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Der Israelit · 1890-11-03 · Heft 86 (3.11.1890) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 86 (3.11.1890)
Date
1890-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1552 finden wir als Motiv 112m;yo^ oder DD»nYi wy, immerhin etwas mehr als bloßer Kitt der zerstreuten Glieder. Der Autor schreitet nun zum vorgestreckten Ziele, er sagt: „Von den Ritualgefetzen ist heutzutage das Gesetz über Leichenfeierlichkeiten und Todtentrauer das wichtigste; denn die Stimmung der Betheiltgten ist bei »solchen Anlässen eine weichere und darum eine conservativere. In unserer Zeit haben sich Verhältnisse entwickelt, für welche das alte Gesetz nicht ausreicht. Häufiger als sonst kommen z. B. Beerdigungen an Feiertagen vor, weil wir trotz eines nahen Feiertages eine Leiche vor der gesetzlichen Zeit von achtundvierzig Stunden nicht beerdigen dürfen." Nun, dieser Umstand kann noch nicht Veranlassung sein, daß jetzt an den Feiertagen häufiger als sonstBeerdigungen Vorkommen. Da die gesetzliche Frist unbedingt eingehalten werden muß, so können jetzt an Feiertagen Verstorbene nicht mehr zur Erde bestattet werden, während früher, so lange die Zeit der Bestattung zu bestimmen den einzelnen Confessionen anheimgestellt wurde, eine Beerdigung nicht einmal vom ersten auf den zweiten Feiertag aufgeschoben werden durfte, auch wenn der Sterbefall jnwn ö"va eingetreten ist. Der b"ir^oo allein ist in dieser Beziehung abweichender Ansicht. Der Autor fährt fort. „Da kommt nun oft an den Rabbiner eine Frage, ob man zu einem Leichenbegängnisse fahren dürfe." Der Autor bejaht mit voller Bestimmtheit diese Frage. Er beruft sich auf das Gesetz, welches ausdrücklich bestimmt, daß der zweite Feiertag in Bezug auf die Bedürfnisse einer Leichenbestattung als Werktag zu gelten habe. Selbst das Fahren, meinter, wird zu einem solchenZwecke von Joseph Karo ausdrücklich gestattet, wenn es unumgänglich nothwendig ist. Doch steht ihm der im Wege, der das Fahren am Feiertag auch zum Zwecke der Theilnahme an einer Leichenbeftattung unbedingt verbietet. Der Herr Autor wird wohl entschuldigen, wenn ich behaupte, daß auch der -nno im p"«, das Fahren zu einem Leichenbegängnisse strict verbietet. Es heißt ja ausdrücklich '2 -q'xo ,i"3pn n"x: Von allen, die der Leiche -das Geleite geben, die Leidtragenden mit einbezogen D’V3n, darf niemand reiten. Nur die Todtengräber selbst dürfen, wenn es unbedingt nothwendig ist, reiten. Hierzu lautet im n"o! die Bemerkung, daß auch keiner von den die Leiche Begleitenden ein Schiff besteigen darf. Es ist also daraus ganz klar und deutlich zu ersehen, daß man um so weniger irgend wohin fahren darf, um dort an einem Leichenbegängnisse theilzunehmen. Ich werde in einem nächsten Artikel aus die Sache «och weiter zurückkommen. Egypten. Alexandrien, im October. Unsere Gemeinde hat sich endlich nach langem Zögern und Zaudern doch entschlossen, eine Mädchenschule zu errichten, welche allen Ansprüchen der neuen Zeit vollkommen entsprechen wird. Eine solche Anstalt ist für uns von größter Nothwendigkeit, da hier die Mädchenerziehung noch viel zu wünschen übrig läßt. Nun hat auch der verewigte jüdische Philantrop Sir Moses Montefiore, dem die Juden Egyptens doch gleichfalls viel zu verdanken haben — war er doch oft deren Fürsprecher bei den Herrschern dieses Landes — ein ihm würdiges Monument im Pharaonenlande erhalten, indem vor einigen Tagen erst eine neue Synagoge hier eingeweiht wurde, die seinen Namen trägt. owi t onS »nn:i nuatH 0^30 3io, „Ich werde ihnen (den Frommen) ein Denkmal und einen Namen gewähren, was bedeutend besser sein wird, als Söhne und Töchter (Jesaias 56, 5.) Ferner verlautet, daß der alte europäische Tempel, der vor zweiundfünfzig Jahren hier erbaut wurde, der aber für die Zahl seiner Besucher zu klein ist, durch einen neuen ersetzt werden soll, der auch manche Bequemlichkeit, die man bisher in dem alten Gotteshause sehr schwer vermißte, besitzen wird. Vor allem sollen jedoch die zu dem Bau des neuen Gotteshauses nöthigen Fonds gesammelt werden und dann erst will man eine Commission einsetzen, welche den Bau des neuen Tempels und die Demolirung des alten überwachen wird. Da nun auch in dem eben neuerbauten Montefiore- Tempel der deutsche Ritus angenommen wnrde, so besitzen die abendländischen Juden jetzt hier zwei eigene Gotteshäuser. Auch hier wurde eine Subscription eröffnet, um unseren vom Unglücke so schwer betroffenen Glaubensbrüdern in Salonichi zu Hilfe kommen zu können. Die Gaben fließen hier reichlich, da Salonichi und Alexandrien im innigen Verkehr mit einander stehen und jedes Unglück, das eine dieser beiden Städte trifft, wird auch von der anderen empfunden. Amerika. New-Uork. Vor Kurzem starb der auch iu Europa wohlbekannte Herr Benjamin Franklin Peixotto. Derselbe entstammte einer alten portugiesischen Familie, welche, aus der Heimath vertrieben, zuerst in London Asyl gesunden und später sich in New-Aork niedergelassen hatte. In New- Iork wurde Benjamin den 13. November 183-1 geboren. Als junger Mann erwarb er die Gunst des amerikanischen Staatsmannes Stephan A. Douglas, mit dem er bis zu dessen im Jahre 1881 erfolgten Tode befreundet blieb und dessen Wahl

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