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Der Israelit · 1890-11-10 · Heft 88 (120.11.1890) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 88 (120.11.1890)
Date
1890-11-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1586 hat sich sein guter Ruf verbreitet. Zu der am Donnerstag Nachmittag erfolgten m^, an welcher auch viele nichtjüdische Bürger Theil nahmen und welche eine der größten war, die je in unserer rfcvip stattgefunden, hatten sich denn auch viele auswärtige Freunde und Bekannte eingefunden. Am Grabe gab der hiesige Lehrer und Cantor, Herr M. Prechner, den Gefühlen der Drauerversarnmlung in gediegenen Worten würdigen Ausdruck. Redner kennzeichnete an der Hand passender Schriftstellen die Frömmigkeit und große Rechtlichkeit des Verstorbenen und sprach den Dank der Gemeinde aus für die ihr als Vorstandsmitglied geleisteten werthvollen Dienste. Hrch. Hl. Hannover, im November. Der seit zehn Jahren hier bestehende „Verein zur Unterstützung israelitischer Armen und Beseitigung der Hausbettelei" versendet soeben seinen Rechenschaftsbericht über das Rechnungsjahr 1. April 1889/90. Die von mancher Seite bei Gründung dieses Vereins erhobenen Bedenken, daß die Concentrirnng der Ausübung der Prkvat-Wohlthätigkeit unter Aufhebung des persönlich in jedem Hause gepflegten Almosengebens die Beschränkung der Wohlthätiakeits- Bethätigung zur Folge haben könnte, haben sich leider im hohen Grade bewahrheitet Es wurde schon damals darauf hingewiesen, daß im Laufe der Jahre mit dem gänzlichen oder doch sehr eingeschränkten unmittelbaren Spenden an den Armen selbst, die Kenntniß der Roth und des Elends in manchen Kreisen schwinden möchte und damit auch das Mitgefühl mit der Armurh. Das Kind, das von früher Jugend an gewöhnt ist, dem Armen das Almosen der Eltern zu reichen, oder zu sehen, wie diese der Bitte des Bedürftigen nach Kräften zu entsprechen bereit sind, wird mit der Sorge des bedürftigen Nebenmenschen vertraut und lernt die Kunst des Almosenspendeus, die ihm zur zweiten Natur wird. Wenn aber das Kind hört, wie der Vater oder die Mutter für die Bitte des Armen nur einen Hinweis an den Armenverein hat, oder das niemals die Bitte der Armuth vernommen, weiß von der Noth nichts, und sein Herz bleibt unberührt von ihrer Klage. Der für den Armenverein geleistete Beitrag wird auch leicht als eine lästige Steuer empfunden, und da man sich von dieser freiwilligen Steuer ganz oder theilweise befreien kann, so ist man nur allzu geneigt, sich davon ganz oder theilweise zu dispensiren, wenn der vertheuerten Lebensbedarf oder der verminderte Verdienst eine Beschränkung der Ausgaben nahe legen möchten. Die zehnjährige Geschichte des hiesigen Vereins bezeugt dieses durch die unwiderlegliche Logik der Zahlen. Die dem Verein alljährlich zugewandten Mittel, welche im ersten Jahre M. 12658 — betrugen, sind drei Jahre lang im Zunehmen begriffen gewesen bis zur Höhe von M. 12997 — im Jahre 188'i/84. Von da ab ein stetiges Fallen bis auf M. 9725 — im Jahre 1889/9Ö. Der Verein zählt 335 Mitglied; der Vorstand klagt aber, daß noch 260 Gemeindemitglieder vorhanden sind, „welche dem Verein nicht beigetreten sind, und die es ihren Glaubensgenossen überlassen zu dürfen glauben, für das Wohl der Armen allein zu sorgen, während sie andererseits die Segnungen des Vereins in Folge der Beseitigung des Hausbettels mitgenießen." Es wurden im Jahre 1889/90 M. 2794,— an regelmäßigen und M. 1006 an einmaligen Unterstützungen hiesiger Armen und M. 5189,— für Durchreisende gewährt. Mit der Armenverwaltung der Gemeinde wurden gemeinsam Naturalien - Vertheilung und besondere Beihilfe an Mazzoth und Speisen am Peßachfeste bestritten. Außerdem wurden Vorschüsse und Darlehen an Bedürftige gewährt. Die Ausgabe überschritt die Einnahme um M. 678,—, das Defizit wurde aus den früheren Ersparnissen gedeckt, deren Bestand auf M. 1529,— dadurch herabgemindert ist.-Dem hiesigen „israelitischen Verein für Altersversorgung und Krankenpflege" sind vom König die Rechte einer juristischen Person verliehen worden. Derselbe unterhält eine für acht Betten eingerichtete Krankenstation. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Budapest, 21. October. Der Budapester israelitische Handwerkerverein hielt heute unter Vorsitz des Vicepräsidenten, Herrn Salamon Beer, eine gutbesuchte Ausschußsitzung ab. Derselben wohnten auch der Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde, Reichstags-Abgeordneter Moriz Wahrmann, bei. Der Gutsbesitzer Moses Ehrlich beantragte, nachdem der Verein während seines 48-jährigen Bestandes seitens der hohen Regierung noch nie unterstützt wurde, es möge ein Gesuch um Unterstützung an die Regierung gerichtet werden, was auch angenommen wurde. An den letzten hohen Festtage gingen zu Gunsten des Vereins im Dempel circa fl. 850 an Spenden ein. Von den Vereinszöglingen wurden 11 freigesprochen, dieselben erschienen in ihren netten Freigewändern. Die eingelaufenen 66 Aufnahmsgesnche wurden dem Exccntivcomitö zur Erledigung zngewiesen. An 12 Frequentanten der kön. ung. Staats-Gewerbemittelschule wurden Stipendien verliehen. Endlich wurde einem angehenden Bildhauer zum Besuche der Strobl'schen Meisterschule ein Studienbeitrag von fl. 50 bewilligt. Budapest. In Angelegenheit der jüdischen Ehescheidungs-Proceffe hat der Cultusminifter eine Verordnung erlassen, wonach in dem Falle, wenn

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