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Der Israelit · 1890-09-22 · Heft 75 (22.9.1890) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 75 (22.9.1890)
Date
1890-09-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1377 Helm Sykora heiße und Polier sei, während der Held anfänglich den falschen Namen Wilhelm Radetzky angegeben hatte. Er wurde sofort wegen Exzesses abgcurtheilt und außerdem dem Bezirksgerichte wegen Falschmeldung zur Anzeige gebracht. Währenddem vor dem Polizeikommissär die Amtshandlung stattgefundcn hatte, waren die zwei Freunde Krainz und Boswald in das Gebäude des Kommissariats getreten, jedoch hinausgewiesen worden. Bald daraus bemerkte der Wachmann Richnowski einen jungen Mann, der auf eine der Gerüstleitcrn, die damals vor dem Hause standen, fast bis auf den ersten Stock hinanfgcklcttert war; er zog ihn herab. Es war dies Krainz;!als sein Freund Boswald hinzugetrcten war, rieser dem genannten Wachmann höhnisch zu: „Das war ein kühner Griff!" Gestern hatte sich Sykora vor dem Bezirksgerichte Alsergrund (Adjunkt Dr. Wagner) wegen Falschmeldung und thätlichcr Beleidigung des Dr. Brüll, Boswald hingegen wegen Wachebeleidigung zu verantworten. Der Sachverhalt wurde in der angegebenen Weise fcstgestcllt, worauf Dr. Brüll mit Rücksicht auf die besondere Rohheit des Angeklagten Sykora eine strenge Strafe beantragte. Der Richter trug diesem Begehren Rechnung und verurtheilte Sykora zu einer Woche strengen Arrests. Boswald wurde wegen Wachebeleidigung schuldig erkannt und zu fünf Gulden Geldstrafe verurtheilt. Großwardein, 10. September. Nach einem Zeiträume von 33 Jahren hat unser erhabener Monarch, der neben seinen zahlreichen Titeln auch den eines now verdient, unsere Stadt wieder mit seinem Besuche beehrt und nahm im Palafte unseres seiner Judensreundlichkeit wegen bekannten katholischen Bischofs D r. S ch l a u ch sein Absteigequartier. Gleich nach seiner Ankunft hier empfing der König die verschiedenen Huldigungsdeputationen, unter denen sich auch Vertreter der beiden hiesigen israelitischen Gemeinden, der fortschrittlichen und orthodoxen, und auch eine Delegation der orthodoxen Cultusgemeinde von Debrcczin, befanden. Zuerst wurde nun die vom Cultusvorsteher Herrn Ignaz Adler geführte Deputation der Fortschritlsgemcinde, als die der größeren und wohlhabenderen, vorgelassen, worauf dann die von ihrem Präses, Herrn Isidor Ullmann, geführte Deputation der orthodoxen Gemeinde, der sich auch sechs Rabbiner ans unserer Stadt und dem Comitate angeschlossen hatten, vor dem Throne erschien. Herr Ullmann, ein bekannter strenggläubiger Jude, bat den Monarchen, er möge gnädigst gestatten, daß die Anwesenden ihr Haupt bedecken, um die übliche nro (Segensspruch) machen zu können, was der König auch sogleich huldreichst gewährte. Die Rabbiner sagten nun den Segeusspcuch in hebräischer Sprache, worauf derselbe von den weltlichen Mitgliedern der Deputation in ungarischer Sprache wiederholt wurde. Der König verneigte sich ein wenig und sagte laut Amen. Herr Ullmann hielt dann eine Ansprache an den Monarchen, die mit den Worten schloß: „Und der Name des Herrn währe ewig, solange die Sonne leuchtet, in seinem Namen seien alle Völker gesegnet und sie sollen ihn preisen, Amen." Die Antwort des Königs an beide Begrüßungsdeputationen lautete jedesmal: „Gnädig empfange ich Ihre Huldigung nnd wünsche aufrichtig, daß Ihre Glaubensgenossen und Ihre religiösen Einrichtungen in Frieden sich all des Wohlergehens und der Zufriedenheit erfreuen mögen, welche der Schutz des Gesetzes und Meine unwandelbare Gnade Ihnen zusichern. Am Abend fand dann im bischöflichen Palais das vom Könige gegebene Galadiner statt, an dem auch mehrere Minister, Erzbischöfe und Bischöfe der verschiedenen christlichen Kirchen des Landes, die Honoratioren der Stadt und des Comitats und dann auch die beiden genannten Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinden theilnahmen. Großwardein (Ungarn), IO. Sept. Gestern empfing der Kaiser, welcher zu den Manövern dahier Aufenthalt genommen, die Geistlichen und Vertreter der verschiedenen Confessioncn. Der Abordnung der israelitischen Gemeinde erwiderte der Monarch: Gnädig empfange Ich Ihre Huldigung und wünsche aufrichtig, daß Ihre Glaubensgenossen und Ihre religiösen Einrichtungen im Frieden sich all des Wohlergehens und der Zufriedenheit erfreuen mögen, welche der Schutz des Gesetzes und meine unwandelbare Gnade Ihnen zusichcrn. Oroshaza, 7. Sept. vpv bhpd^ d."6 vwi „Ich werde ihnen ein kleines Heiligthum sein." Heute, am ersten Selichottage, hat hier, wie ich Ihnen vorher gemeldet, die Einweihung unserer neuen Synagoge durch unfern Local-Rabbiner, Dr. Josef Ro senfcld, in recht feierlicher Weise stattgefunden, wobei uns unser berühmter Cantor Berger durch seine herrlichen Gesänge erfreute. An dieser Feier nahmen noch Thcil, Rabbiner Dr. Immanuel Locw aus Szegedin und Rabbiner Kohn aus dem benachbarten BekesCsaba. Rußland. Tiflis im Kaukasus, 4. September. Unser Finanzminister, Herr Wischnegradskt, hat sich vor einigen Tagen mit der Transkaspibahn nach Merw, Bokhara und Samarkand begeben, um den Verkehr in diesen drei Centren des mittelasiatischen Handels an Ort und Stelle zu studiren. Wie er auf seiner Durchreise hier äußerte, werde er in Bokhara auch

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