieden. Derselbe gab in den 60er Jahrert eine Zeitung für jüdische Lehrer heraus. Er huldigte der Reform. Friedberg (Hessen), 6. Nov. Die hiesige Israelitische Gemeinde wurde nach einer dem Vorstände zugekommenen Mittherlung des Amtsgerichts von dem jüngst in Nauheim verstorbenen, von Fried- .(3"y ,t"b pny) vnDN njisiNöi mjoixo d-in mty’ ab (14 .(N“y ,3"D l’Erpp) D^yn (15 □yü N1? JlK'pn DIN "ON “iTyb P pyDff H (16 mDBW .TpyP py pa in™ mnw nuxba n^yp ny mb p: Pi mato b«n bx pn py bo mm my truDE' müTi frP n'ppn rp-r idin pyöti' H (17 ’nDEn "nm EHpo »b wyi -idnje' wyw ny brncr .(de') DDina .('3 P"IB ,HDN ’P"1S) pN "TI Dy min 31D (18 b n?Dsn tttp pp din^ n'ppn nipNE' nyEO (19 "nw ddm3 ^3nj mism ’jm y«E>3"» lusb “)dn myon iu’y »pi D’noD) inyn rmpru bxn *jbn ny*T3 P iDNty pp .(N"y ,n*’p