Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 90 (17.11.1890)
- Date
- 1890-11-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1620 | liche, 11 communale, 32 röm.-katholische, ^griechischkatholische, IO griechisch-orientalische, 14 reformirte, 8 lutherische, 3,38 Procent israelitische. Zugenommen haben mit Ausnahme der reformirten sämmtliche Kategorien. Von den Bürgerschulen waren 43 staatliche, 53 communale mit staatlicher Unterstützung, 19 ausschließlich communale, 9 r. k., 1 g. k., 3 g. o., 5 luth., 6 israelitische, 19 Privatanstalten. Preßburg, 29. October. Der vor 2 Jahren hier verstorbene Buchdruckereibesitzer A l o i s S ch r e iber (Katholik) hat in seinem Testament bestimmt, daß ein Zwanzigstel seines Vermögens an die verschiedenen Armenfonde und Humanitätsanstalten Preßburgs, und zwar in unparteiischer und gerechter Weise an die Wohlthätigkeitsvereine aller 3 Confessionen, unter Vorsitz des Bürgermeisters vertheilt werden soll durch eine Commission, in welche die städt. Repräsentanz je ein Mitglied aus jeder Confession zu wählen hat. Das Zwanzigstel belief sich auf 4177 Gulden und konnte erst in jüngster Zeit vertheilt werden. DerHonved-Oberlieutenant Adolf Deutsch wurde zum Hauptmann ernannt. Herr D. ist ein, ob seiner Religiösität geachtetes Mitglied der hiesigen orthodoxen Gemeinde. Die Einschreibungen an der hiesigen Rabbinats- Hochschule wurden dieser Tage beendet. Die Frequenz ist gestiegen; die Anstalt zählt nahezu 400 Talmudjünger. Die Zahl der Schüler an der Handels- und Bürgerschule der orth. Gemeinde wie die an der Talmudschule des nmcr'-Vereins ist gleichfalls bedeutend gestiegen, an letzterer Schule derart, daß der Verein genöthigt war einen fünften Lehrer anzustellen. —8. Budapest, 9. November. Welch' interessante Momente im Leben der ungarischen Judenheit sich abspielen, beweist zur Genüge folgender Preßprozeß, welchen die budapester Tagesblätter veröffentlichen: Der Szolnoker Archivar Josef Herendt erstattete gegen den Beamten der österreichisch-ungarischen Staatsbahn Wilhelm Boros, weil dieser ihn in einem Zeitungsartikel einen Menschen mit bemakeltem Vorleben genannt hatte, die Preßklage. In der heute stattgehabten Schwurgerichtsverhandlung bemerkte der Verteidiger des Angeklagten, Polonyi, daß der Privatkläger von der Karezager Gemeinde davongejagt worden sei, weil er, trotzdem er als isr. Religionslehrer angestellt gewesen, eine antisemitische Bewegung hervorgerufen, worauf der Vertreter des Letzteren, Bela Komjathy, erwiderte, Herendt sei nur aus dem Grunde in Karczag entlassen worden, weil er Hasensieisch gegessen und die jüdischen Feiertage nicht gehalten habe. Polonyi meint, wenn Jemand das Brod einer orthodoxen jüdischen Gemeinde esse, so müsse er sich auch nach deren Vorschriften halten und nicht überall verkünden, wie dies Herendi gethan, er sei Antisemit. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten mit 10 gegen 2 Stimmen schuldig und - der Gerichtshof verurteilte ihn zu 50 fl. und 20 fl. Nebenstrafe. Da ein derartiger Vorfall der Würde einer Gemeinde nicht entspricht, wäre es opportun, wenn die israelitischen Gemeinden bei der Wahl ihrer Religionslehrer behutsamer Vorgehen möchten. Wie verlautet, sind für das laufende Wintersemester der Preßburger raw» 300 omna konskribirt. Die Verpflegung resp. Verköstigung der zumeist aus Armen, Hilfsbedürftigen bestehenden nnim versieht mit aufopfernder Hingebung der langjährige Leiter der r&'&' Herr Leopold Groß. Heinrich Löffler. Italien. Turin. Nächster Tage wird hier eine italienische Architekturausstellung eröffnet und wird zur Eröffnungsfeier auch Ministerpräsident Crispi erwartet. Unter den verschiedenen Bauplänen, die in der Ausstellung zu sehen sein werden, befindet sich auch der Plan des in Rom neuzuerbauenden jüdischen Tempels. Palästina. Jerusalem, 7. Nov. Eine kaiserliche Jrade ernennt den Gouverneur von Tripolis (Syrien), Ibrahim Pascha, zum Gouverneur unserer Stadt. Ibrahim Pascha ist ein tüchtiger Administrator und auch als Jndenfreund bekannt. (Wir beeilen uns dem neuen Statthalter des heiligen Landes zu seiner Beförderung unsere aufrichtigsten Glückwünsche darzubringen und hoffen wir, daß er unseren unter seiner Obhut stehenden Glaubensbrüdern ein aufrichtiger treuer Freund und Rathgeber sein wird. Die Red. des „Israelit".) - vermischtes. Hamburg, 11. November. Der Präses der Verwaltung des deutsch-israelitischen Waisenhauses, Herr Moritz Marburg feierte vorigen Sonntag das 25jährige Jubiläum des Eintritts in die Verwaltung desselben. Zu diesem Zwecke waren an diesem Tage 5 Direktoren und 8 Deputirte im Institut versammelt. Der Stuhl des Präses mar mit Blumen und Guirlanden bekränzt, die die Inschrift 1865—1890 trug. Einer der Directoren Herr Julius Kronheimer, hielt eine schwungvolle Ansprache an den Jubilar, in welcher er dessen Verdienste pries und gleichzeitig eine Widmung der Verwaltung überreichte, bestehend aus einem reichverzierten Tintenfaß mit Glocke, welches zur Erinnerung an die Feier eine bleibende Stätte im Directionszimmer des Instituts finden wird; hernach fand ein Frühstück statt, bei dem verschiedene Toaste ausgebracht wurden. An der Feier nahm auch die Ehrendame dieses Instituts, Frau Matchen Goldschmidt, geb. Marburg, Theil. f.