Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 54 (10.7.1890)
- Date
- 1890-07-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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»„Jj. > " l-f- •' ^-i1- ■■ "- XXXI. Jahrgang. &tftt BeilagkM^84i>es,.IsraM"§-,,IeschurM" Literarische Wund schau. Jubelschrift zum siebenzigsten Geburtstag des vr. Israel Hildesheimer, Rabbiner und Rector des Rabbiner-Seminars zu Berlin. Gewidmet von Freunden und Schülern. Berlin, 1890. H. Engel. 8. Die vorliegende 278 Seiten umfassende Schrift, welche von der Verlagsbuchhandlung aufs Prächtigste ausgestattet ist, zerfällt in einen deutschen und hebräischen Theil und enthält eine Reihe vortrefflicher Abhandlungen und Mittheilungen von dauernd wissenschaftlichem Werthe. Den Reigen eröffnet Herr Rabb. Dr. W. Feilchenfeld mit einer über Kap. 65 und 66 des Buches Jesaia sich verbreitenden exegetischen Arbeit unter dem Titel: „Die jüdischen Gegner der Heimkehr und des Tempelbaus unter Cyrus." Herr Dr. Feilchenfeld tritt nicht sehr oft mit literarischen Arbeiten an die Oeffentlichkeit; doch gibt er uns einmal Gelegenheit, uns mit den Resultaten seiner Studien zu beschäftigen, dann ist es etwas inhaltlich und der Form nach Vollendetes, was er uns bietet. Er zeigt uns neue Gesichtspunkte, überrascht uns mit der Tiefe seiner Gedanken, löst uns an der Hand wissenschaftlicher Forschung unlösbar scheinende Schwierigkeiten, dies alles mit einer Deutlichkeit und Klarheit, die es auch dem Nichtgelehrten gestattet, den Auseinandersetzungen zu folgen. Die vielen sprachlichen und sachlichen Schwierigkeiten, welche die beiden letzten Kapitel Jesaia's bieten, werden wie spielend von dem Vers, gehoben, indem er zuerst den historischen Hintergrund zeichnet, auf dem die Vorgänge sich abspielen, die Verhältnisse sich entwickeln, auf welche der Prophet in seinen Reden hinzielt. Gegen die von Cyrus in's Leben gesetzte Idee von der Rückkehr der Exulanten nach dem heiligen Lande und gegen den Plan des Wiederaufbaues des Tempels hatte sich unter den Juden selbst eine Opposition gebildet. Dem medo-persischen Kult ergeben, traten sie unter dem falschen Vorgeben als Juden für das Judenthum inmitten der Völker zu wirken und dieses zur Weltreligion zu machen, dem Bau des Tempels, der ja dann wieder ein Sonderlempel fein würde, und der Rückkehr nach Palästina entgegen. Gegen diese und den von ihnen angenommenen medo-persischen Kultus wendet sich nun der Prophet. Wir verstehen jetzt, was es mit den nm für Bewandtniß hat, wir wissen nun auch, warum es heißt nujn ha onntaon; das Schwierige nrw -in« •pro, das so vielen Erklärern schon Kopfzerbrechen gemacht, wird uns klar, indem uns gezeigt wird, daß nnx nichts mit der Zahl Eins gemein habe, sondern mit nx, Kamin, Feuerstätte, und hier von der heiligen Feuerstätte der Parsen die Rede sei, welcher hinter dem umfriedeten Platz (p) in der Mitte gelegen war, wohin die Ungeweihten nicht kommen durften. Die Kenntniß der medo-persischen Bräuche wirft ein Licht auf die Bedeutung der Worte wie 'oi •ouyi ppan und ähnlicher Stellen. In dem „M'ni" erkennen wir den persischen maingus, Geist oder Engel, wie ja auch Grad, der mit dem M'ni zusammen genannt wird, einen Genius bedeutet. Den ausführlichen Auseinandersetzungen über die Beziehungen des Inhalts der beiden erwähnten Kapitel zum medo-persischen Kult folgt dann die auf den gewonnenen Resultaten fußende Uebersetzung derselben, die wir als eine höchst gelungene, Klarheit und Lösung schaffende, bezeichnen können. Bei der Fülle Lobes, die wir uns freuen, dieser Arbeit spenden zu können, wird man es uns nicht als Lust am Bekritteln auslegen, wenn wir ohne etwas Besseres an die Stelle setzen zu können, eine Fußnotiz, die nur beiläufig gegeben ist und mit der Arbeit in keinem innern Zusammenhänge steht, etwas näher in Betracht ziehen. Die schwierige Sabb. 67 b angeführte Zauberformel, die schon so vielen Erklärern Kopfzerbrechen gemacht hat und m. E. immer noch nicht gelöst scheint, 'im “u, beschäftigt auch den Vers. Die Erklärung, die derselbe gibt, indem er in ihr mit Ausnahme der ersten beiden Wörter griechische Worte erkennt, ist höchst geistvoll, so daß man es bedauert, etwas gegen dieselben einwenden zu müssen. Allein, wenn wir bedenken, daß avv oxXotp nur mit Rücksicht auf vb puD als richtig gelten könnte, so muß jedoch die Richtigkeit bezweifelt werden, wenn wir dasselbe Wort in ziemlich ähnlicher Verbindung an einer andern Stelle ohne das doch eigentlich dazu gehörende finden. Nun glaube ich aber, daß Pesachim 3 b ipavv na mit unserer Stelle in einer innigeren Verbindung steht, als es in Pesachim andeutet, wo nur der Ausdruck jpjdd durch das dem