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Der Israelit · 1890-10-13 · Heft 80 (13.10.1890) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 80 (13.10.1890)
Date
1890-10-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1457 eueres jüdischen Namens schämen, nie unsrer Nation Schande, vielmehr nur Ehre bereiten. Ihr werdet dann stets an die irdische Strafe denken, die den trifft, der im Heere fahnenflüchtig wird, wenn er nur, wie man zu sagen Pflegt, des Kaisers Nock trägt. Ihr werdet euch dann stets die Frage vorlegen: nennt sich nicht der himmlische Vater selbst niNas'i „Gott der Heere?" Und sind wir nicht sein Heer? Heißt es nicht 2. B. M. 12, 41 asm »n'i anso pnö 'n nitos bi ins' p,*n arn. „An eben diesem Tage zogen alle Heere Gottes aus dem Lande Mizrajim." Tragen wir nicht das unauslöschliche Bundeszeichen des D^an -jte „über alle Fürsten Erhabenen" an uns: den tmp nna? Wird schon hienieden der sogenannte Landesverra th ganz exemplarisch bestraft, härter als manches schwere Verbrechen, wie empfindlich wird erst der über das ganze Universum Herrschende den Himmelsverrath ahnden und heimsuchen. M....ch. Oe st er r. Ungar. Monarchie. Wien, 25. September. Eine recht praktische Einrichtung, die bezweckt, daß auch die hier in Garnison liegenden jüdischen Soldaten, deren Anzahl stets einige hundert beträgt, an den hohen Feiertagen (D'tnun a'Q') ihre Andacht mit Ruhe und Würde verrichten können, hat unser Vorstand getroffen. Da man dieselben weder in den verschiedenen Tempeln noch in den Synagogen unterbringen konnte — reichen doch diese Gotteshäuser am Neujahrs- und Versöhnungstage kaum für unsere Gemeindeangehörige aus — so hat sich unser Cultusvorstand schon vor fünf Jahren an das Platzcommando mit der Bitte gewendet, dasselbe möge ihm für die genannten Feiertage irgend einen geräumigen Saal in einer Kaserne zur Verfügung stellen, den dann die Gemeinde auf ihre Kosten Herrichten lassen werde. Das Platzcommando wies auch zu diesem Zwecke einen großen Speisesaal in der Rudolfskaserne an, in dem nun seit dieser Zeit alljährlich allen Anforderungen entsprechend, Gottesdienst abgehalten wird. Die nöthigen Tische und Bänke liefert die Kaserne, während die Gemeinde für Beleuchtung und Reinigung des Locales sorgt. Es wird ein kleiner ttnpn yrm (Bundeslade) mit zwei Thorarollen daselbst aufgestellt und auch zwei Vorbeter und ein Schofarblaser fungiren daselbst. Die Gemeinde läßt zwei Kisten mit Machsorim (Gebetbüchern) in den Saal bringen, so daß jeder Soldat sein eigenes Gebetbuch erhält. Nur an Talessim gebricht es, weil die Gemeinde dieselben aus leicht begreiflichen Gründen nicht so ohne Weiteres herbeischaffen kann.*) Dagegen bringt der *) Eine so große Gemeinde wie Wien mühte auch diese leicht beschaffen können. Red. Schammes jedem Soldaten, der zur Thora aufgerufen wird, den erforderlichen Taliß. Selbstverständlich werden die Alijoth umsonst vertheilt. Uebrigens steht dieser Betsaal nicht nur den Soldaten, sondern, da das Platzkommando es ausdrücklich gestattet hat, jedem armen Juden offen, und wird derselbe auch jedes Jahr von Hunderten von Familienvätern, deren Mittel es nicht gestatten, sich eigens einen Sitz zu miethen, benützt. Nur Frauen sind von dem Besuche dieses Gotteshauses ausgeschlossen. So sorgt unser Vorstand nicht nur für die Soldaten, sondern auch für die Armen und Unbemittelten der Gemeinde. Unter diesen andächtigen betenden Kriegern konnte man Heuer auch einen pensionirten höheren Offizier bemerken. Zur Feier des Tages hatte dieser auch seine volle Uniform angelegt. Frankreich. Paris. Am 27. September nächstes Jahr werden es 100 Jahre, daß von der französischen Nationalversammlung die Emancipation der Juden ausgesprochen wurde. Die „Archives Jsr." machen den Vorschlag, daß, um diesen denkwürdigen Tag zu feiern, das isr. Central-Consistorium unter den Israeliten Frankreichs und Algeriens eine Subscription veranstalte, deren Ergebniß zur Errichtung einer Wohlthätigkeits- oder Erziehungsanstalt verwendet werde. Das neue Institut soll dann dem Staate zur freien Verfügung übergeben werden. Asiatische Türkei. Urfah (dhbo m«), im September. Die Cholera ist von Aleppo, wo täglich fünfzehn bis zwanzig Personen der Krankheit erliegen, auch nach unserem Städtchen, das bekanntlich der Geburtsort des Patriarchen Abraham ist — dessen angebliches Geburtshaus befindet sich noch immer hier und wird es jetzt von einem Türken bewohnt — vorgedrungen, wo sie gleichfalls täglich einige Opfer fordert. Die Bewohner unseres Städtchens, Araber, Chaldäer (katholische Christen), Türken und Juden, wallen nun fleißig zu dem genannten Vaterhause von u»a« d,tqk — die Mohamedaner nennen Abraham Chalil Allah (Freund Gottes) und die Chaldäer wieder Aba (nun) Abraham, d. h. Väterchen Abraham — hin und verrichten dort heiße Gebete, damit die Krankheit endlich aus unserer Mitte schwinde. Die Chaldäer tragen bei diesen Gebeten gewöhnlich brennende Kerzen in der Hand. Dieses Häuschen steht unter der besonderen Aufsicht der Behörden und wurde dasselbe schon oft auf Kosten der Sultane restaurirt. Urfah besitzt jetzt auch eine Telegraphen-Station mit beschränktem Tagesdienste

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