Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 70 (4.9.1890)
- Date
- 1890-09-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1288 nn itrh dmp nVi. Keinen Spaten, um damit zu graben. Wir bedürfen in unserer Religion nicht solcher Symbole; kein on->p soll unsere Reinheitsprinzipien der Welt verkünden! Unser Leben, unser Wirken und Schaffen, unser Streben und Wollen müssen die Reinheit unserer Seele dokumentiren. Jene Reinheit des Herzens, des Geistes und Gedankens muß sich aus unseren Worten und aus unseren Thatcn ergeben, ohne daß ein Symbol, um uns daran zu erinnern, nöthig wäre. — R. Zadok sagt also Diese Sprüche des R. Elieser b. R. Zadok in einem ganz anderen Sinne. sara wantwri ’nssa idis bn '\n pi Der Ausdruck nois '»n pi (Siehe nsp pn 'i otcn mbs □’üdw 's ,vbo min’ '32 bns: 'n dnd -133 smn und (C. 17, 16) kommt nur dann im Texte vor, wenn er einen Ausspruch einleitet, der ursprünglich eine andere Tendenz, eine andere Bedeutung hatte; Rabbi Zadok bedient sich des Spruches aber nicht in dem Sinne Hillels, deßhalb läßt er das Wort: Tissa vorangehen; unser Autor sagt also: Und diese Worte sprach einmal Hillel und ich fand, ich erfuhr, wie wahr dieselben auch in anderer Hinsicht sind: „Wer von der Krone für eigene, selbstsüchtige Zwecke Gebrauch macht, der verwechselt den Zweck der mso, der verwechselt, indem er seine Zwecke für die einzig richtigen hält, seine eigenen Phantasiegebilde mit der ganzen Religion, was, wenn diese Phantasieen als Theile des Ganzen auch wohl berechtigt sein mögen, doch gegen das Gesetz verstößt. Und in seiner Begeisterung ruft R. Zadok aus: mrb sn. Wenn Du auch gelernt hast, so bedenke doch: ob;n p rn bu min mna rurun b. Wer ein ehrloses Leben führt und sich entschuldigt, die Beschäftigung mit der Thora hindere ihn, dieses Gebot der Schrift zu erfüllen, der hat etwas Falsches gelernt; denn wisse, wer auf diese Weise Gebrauch von der Thora macht, der entzieht der Welt das Leben. Das Fortbestehen der Menschheit beruht auf der Ehe, auf der Keuschheit und Heiligkeit des Familienlebens, und die Zukunft der Menschheit, die Zukunft des irdischen Lebens, das sind unsere Kinder, die Erben der Thora. Indem wir sie für das Leben vorbereiten durch ein gründliches Wissen in unserer heiligen Religion, sie für den Kampf mit dem Leben fähig machen, erziehen wir in ihnen die Zukunft, das Leben und sichern uns und ihnen das zukünftige Leben ton Dbiyb. -i- * Unsere Erklärungen der nos 71s sind für dieses Jahr beendet. Wir sprechen zu allererst dem Allmächtigen unseren Dank aus, der uns beschützt und erhalten, uns seine Hilfe gewährt hat, daß wir unsere Aufgabe erfüllen konnten. Dank aber auch all denen, die unseren Ausführungen mit Aufmerksamkeit gefolgt sind und uns schriftlich wie mündlich in so großer Zahl ihren Beifall spendeten. Das rvoi unseres unvergeßlichen Freundes Dr. Lehmann j/"j war es, das in hohem Grade wohl dazu beitrug, daß das Werk, welches er mit so großem Geschick begonnen, mit der göttlichen Hülfe durch unsere Kraft fortgesetzt werden konnte. Möchte sein Geist unter uns weilen und uns auch ferner führen und leiten;vs. Literarischer Wericht. Zwei Antisemiten. Ein Freidenker oder ein Hofprediger von Carl Scholl. Nürnberg und Leipzig 1890. Robert Friese. Der Verfasser wendet sich in dieser Schrift zunächst gegen die Radenhausen's „Esther" mit dem famosen Beisatz: „Die semitische Unmoral im Kampf wider Staat und Kirche", und kennzeichnet dieses Buch als ein solches, welches ihm eine Enttäuschung bereitet hat, wie wir einer ähnlichen, selbst in der abgeschmacktesten, bodenlosesten und g-emeinsten Schmähschrift des vollendetsten Antisemiten uns nicht erinnern. Radenhausen ist als solcher übrigens auch schon zur Genüge bekannt und ebenso wie Scholl ein Freidenker. Sodann tritt er Stöckers : „Das moderne Judenthum in Deutschland, besonders in Berlin", entgegen. So sehr wir alle Ursache haben, einem Jeden dankbar zu sein, welcher sich unseren Feinden entgegenstellt, so gilt doch von diesen und ähnlichen Schriften das „Gott schütze uns vor unseren Freunden." Herr Scholl vertheidigt allerdings die Juden im Allgemeinen, aber das Judenthum gibt er preis. Freilich trifft ihn, den freireligiösen Prediger, weniger die Schuld als die Reformrabbinen Leopold Stein, Süßkind, Emanuel Schreiber, welche Talmud und Schulchan-Aruch geschmäht haben, und die er als Gewährsmänner anführt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 3. September, „ms ™ds ton Die Männer des Glaubens schwinden dahin." „Die schönsten Perlen aus dem Diademe unserer Gesellschaft, die herrlichsten Blüthen aus dem Kranze der Gesetzestreuen sind uns in diesem Jahre entrissen worden, und nun da das Jahr seinem Ende sich zuneigt, durchzuckt uns, wie ein Blitz aus lichter Höhe, die Trauerkunde von dem Hinscheiden dieses lieben Bruders, dieses treuen Freundes". So ungefähr ließ heute unser hochverehrter Herr Rabbiner Dr. Bon di "3 an der Bahre des Herrn Banquier I s a a c O p p e n h e i m e r von hier seine Klage vernehmen. Einer der edelsten und besten der Gemeinde war es, der mit dem Genannten dahingegangen.