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Der Israelit · 1890-07-24 · Heft 58 (24.7.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 58 (24.7.1890)
Date
1890-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXl Jahrgang. M 58. IsraelitJeschamn. Zrttschllst W Fördrrüng M. Geistes uuti W. Kebm in Am. GmeMe tutü Klykle. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 24. Juli 5650 (1800). Leitender sirtiicd. Sprüche der Mater. Viertes Buch. XXX. Fortgesetzt von Liepman Philip Prins. Frankfurt a. M. 22. Juli, ■psy ntyyn -naan p »nsn hu -idin pna 'n nmp dr^i na Hjnn^ nntsy n»yn bw n’jnn »a-nya mo? nh rpn N3na arontfini noix ^Vn y,n 121 na nsn^ .□^yn |d i"n ^>013 min nana rurm b „Rabbi Zadok sagt: Sondere Dich nicht ab von der Gemeinde und mache Dich nicht zum Sachwalter im Richteramte. Mache sie (die Thora) nicht zu einer Krone, um damit zu prangen und nicht zu einem Spaten, um damit zu graben. So pflegte Hillel zu sagen: Wer die Krone (als Mittel) benutzt, verwechselt (ihren Zweck). Daraus magst Du lernen: Jeder, der aus den Worten der Thora einen Vortheil zieht, entzieht der Welt sein Leben." Der obige Text wurde als der richtige erkannt und in unsere Sidurim ausgenommen. R. Schlomo b. Jsaac Halcvt der Aeltere erwähnt denselben in seinem Commentar man a*>. In unseren Mischnajoth jedoch hat der Text eine andere Fassung. Dort fehlen die beiden ersten Sprüche. Dieselben scheinen weggelassen worden zu sein, weil sie von verschiedenen Autoren stammen. Der erste Spruch wird Hillel zugeschrieben (II, 5 man 'pae) und den zweiten verdanken wir dem R. Juda Len Tabai (ibid I, 8). Diese Mischnah, so einfach sie erscheint, so verschieden wird sie erklärt. Die Commentatoren der Mischnah glaubten (und folgen wir zuerst dieser Erklärung), daß R. Zadok's Sprüche an die Vertreter der religiösen Interessen, an die Vorsteher, Rabbiner und Lehrer gerichtet sind. Ein hohes und heiliges Amt ist das eines Vorstehers, ein würdiger . und heiliger Beruf ist der des Rabbiners und i Lehrers in einer Gemeinde. Welche Sorgen und Mühen, Pflichten und Lasten haben sie für den in ihrem Gefolge, der es ernst mit ihnen nimmt! Da müssen die Eigenliebe und Bequemlichkeit, die ja in jedem Menschen verborgen sind und auf Gelegenheit warten, hervorzutreten und Besitz von dem Menschenherz zu ergreifen, Zurückbleiben, da muß der Egoismus, der ihn antreiben möchte, nur für sich zu sorgen, schweigen, und das Streben, nur das Wohl der Gemeinde und das Glück ihrer Mitglieder zu fördern, muß das ganze Herz erfüllen. Heil der Gemeinde, die solche Vorsteher, Rabbiner und Lehrer besitzt, Heil den Gemeindeinteressen, die solche Vertreter finden, denen das würdevolle Amt, welches sie verwalten, der hohe Beruf, den sie sich erwählt haben, heilige Pflichten sind! Ohne Rücksicht darauf, ob man ihnen von Leiten der Gemeinde, an deren Spitze sic stehen, die ihnen gebührende Anerkennung, Achtung und Verehrung zollt, ohne zu erwägen, ob ein materieller Vortheil oder Nachtheil ihnen erwächst, erfüllen sie die übernommenen heiligen Pflichten. Sie sagen sich: nya 'n ma »mxi Dana NYin, in dieser Zeit gebot mir der Ewige Euch zu lehren. (Deuteron. IV, 14.) Die Tradition erzählt, als Moses dieses Wort an die Gesammtheit der Kinder Israels richtete, fügte er noch hinzu: „Djna w o:na ron no, der Allgütige l)at mtd) oljne Anspruch auf Vergeltung belehrt, deßhalb verlange auch ich keinen Lohn." Drei Schatzkammern eröffnet die Thora dem, der sich mit ihr beschäftigt. Es sind: Lebensdauer, Reichthum und Ehre. Zur Rechten der Thora liegt die Lebensdauer; Reichthum und Ehre sind auf ihrer Linken. Israel verdankt seine Lebensdauer, sein Fortbestehen, dem Festhalten an den Geboten der heiligen Schrift. Es ist statistisch festgestellt und alle Autoritäten erkennen das Faktum an, daß die Kinder Israels, die das jüdische

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