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Der Israelit · 1890-07-10 · Heft 54 (10.7.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 54 (10.7.1890)
Date
1890-07-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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978 gleichen Stamm angehörende puo erklärt werden soll. Man hat nicht darauf geachtet, daß hier ebenfalls das Wort na dem rätselhaften Worte vorangeht, und so glaube ich, daß die Stelle in Pesachim auf den in Sabbat angeführten Zauberspruch hindeutet. Da aber in Pesachim neben dem jpjdd na auch noch 'd im "oi erwähnt wird, so scheint noch eine andere Zauberformel existirt zu haben, die mit an i. e. Tin begann. Die eine Formel wandte man an bei Begegnung eines reinen, resp. glückverheißenden, die andere bei Begegnung eines unreinen, resp. unglnckverheißenden Thieres; die letztere Formel mag vielleicht thi mn begonnen haben, während na na dann bedeutete: „Springe heran, Bäckchen, und verschwinde nicht"; na — "in: na, puD rpiDD. Diese Formeln, welche unsere Weisen verpönen, waren trotzdem — und das Verbot beweist es ja — im Munde des unwissenden Haufens bis zum Neberdruß geläufig, so daß sie bei jeder liebsamen oder unliebsamen Begegnung gedankenlos hergeletert wurden, und wenn die beiden Schüler Rabs ihr durchgenommenes Pension mit na oder ipaDD N"n bezeichnen, so wollen sie damit sagen, daß man es mit ihnen zum Neberdruß wiederholt und wiederholt habe, daß es ihnen zur gedankenlosen Formel wie puDr na oder 'n» N"n geworden sei. Daß damit das ntcn:n »3»n nicht erklärt ist, weiß ich wohl; ich gebe überhaupt das ganze als Vermuthung, die ich dem Nrtheil von Fachkundigen willig unterbreite. Daß Herr Dr. Feilchenfeld von seiner Abhandlung einen Sonderdruck veranstalten ließ (Berlin. Engel), um einem größeren Publikum dieselbe zugänglich zu machen, begrüßen wir mit Befriedigung. — Die zweite Abhandlung „Einiges über die Tekanot des Rabbi Gerschom ben Jehuda" aus der Feder Dr. F. Roseuthals ist der Vorläufer einer größeren und umfassenden Arbeit über die epochemachenden Bestimmungen, welche die „Leuchte des Exils" zur Konsolidirung der jüdischen Verhältnisse feftsetzte. Dem Forscher ist hier ein weites Feld für seine Untersuchungen gegeben; es ist festzustellen, wie weit alles das der Autorschaft R. Gerschoms angehört, was ihm zugeschrieben wird, wie viel die Folgezeit an den Tekanot geändert, und wie die ursprüngliche Fassung der sicherlich R. Gerschom angehörenden Tekanot gewesen sei. Der Verf. greift hier drei Bestimmungen heraus: zwei die allgemein bekannt sind, das Verbot der Polygamie und das der Zwangsscheidung und eine, welche der Gegenwart vergessen ist, die Bestimmung über eine Urtheilserzwingung seitens eines Privatgläubigers durch Schließung der Synagoge, resp. Untersagung einer Fortsetzung des Gottesdienstes. Daß der Verfasser sein Thema gründlich zu behandeln und interessant zn machen versteht, beweist die vorliegende Probe, und wir dürfen nach dieser alle Ursache haben, die in Aussicht gestellte umfassende Arbeit mit Spannung zu erwarten. Rabb. Dr. M. Horowitz theilt ein eherechtliches Gutachten mit, das er unterm 23. Juni 1884 auf Ersuchen des Kgl. Landgerichts zu Frankfurt a. M. erstattete. Es handelt sich um die Frage, ob falsche Vermögensvorspiegelungen seitens des Mannes vor Abschluß der Ehe nach jüdischem Eherechte Grund zu einer Ungiltigkeitserklärung derselben sein könnten. Nach allseitiger Beleuchtung dieses Falls und mit reicher Kenntuiß der einschlägigen Literatur wird diese Frage vorwiegend sich stützend auf den Erfahrungs-Rechtssatz: nn irb’so rmy bin ptt verneint. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. Berlin. naamro ü^tr.-p by ^a«nö ia'«» ’d bj nnnDB'a nimb mir im Fünf Trauungen wurden heute am nvna wy nyiwnuyn von denRabbinen der isr. Gemeinde hier vollzogen, 4 von Rabbiner Dr. Maybaum, 1 von Rabbiner Dr. Rosenzweig. I. B. Worms, 6. Juli. Der Antisemitismus sucht auch hier — voraussichtlich aber ganz und gar vergeblich — Feld für seine Agitationen zu gewinnen. In den letzten Tagen wurden nämlich zahlreiche Familien durch Zusendung (PoststempelWorms) der „deutsch-sozialen Blätter" nebst einem Flugblatte überrascht resp. belästigt. Widrig und ekelhaft und überall den blindesten Haß verrathend ist der ganze Inhalt dieser Blätter. Das Flugblatt (mit Nr. 39 bezeichnet) behandelt die beiden Fragen: „Was kosten uns unsere Juden?" und „Warum muß die Sozialdemokratie wachsen und immer wieder wachsen?" Unterzeichnet sind beide Ausführungen mit „Theod. Fritsch, Techniker in Leipzig." In dem ersten Aufsatze leistet sich der Verfasser u. A. den blühenden Unsinn: „Alle Stenern, Zölle und Staats- Abgaben sind verhältnißmäßig unbedeutend gegen den unerhörten Juden - Unterhaltungs - Tribut, den das Volk fortwährend aufzubringen hat." Danzig, 22. Juni. Das Hirsch Philippso hn'sche Ehepaar feierte am 8. d. M. des seltene Fest der eisernen Hochzeit (fünfundsechzigjährige Ehejubiläum.)

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