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Der Israelit · 1890-07-17 · Heft 56 (17.7.1890) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 56 (17.7.1890)
Date
1890-07-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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welche denselben vor Jahren beim Austritt die maßgebenden waren. Ich kann diesen Bericht nicht schließen, ohne eines Mannes zu gedenken, der heute auf dem Friedhof der Jsr. Religions-Gesellschaft zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Simon Mosbacher, ein Schwager des uns unsergeßlichen Oberrath Altmann war es, der nach zurückgelegtem 80. Lebensjahre seiner vor eben Jahresfrist abberufenen würdigen Gattin folgte. Ein ganzer Mann, ein edler Mensch und ist in ihm unserem Kreise entrückt. Herr Rabbiner Dr. Schiffer, Herr Lehrer Michael Altmann aus Frankfurt a. M. und Herr Moses Altmann aus Berlin (die beidenLetzteren Neffen desHeimgegangenen) widmeten ihm den wohlverdienten warmen Nachruf Angesichts einer überaus zahlreichen Trauerversammlung; auch die heutige Generalversammlung ehrte das Andenken des Dahingeschiedcnen. irason. Oberhausen, 11. Juli. Der Landtagsabgeordnete des Kreises Mühlheim-Duisburg Freiherr v. Plettenberg-Mehrum hielt diese Woche im „Hof v. Holland" dahier eine Rede über die Thätigkeit der verffossenen Landtagsperiode. Die Versammlung war von nur 70 Personen besucht. Nachdem der Redner die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses besprochen, kam er auch auf das Stöcker'sche Thema, „Ueberfüllung jüdischer Schüler in den höheren Schulen" und bemerkte, daß man Stöcker beipflichten müsse, die Juden seien wirklich eine Gefahr für das deutsche Reich. Ferner äußerte sich der hochkonservative Freiherr, daß man in der Rede des „bestgeschmähten und verdächtigten" Mannes — so nannte er Stöcker — durchaus keine Judenhetze entdecken könne, Stöcker sei ein sehr liebenswerther Mann, man müsse, wie er, ihn nur , erst durch den Umgang kennen lernen. Es scheint uns, daß der Herr Landtagsabgcordnete mit Stöcker schon viel Umgang gepflogen und sich etwas Antisemitismus von ihm angeeignet hat. Denn bekanntlich hatte der Freiherr v. Plettenberg-Mehrum im vorigen Jahre in Mühlheim (Ruhr) in seiner Rede betont, daß er für die Rechte der Juden völlig eintreten werde, wie ich auch damals den Lesern dieses Blattes berichtete, allein, jetzt wo er gewählt ist, scheint er an fein gegebenes Versprechen nicht mehr zu denken. So machen es die „schlauen, conservativen Füchse" alle. Sonntag den 13. d. M., Vormittag 11 Uhr hält in dem Saale der „Schützenburg", in Duisburg der große durch seine Alimentenprozesse weithin bekannt gewordene Hauptmatador des Antisemitismus Herr Dr. Böckel aus Marburg einen Vortrag über das Thema „Hat die Reformation im 16. Jahrhundert ihr Ziel erreicht?" Die obligate Judenhetze wird gewiß auch hierbei nicht fehlen und wird es sich wohl kaum der Mühe lohnen, Ihnen später darüber zu berichten. A. St. Dortmund, 14. Juli. Unter ihrem Häuptling Dr. König aus Witten tagten gestern hier die Antisemiten aus Rheinland und Westfalen. Das Häuflein war nicht besonders groß, es hatte in einem verhältnißmäßig kleinen Saale Platz, obgleich das Organ der Antisemiten seit Wochen für die Versammlung Reklame gemacht hatte. Es war eine streng vertrauliche Sitzung, doch erfahre ich, daß es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen ist darüber, welche von den zu Tage tretenden Formen des Antisemitismus die berechtigtere sei. Es soll versucht werden, den Riß, auf einem allgemeinen Antisemiten - Parteitage zuzukleistern. Auf diesem soll auch das erst in Bochum angenommene Programm der Antisemiten einer Revision unterzogen werden. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Budapest. Eine Deputation der Klauscnburger orthodoxen israelitischen Cultusgemeinde wurde vom Cultusminister Czaky in Audienz empfangen. Gleich beim Eintritt sprach der Minister die Deputation mit den Worten an: „Ich glaube, die Herren waren bei mir in Klausenburg." Sodann überreichte der Führer der Deputatation, Herr Josef Boskovics, Sr. Excellenz in Begleitung einer ungarischen Ansprache ein Gesuch, in welchem der Bau eines eigenen Schullokals als unbedingt nöthig hingestellt und zu diesem Zwecke eine entsprechende ' Subvention verlangt wird. Der Minister stellte , die baldige Erfüllung dieses Ansuchens in Aussicht. Budapest. Herr D. H. Spitzer hat — wie bekannt — seine Fest- und Jubelschrift: „Zum 2. Dezember 1888" zu Gunsten des „Ungarisch israelitischen Landes-Cultusbeamten-Vereiues herausgegeben. Dieselbe erlebte innerhalb dreier Wochen vier Auflagen und brachte der Vereinskasse ein nettes Sümmchen ein. Der dankbare Verein nahm Herrn Spitzer in die Reihe seiner Gründer auf und die letzte Generalversammlung ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Vereins. Preßburg, 9. Juli. Gestern den 8. und heute den 9. Juli hat die Schlußprüfung für dieses Demester an der hiesige» ro^ unter Anwesenheit des allverehrten Verboer Rabbiners und des gesammten Vorstandes der hiesigen Cultusgemeinde stattgefunden. Der Schulinspektor königlicher Rath Herr Joseph von Roth, welcher durch Abwesen-

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