Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 58 (24.7.1890)
- Date
- 1890-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Speise- und Ceremonialgesetz halten, die längste Lebensdauer besitzen, von manchen Krankheiten ganz frei, gegen andere unempfänglicher sind als andere Menschen, nra*a o*d» ■pia, „langes Leben ist in ihrer Rechten." Und darum ist Eure Aufgabe, Ihr Rabbinen und Lehrer Israels, die Herzen zu gewinnen für die Thora; ihren Lehren Eingang zu verschaffen, Schüler heranzubilden, die in ihr forschen bei Tag und Nacht, Institutionen im Geiste der Thora zu gründen und die bestehenden zu stützen und hoch zu halten, Israels Lebensdauer auf diese Weise zu verlängern für immer und ewig, -pw — na vm"nb nj’D’D d*d' (Fol. 63 a. na»), die mit der Rechten nach der Thora greifen, d. h. sich mit ihrer vollen Kraft in den Dienst der Thora stellen — sie erreichen die Lebensdauer, die sich zur Rechten der Thora befindet, aber auch die andern Schatzkammern, Reichthum und Ehre öffnen sich ihnen, ohne daß sie danach streben. Aber n^ND»a — na im n»y, Jene, die nach der Linken streben, sie suchen nur Reichthum und Ehre und finden darin ihr ganzes Lebensglück, die Verblendeten! Eitelkeit benebelt ihre Sinne, Gewinnsucht ist die Triebfeder ihrer Handlungen, der Sinnengenuß der Zweck ihres Strebens. Finden sie Zeit, sich um Israels Lebensaufgabe zu bekümmern, Jeschuruns Lebensdauer in den Kreis ihres Denkens zu ziehen? Wer die Thora zur Krone macht, um s e l b st damit zu prangen, oder zum Spaten, um für sich nach Reichthümern damit zu graben, der strebt nach den Schatzkammern der linken Seite der Thora, der strebt nach Reichthum und Ehre und *\bn er verwechselt, er ist auf dem falschen Wege. Er verwechselt Ursache und Wirkung, Mittel und Zweck D^yn;d rn und entzieht der Welt fein Leben. sollen Israels Lehrer und Rabbinen sein. Das Wort dwim hat eine zwiefache Bedeutung. Die segenbringenden Wolken heißen dw»j und auch die Edelsten des Volkes, die Fürsten werden damit bezeichnet. Gleich den Wolken sollen die Fürsten auf der Höhe über jeglichem irdischen Interesse stehen, segenspendend, befruchtend und aufrichtend sei ihr Wirken für die, welche zu ihnen emporblicken. Sie sollen die Thora nicht machen -nsrp onnpi bnannp moy zu einer Krone, um damit zu prangen, zu einem Spaten, um damit nach Reichthümern zu graben. Jedes Streben, die Thora zur Erlangung irdischer Vortheile, als da sind Ehre, Reichthum 2c. zu benutzen, sei ihnen fern und das Bewußtsein, in der hohen Stellung des heiligen Berufs ihre Pflicht erfüllt zu haben, sei der höchste Lohn, den sic erwarten. (Siehe Hirsch's Eommentar zu Genesis XVII, 20.) Wir wagen jedoch zu behaupten, daß die Sprüche R. Zadok's vielleicht doch keinen Bezug auf das Rabbineramt und den Lehrberuf haben, und unsere Lesart, wo in allererster Stelle auf nmn p »nsn hingewiesen wird, ist ein Beleg für die Richtigkeit unserer Behauptung. Von dem Lehrer und Rabbiner, dessen Arbeitsfeld und Wirkungskreis ja in der Gemeinde liegt, der für seine Arbeit besoldet wird, ist ja nicht zu erwarten, daß er sich von der Gemeinde absondcre. Mit einer solchen Absonderung würde seinem Wirken als Lehrer und Rabbiner der Boden entzogen sein, auf welchem er wirkt; deßhalb kann R. Zadok seinen Ausspruch nicht auf Rabbinen und Lehrer bezogen haben. Außerdem ist noch zu bemerken: R. Zadok gehörte einem der ersten Tanaiten-Geschlechte an, da R. Lewita aus Jabne und R. Jochanan ben Berokah zu den späteren Tanaim gezählt werden. Weshalb hat der Ordner unserer Mischna die Sprüche des R. Zadok erwähnt, nachdem er die Aussprüche späterer Gelehrten vorangcstellt hat? Ferner können wir nicht, wie die obenerwähnten Mischnahcommcntatoren den Aussprüchen des R. Zadok die erwähnte Bedeutung beilegen. Begegnen wir denselben doch als Sentenzen des R. Elieser, Sohn des R. Zadok (ohne daß diese Aussprüche als Sentenzen R. Zadok's bezeichnet werden) in Fol. 62 a. oma und Cap. II nun p« *pn. Dort aber lesen wir myi? ornp und;na inanb ornp. R. Zadok mag wohl zu den populärsten Tanaim gehören und das mit Recht. Er war ein liebenswürdiger, biederer Charakter. Seine Begeisterung für Israels Wohl, seine Theilnahme am Leid und Wehe seines Volkes im Vereine mit dem hohen Alter, welches er erreichte, mögen dazu beigetragen haben, daß man ihm näherzurreten suchte und gerne seine Meinung vernahm. Schon als junger Mann scheint er eine berühmte Persönlichkeit gewesen zu sein, denn man nannte seinen Vater nach ihm pn» 'i hw raw, und auch der Vater war ein Tanaite. *) R. Zadok wird in der Mischnah nur dreimal als Disputant genannt. Zweimal äußerte er seine Meinung in einer Umschreibung, woraus wirschließen, *) Wir erwähnen hier ein Versehen von '2 NNNN "HD Derselbe nennt die verschiedenen Mischna's, in welchen von R. Zadok die Rede ist und erwähnt n V2 na». In dieser Mischna ist aber die Rede von pNL '*1 bw V3N und nicht von R. Zadok. Auch Dr. Draunschweiger hat in seinem sonst trefflichen Buche „Die Lehrer der Mischna" diesen Fehler gemacht, miy "niy ^»ai. In ponr D wird Schlgw. Nnaoin pns p — erwähnt. Dies muß heißen: 3"D 3"a D’^O'DD