Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 67 (25.8.1890)
- Date
- 1890-08-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1230 und ist er jetzt Vater von sechs Kindern. Vor Kurzem aus Rußland als österr. Unterthan ausgewiesen, kehrte er in seine Vaterstadt nach Tarnopol zurück und bewarb sich dort um das eben daselbst erledigte Rabbinat. nmn jnu px. Ein Deuunciant, wie es leider in jeder Heerde räudige Schafe gibt, zeigte ihn der Behörde als Militärflüchtling an und wurde er auf fünf Jahre zum Militär affentirt. Die liberalen Blätter sind darüber entrüstet, daß man einen Familienvater, einen Rabbiner, der schon im 36. Lebensjahre steht, wegen eines unbewußten Verbrechens zum Militär nehme. Hoffentlich wird die Gnade des Kaisers Franz Josef den Armen seiner Familie und seinem Berufe wiedergeben. Brody (Galizien.) Nach 26 Jahren hat die dahier herausgegebene hebr. Zeitung „’djn nay„ zu erscheinen aufgehört. Dieses Blatt wurde vom sel. B. Werber begründet und seit einigen Jahren von dessen Sohn, Herrn I. Werber, fortgeführt. Dieser ist nun von einer schweren Krankheit heimgesucht worden, welche ihm das Schreiben unmöglich macht, so daß er seine Zeitung,'nicht mehr redigiren kann und das Erscheinen derselben einstellen mußte. In Kisatz (Ungarn) wurde Kraft ministerieller Verfügung der Wochenmarkt von Samstag auf Mittwoch verlegt, damit auch die Juden denselben besuchen können. Es ist selbstverständlich, daß eine solche Verfügung dem betreffenden Orte nur zum Nutzen gereichen kann, da durch Theilnahme der jüdischen Geschäftsleute am Wochenmarkte Handel und Verkehr einen größeren Aufschwung nehmen. In ganz unerwarteter Weise lehnte sich jedoch die Bauernbevölkerung des Ortes gegen diese Verfügung auf und wollte die Abhaltung des Wochenmarktes amß'Mittwoch verhindern.Ws mußte Militärgewalt in Anspruch genommen werden. Vierzehn Rädelsführer wurden verhaftet und dem Gerichte in Neusatz eingeliefert. Diese sagten aus, daß der evangelische Pfarrer des Ortes die 'Bevölkerung zu dieser Auflehnung'veranlaßt habe. Frankreich. Paris. Das.' Häuschen [in Auteuil, welches der Prinz Peter Bon'apa rt'e während deMaiserreichs bewohnte und in welchem er den Schriftsteller Victor Noir, der ihm eine Forderung Rochefort's überbrachte, durchleinen Pistolenschuß tödtete, war im Kommunekampf zerschossen und später niedergerissen worden. Auf dieser Stätte erhebWch jetzt ein hübsches Gebäude. Ein „Verein zur Verbreitung von Bildung unter den morgenländischen Juden" hat in diesem Hause ein Seminar errichtet, in welchem etwa 30 junge Leute, die im Orient eine Lehrmission ausüben wollen, geschult werden. Asien. Kalkutta, Ende Juli, -zmov mp' px b „Jeder kostbare Stein glänzte an Deiner Hülle" (Ezechiel XXVIII, 13). Bekanntlich erhielt Lord Rothschild vor Kurzem von der englischen Regierung die Concession, die in dem nun zum englischindischen Reiche gehörenden Königreiche Birma" gelegenen Rubingruben (die Israeliten nannten den Rubin seiner röthlichen Farbe halber mx)' auszubeuten. Zu diesem Zwecke hat nun Lord Rothschild 300,000 Aktien ä ein Pfund Sterling die Actie emittirt, die' reißenden Absatz auf dem Geldmärkte fanden. Angeregt durch diese Idee, hat nun auch der Beherrscher von Siam, König Chrom Luang (derselbe ist zwar ein Heide, Budhist, kennt aber doch keinen Unterschied der Religion), dem an seinem Hofe weilenden jüdifchenI Ingenieur aus Italien, S. Luzzatti, ebenfalls eine Concession zur Ausbeutung der wieder in seinen: Reiche, das an Birma grenzt, gelegenen Rubin- und Berilgruben ertheilt. Herr Luzzatti bildete sogleich eine Aktiengesellschaft, die nun gleichfalls 300,000 Stück Aktien ä ein Pfund Sterling emittirt. So machen sich jetzt Rothschild und Luzzatti in den Edelsteingruben Hinderindiens tüchtig Concurrenz, wie aber Börsenpropheten schon jetzt verkünden, wird das Ende von diesem^ Rubinkriege sein, daß sich Rothschild und Luzzatti zu einer Gesellschaft einigen werden, um dann vereint die genannten Edelsteingruben auszubeuten. Bei dieser Gelegenheit wollen wir Lord -Rothschild und Herrn Luzzatti daran erinnern, daß nörlich von diesen Edelsteingruben die chinesische Provinz Aü-nam liegt, die fast durchgängig von Mohamedanern bewohnt ist, unter denen aber auch, wie eine indische Ueberlieferung lautet, viele Juden, selbstverständlich chinesische leben sollen. Im „Heiligen Lande" von Rabbi Josef Schwarz b"&, heißt es sogar, daß dort ein Theil der Zehn Stämme lebe. Dieses ist bisher nicht erwiesen, aber immerhin'ist'es möglich, daß dieMMr-nam lebenden Juden einem der Zehn Stämme' angehören. Rothschild und Luzzatti könnten nun jetzt leicht Klarheit in diese Sache bringen, wenn sie ihre Beamten in diesen Edelsteingruben beauftragen würden, unter den Arbeitern daselbst, von denen viele Chinesen aus M-nam sind, diesbezügliche Nachfragen zu halten. Es ist sogar möglich, daß sich unter diesen Arbeitern selbst einige Juden befinden. Afrika. Kairo, 8. August. Unserer Gemeinde steht ein großer Verlust bevor. Julius Blum Pascha — derselbe ist ein Israelit aus Budapest — Unter-