Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 86 (3.11.1890)
- Date
- 1890-11-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1556 zudisputirenden Worten: aiBi rw mvfc dix 3”n?poiPö 1L'3; i^x D’^jn ^21 VJ31 iniwi Xl.1 1P1D3 3i- □'133 □ rb rrp bnwm, diuni ni’^p or6 in*j DDvp.i D'uy iNt^ Dy ruöfcx^ Din'i» -uP ^:>xn^ 3«m D'D’Bom, d. h. der Mensch ist verpflichtet, sich an Festtagen mit seiner Familie zu freuen; wie kann der Vorschrift, eine frohe Stimmung bei allen Hausgenossen zu erzeugen Genüge geschehen? Man überrascht die Kinder durch Früchte und Süßigkeiten, die Frauen durch neue Kleider und Schmuck und theilt Bedürftigen von den Gaben mit, womit einen der Herr gesegnet." Also eine Bescheerung im weitesten Umfange, allerdings ohne vorschriftsmäßigen Lichterglanz, aber beim Glanze hellstrahlender Gemüther und freudig bewegter Herzen. Warum also gerade dem Chanukah zuweisen, was erste religiöse Vorschrift für alle Festtage ist, um nur eine Aehnlichkeit mit der Feier des christl. Weihnachtsfestes herauszubekommen. Durch geschickte und verständnißvolle Lösung der Lesebuchfrage, worunter wir d a s innigsteJneinand ergreifen religiöser Erziehung mit elementarem Wissen verstehen, könnte viel Segen in unseren Volksschulen gestiftet werden; denn es kann nicht ohne Werth sein, wenn das Kind schon beim ersten Schulunterricht, welcher die Grundlage für die gesammte spätere Schulthätigkeit bildet, zu jüd. religiösem Denken und Fühlen hingeleitet wird. Der Religionsunterricht, dem an Volksschulen nur wenig Zeit zugemessen ist, könnte hiedurch manche nicht unwesentliche Förderung erfahren. Die Betonung des Konfessionellen in einem Buche, das dazu bestimmt ist, den Kindern das Grundelement für ihre weitere elementare und wissenschaftliche Bildung zu bieten, können wir darum nur gutheißen, wünschen aber die Ausführung anders geartet, als sie uns Straßburger geboten. Man braucht nicht gerade orthodoxer Jude zu sein, um es als schweren Mißgriff zu bezeichnen, wenn den Kindern eine Erklärung über die Bedeutung „der Thürme an den Gotteshäusern" (Leseb. Nr. 47) geboten wird, als wären solche, wennschon nicht ausdrücklich vorgeschrieben, zu mindest mbn tdd Twüb, oder wenn ihnen gesagt wird „täglich sei zweimal, am Sabbat dreimal Gottesdienst" (Fibel S. 121). Das sind Sitten, die sich herausgebildet haben, ist aber nicht das historisch Richtige, das allein in solchen Büchern Vorkommen darf. „Abends und Morgens und Mittags will ich beten und seufzen, und er hört meine Stimme" (Ps. 55, 18), das gilt für Sabbat sowohl, wie für Wochentagen, für Gemeinden mit zwei-, dreimaligen, oder gar keinen öffentlichen Gottesdienste. Schließlich nur noch eine, nicht unwichtige Bemerkung. Die Verlagsanstalt in Stuttgart, welche den Büchern auch außer Württemberg Verbreitung zu geben sucht, scheint dieselben auch der Kgl. Negierung von Unterfranken zur Genehmigung und Einführung in die ihr unterstellten Israel. Volksschulen unterbreitet zu haben. Die Kgl. bayr. Regierung, weise und gerecht wie immer, hat sich daraufhin von ihr bekannten jüd. Schulmännern ein Referat darüber erbeten, inwiefern die Bücher einer Einführung und Empfehlung wcrth erscheinen. Das nun der Kgl. Regierung unterbreitete Fibel-Exemplar enthält nun als Nr. 78, 79 und 80 mit den Ueberschriften: „Die Kirche", „Spruch von der Kirche", „der Kirchhof" Stücke von so rein christologischem Charakter, daß ich anstehen muß, sie auch nur auszugsweise in diesen Blättern wiederzugeben. Das mir von der Verlagsbuchhandlung zur Prüfung zngestellte Exemplar enthält diese Stücke nicht. Deßgleichen heißt es S. 42, Z. 16 in dem der Kgl. Regierung unterbreiteten Exemplar: „Söhne und Töchter stellen sich um den Tisch und beten", während es in dem mir zugetheilten Exemplar heißt: „Sohne und Töchter waschen sich und beten". Da ich nicht annehmen kann, die Verlagsanstalt habe für mich ein besonderes Exemplar Herstellen lassen, so kann ich mir, nachdem von den Büchern bisher nur eine Ausgabe erschienen ist, diesen auffälligen Umstand fast gar nicht erklären, auch dann nicht, wenn ich annehme, es sei mit dem „vor den Tisch stellen und beten" eine captatio benevolentiae der Kgl. Regierung gegenüber beabsichtigt gewesen. D. Zeitungsnachrichten und Gorrefpondenzen. Deutschland. Berlin, 30. October. Herr Prediger Dr. theol. Moritz Schwalb aus Bremen sendet an Herrn Rabbiner Dr. Ph. Krone r in Berlin folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr! In den drei letzten Nummern der „Nation", vom 4., 11. und 18. d. M., habe ich drei Aufsätzegelesen, betitelt: „Mütterchens Juden". *) Das „Mütterchen" ist das heilige Rußland. Die Art aber, wie es seine Juden, besonders seit neun Jahren, behandelt, war mir, obwohl ich mich, wie Sie wissen, für Israel sehr interessire, nur in geringem Maße bekannt. Von der Ausdehnung und der Abscheulichkeit der im Jahre 1881 mit der Konnivenz der russischen Behörden, aller Wahrscheinlichkeit nach in Folge *) Wir werden, sobald der Raum es gestattet, Auszüge aus diesen allenthalben das größte Aussehen hervorrufenden Aufsätzen in diesen Blättern zum Abdruck bringen. Red.