Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 83 (23.10.1890)
- Date
- 1890-10-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1500 Eurer Kinder legen; da Ihr aber in seinen Wegen wandelt, seine Tugenden und Vorzüge, seine Frömmigkeit und Menschenliebe Euch zu eigen machet, so ist er nicht ganz gestorben D"ra Nin *)n d’tq ijpt hd no n1? dt3n 3py: Euer Vater Jakob ist nicht todt, lebet Ihr, seine Nachkommen, in seinem Sinne, so lebt er in Euch fort. Ist auch seine Sonne hinnieden untergegangen, dort in jenen seligen Höhen strahlt sie weiter in ewigem, unvergänglichem Glanze und aus den Gefilden des ewigen Frühlings blickt er auf Euch mit Befriedigung und Wohlgefallen herab. □'pw wo n lyjsn -pn apjn, „Jakob ist dahingegangen seines Weges, den Weg alles Irdischen; ihm begegneten die Engel Gottes, seine guten Werke, die ihn geleiten zu dem erhabenen Throne des Weltenrichters, dessen treuer Diener er im Leben war, und von dort ergeht an ihn den Ruf: 2pjr Huy NTH „fürchte nicht mein treuer Diener Jakob! pHN p HEG’ by nos by D'D püN ’3 by »ro*«l by »rin. „Wie ich ausgieße Wasser auf das durstige Land und Fließendes auf die trockene Erde, so gieße ich aus meinen Geist, den Geist des Trostes und der Erhebung über Deinen Samen, über die tiefbetrübte, schwergebeugte Gattin, über die trauernden Geschwister, über Deine ganze Familie, und meinen Segen über Deine Nachkommen. inDJ lmtPD yy mr dübt nt, „der Friede, der Gottesfriede komme und lagere sich über das Grab dessen, der stets den mt0» *pn, den richtigen Weg gewandelt ist." pNl Tief bewegt war die Versammlung von diesen schönen, zu Herzen gehenden Worten und vor allen lebendig stand das Bild jenes liebenswürdigen Greises, mit seinem stets liebevollen und gutmüthigen Lächeln. Denn Keiner kannte ihn, der ihn nicht geliebt hätte. Wieviel auch der Mensch erlebt, wieviel er vergißt, eines wird mir an diesem Manne in stetem Gedächtnisse bleiben, und dies ist seine unendliche Milde in der Beurtheilung anderer bei größter Strenge gegen sich selbst. Oftmals hatte ich das Glück, mit ihm zu sprechen und niemals hat er über irgend Jemanden Böses geredet; Jeden, der angegriffen wurde, vertheidigte er, und jede Handlung wußte er von der guten Seite aufzufassen. Wie die Liebe unsterblich ist, so unsterblich wird der in den Herzen Aller sein, der solche Meisterschaft in der Nächstenliebe errungen. Dr. I. Lehmann. Oe st er r. Ungar. Monarchie. Wien, 13. Oktober. Zur Erinnerung an das vierzigjährige Regierungs-Jubiläum des Kaisers hat Baronin Bettina Rothschild in der Marktgemeinde Gaming ein Altersversorgungshaus für alte und durch eine längere Reihe von Jahren thätig gewesene Bedienstete der freiherrlich Rothschild'schen Domänen Gaming und Waidhofen, und zwar für 40 Männer und Frauen errichtet. Gestern hat nun die feierliche Schlußsteinlegung des nach den Plänen und unter der Leitung des Baurathes Wilhelm Stiaßni erbauten Versorgungshauses stattgefunden. Nach dieser Feier, welcher außer der Stifterin noch Gräfin Festetis, Bezirkshauptmann Graf Lippe, Bezirksrichter Ritter v. Winiwarter, Bürgermeister Groß von Gaming mit der gcsammtcn Gemeindevertretung, Dechant Wimmer, Gemeinderath Fritz aus Wien u. A. anwohnten, versammelten sich die Gäste in dem großen Arbeitssaale des Hauses zu einem Festmahle, bei welchem der Reigen der Trinksprüche von dem Direktor Prasch mit einem Toaste auf den Kaiser eröffnet wurde; begeisterte Hochrufe der Anwesenden folgten, während von den benachbarten Anhöhen Böllerschüsse erdröhnten. Mit stürmischem Beifalle wurde der Trinkspruch des Dechanten Wimmer ausgenommen, welcher der Baronin Rothschild für den Palast, den sie dem Alter und der Armuth errichtet hatte, dankte und sie einen Schutzengel der ganzen Gegend nannte. Bezirkshauptmann Graf Lippe sprach in seiner Tischrede den Wunsch aus, es möge das schöne Beispiel der Wohlthäterin Nachahmung in den Kreisen der vom Glücke Begünstigten finden, viele Gefahren, die uns jetzt entgegenstarren, würden dann gebannt werden können. Es folgten dann Toaste des Gemeinderathes Fritz auf den Dechanten Wimmer, den edlen Priester der Religion, der Barmherzigkeit und Nächstenliebe, des Direktors Prasch auf den Erbauer des Hauses, des Baurathes Stiaßny auf seine Mitarbeiter u. A. m. England. London, 17. Oktober. Unser ehemaliger Ministerpräsident, Mr. Gladstone, richtete nachstehendes Schreiben an den „Jewish Chronicle“: Hawarden C a stl e, 15. Okt. 1890. Mit Schmerz und Entsetzen las ich die verschiedenen Berichte über die Leiden der Juden in Rußland. Der einzige Rath, den ich anempfehlen möchte, ist, die Presse zur vollen Thätigkeit zu ermuntern, zuerst die Berichte zu prüfen und Thatbestände festzustcllen; alsdann, wenn solche als richtig festgestellt erscheinen, das Gerechtigkeitsgefühl Rußlands und Europa's für dieselben zu erwecken. Ihr gehorsamer und ergebenster W. E. Gladstone. Feuilleton. Gofrrth nwmetach. Novelle von Dr. Ossip Duchowetzky. (Alle Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Die Zeit eilt rasch dahin. Ein strenger Winter war über die Erde gekommen und hatte wieder einem späten Frühlinge weichen müssen, dieser hatte einem kurzen, nassen Sommer Platz gemacht, und