Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 83 (23.10.1890)
- Date
- 1890-10-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1498 zugefügt: nana '»m, die zweite Periode wird mit Jakob beginnen und in dir ihren Abschluß finden. Das schöne Ende der zweiten PPode wird jedoch nicht allein und nicht vorzüglich in der günstigen sozialen Stellung Israels bestehen, nicht darin, daß es ungestört der Lebensgüter und der Menschenrechte sich erfreuen wird, sondern daß nana no nana '*m □pnn a*npn nnx trxDön nx nnntoa u „du wirst zur Quelle. Wie die Quelle die Menschen von der Unreinheit befreit, so wirst auch du die geistige Unreinheit der Menschen bannen." onx^> Tiana ho '\n rttoy ny po nuim manan penn ns?x nx pan nnx rpayci nji „Das Heilsame und Segensvolle der reinen Gotteserkenntniß war bis jetzt in meiner Hand, nur Wenigen wurde meine Offenbarung zutheil, unter vielen Geschlechtern blos Adam und Noah, die übrigen verharrten im Jrrthnme. Von heute ab liegt der Segen und das Heil der Zukunft in deiner Hand. Es ist dein Beruf, die Gotteserkcnntniß zu v rkünden, und in wessen Herzen deine Worte Eingang finden, der wird des reichsten Segens theilhaftig." So enthalten die ersten Sätze des dieswöchentlichen Thoraabschnittes in kurzem Umriß die ganze Geschichte Israels mit finstern und glücklichen Zeitphasen und zugleich den Hinblick auf die glänzende Zukunft dieses Volkes, die in der Annerkennung seiner göttlichen Mission bestehen wird, in der Verwirklichung seines Ideals: der brüderlichen Vereinigung der ganzen Menschheit auf dem Boden der reinen Gotteserkenntniß. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wiesbaden, 19. October. Rücksichtlich der Vornahme der religiösen Trauungen bei den Israeliten dürfte es nicht überflüssig sein, darauf hinzuweisen, daß wohl die betreffenden Bezirksrabbkner von Wiesbaden, Ems und Weilburg nicht ohne Weiteres im fremden Bezirk copuliren können, daß jedoch ein Rabbiner, der kein Bezirksrabbiner ist, wie z. B. der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Wiesbaden, überall das Recht hat, pwvrp zu geben. München, 21. Sept. Heute fand in der Synagoge der Orthodoxen die Trauerfeier für den verstorbenen 1. Vorstand der Gemeinde, Herrn I. L. FeuÄtwanger statt. Der die Menge der Hörer nicht fassende Raum war so dicht gefüllt, daß auch auf den Gängen Mann an Mann stand. Herr Dr. Ehrentreu, der bewährte Redner des „Frommen-Vereins" führte etwa Folgendes aus: Die eigentlichen Wochen der Trauer sind dahingegangen» fast zweimal hat der Mond seinen Kreislauf um die Erde vollendet, seitdem die Hand des Allmächtigen B’Tl pinn H der die Lebensdauer zumißt jedem Lebewesen, eine schmerzliche Wunde uns geschlagen, einen herben, unersetzlicheil Verlust uns zugefügt, seitdem unser allverehrter und beliebter Präses nyjuwu3a”S mx apy »an onxa "mm pnsn y-i uns entrissen wurde. Plötzlich und unvermuthet wurde er von uns genommen. Wohl stand er an der Schwelle des Greisenalters, war nahe an die Siebzig, dennoch erschütterte uns sein Tod, als ob der Jüngsten Einer gestorben wäre, denn „sein Auge war noch nicht getrübt", es blickte noch fest und sicher, strahlend und geistsprühend, die Frische seines Geistes und Körpers war noch nicht gewichen, er war noch voller Thatkraft und Arbeitsfreudigkeit, er schien zu jenen Männern zu gehören, von denen die heil. Schrift sagt: „Noch im Greisenalter blühen sie, sind markig und grünend;" er fühlte sich jünger als seine Jahre, und äußerte sich auch gerne in diesem Sinne. Darum hat auch sein Tod wie ein niederschmetterndes Ereigniß auf uns gewirkt, weil er OLsta iDin tu voller Kraft und Rüstigkeit von uns genommen wurde. Das Wehmüthige und Plötzliche des Verlustes wurde noch überboten durch die Größe desselben! An uns, die wir zu dem engeren Kreise seiner Gesinnungsgenossen gehörten, die wir uns rühmen durften, daß er Unser gewesen, ist im buchstäblichen Sinne in Erfüllung gegangen das Wort der alten Weisen: nx’ä’tf TJD apy XL'i nun xin Tya pnsntp je: Ptr ctson nny Dipon p pns 'di njc x^ n*nn xin nvr xin, indem die Thora den Weggang Jakobs zum zweiten Male erwähnt, will sic damit sagen, daß der Weggang eines Frommen eine große Lücke hinterläßt, ein schwerer Verlust für die Zurückgebliebenen ist. Solange der Fromme am Orte weilt, ist er seine Zierde, sein Glanz, sein Schmuck, mit seinem Weggange schwindet die Zierde des Ortes, sein Glanz und sein Schmuck. Auch wir, meine trauernden Freunde, haben über den Weggang eines pHL, eines wahren Frommen zu trauern; auch wir rufen heute zum zweiten Male weheklagend aus: apy XL'i, dahingegangen ist Jakob, denn mit ihm unnm UVT umn nJB ist geschwunden eine Zierde unseres Gotteshauses, der Glanz und der Schmuck unserer Vereinigung. Darum haben wir uns heute versammelt an dieser heil. Stätte, wohin der edle Dahingeschiedene Tag für Tag seine Schritte lenkte, um in gemeinsamer Andacht sein Herz zu Gott zu erheben; wohin sein letzter Lebensgang ihn führte; wo ihn, den treuen Diener Gottes, mitten im Dienste seines Herrn der Todespfeil traf, der ihn auf's Sterbelager warf; wo die „Steine aus dem Gemäuer, das Holz aus dem Gebälk" uns an ihn, an sein gesegnetes Schaffen und Wirken erinnern; wo wir noch oft Gelegenheit haben werden auszurufen: npD’ ’D nnpBJi pfc'lE, Du wirst vermißt, schmerzlich vermißt, denn Dein Sitz bleibt leer, es ist Niemand da, ihn auszufüllen — hier an heil. Stätte haben wir uns versammelt, um uns noch einmal sein vollendetes Characterbild vor Augen zu führen, um uns noch einmal zu vergegenwärtigen, welch' großen Verlust das Judenthum durch seinen Heimgang erlitten! O'p7X DxPo d lyasn D“>P pn apyn. „Jakob wandelte seinen Weg, und ihm begegneten die Engel Gottes." Wisset Ihr, meine theueren Freunde, welches sein Lebensweg gewesen? Es war der cnxn r ma’tr nnur pn, der gerade und richtige Weg, den der Mensch sich erwählen soll, von dem unsere Alten sagen, daß er Gott und Menschen gerecht wird, bei Gott und Menschen beliebt macht. Bei dem Tode unseres großen Lehrers Moscheh, sagen die alten Lehrer in ihrer bildlichen Ausdrucksweise, hätten Himmel und Erde Thränen vergossen: vnxm;pxn p Tön nax pan D’DttH ^xn&r’ ay vbbpöi nry H npns naia, „die Himmel weinten und klagten, „dahingeschwunden ist der Fromme von der Erde," die Erde klagte, „göttliche Wohlthätigkeit und Gerechtigkeit hat er an Israel geübt."