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Der Israelit · 1890-07-07 · Heft 53 (7.7.1890) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 53 (7.7.1890)
Date
1890-07-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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-W» 959 vertraut zu machen. Wie indeß hier verlautet, soll diese Schule erst im Herbste 1891 oder gar 1892 eröffnet werden, was hier sehr unangenehm berührt hat. Den Juden Teherans wäre es lieber, wenn diese Schule noch heuer eröffnet würde, damit sie ihre Kinder unverzüglich in dieselbe schicken könnten. Leider ist jedoch nicht ejnmal das Gebäude errichtet oder angekauft, in deni diese Schule untergebracht werden soll. Wallungen. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Durch die Maiden Law, eine der belebtesten Straßen New-Aorks, schritt ein Fremder einher, langsam und wie es schien nicht ohne Anstrengung, und der kleine Koffer, den er in der Hand trug, deutete darauf hin, daß er vermnthlich vor ganz kurzer Zeit erst angekommen. — Hin und wieder blieb er stehen und las die Schilder an den Häusern, die Geschäftsfirmen u. s. w. Was er suchte? — es währte lange bis er es gefunden. — Es war in der Mittagsstunde, die Sonne sendete ihre Strahlen glühend hernieder, in der breiten Straße gab es jetzt keinen Schatten. — Der Fremde, der so langsam einherschritt, blieb abermals stehen und trocknete sich mit seinem Tuche die schweißbedeckte Stirn, hin und wieder überfiel ihn ein heftiger Husten und erschwerte ihm das Weitergeheu. — Endlich, endlich schien er gefunden zu haben, was er gesucht hatte. Er stand vor einem bedeutenden Weißwaaren-Etablissement, wie oft er die Firma gelesen hatte, das hätte er vermuthlich selbst nicht angeben können — thatsächlich hatte er sich längst überzeugt, daß es der Name war, den er gesucht hatte, und dennoch las er ihn immer noch einmal, als wolle er sich vergewissern, daß kein Jrrthum möglich. — Endlich raffte er sich auf und schien nun entschlossen, die breiten Stufen zu überschreiten, die zu dem Verkaufsgewölbe führten — da aber überfiel ihn abermals ein heftiger Husten, er hielt sich ein Tuch vor den Mund, an dem, als er es wieder in die Tasche schob, rothe Flecken sichtbar wurden — der Mann schien schwer zu leiden, er lehnte wie erschöpft gegen die Mauer des Hauses und erst nach mehreren Minuten begann er abermals die Stufen hinanzuschreiteu. Es schien ihm schwer zu werden, unsäglich schwer, es waren nur drei Stufen und dennoch währte es mehrere Minuten, bis er die letzte überschritten hatte — dann blieb er abermals zögernd stehen. — Endlich richtete er sich mit einer gewissen Entschlossenheit stramm auf und öffnete die Thür des Geschäftshauses, in das er eintrat. „Ich wünschte Mr. Steinheim zu sprechen", erwiderte er dem jungen Manne, der nach seinem Begehren gefragt hatte. „Mr. Steinheim ist in seinem Privatzimmer," sagte der junge Mann, „aber er ist heute sehr beschäftigt, ich weiß nicht, ob er Sie empfangen wird. Wenn Sie mir indessen Ihre Karte geben wollen, so will ich sie dem Herrn bringen." Der Fremde griff mit zitternder Hand in seine Brusttasche, aus der er ein Portefeuille hervorzog und nahm aus demselben eine Karte, die er dem jungen Manne übergab. — Der junge Mann entfernte sich, kam jedoch schon nach wenigen Minuten zurück. Mr. Steiuhcim lasse bitten. Sein Ton war jetzt weit höflicher, als er ihn bisher dem zwar nicht ärmlich, doch auch nichts weniger als elegant Gekleideten gegenüber angeschlagen hatte. Er entschuldigte sich, daß er vorausgehe, um dem Fremden den Weg zu zeigen; dieser folgte langsamen Schrittes. Doch noch bevor sie das betreffende Zimmer erreicht hatten, öffnete sich die Thür desselben, der Chef des Hauses erschien auf der Schwelle. „Herr Bärwald", rief er, dem Fremden mit ausgestreckter Hand entgegeneilend, „seien Sie herzlichst willkommen!" Aber der Fremde ergriff nicht die ihm dargebotene Hand, mit der einen Hand stützte er sich auf seinen Stock, mit der andern fuhr er nach dem Herzen, und plötzlich überfiel ihn abermals der böse Husten, und ein Strom hellrothen Blutes ergoß sich aus seinem Munde. Steinheim schrie erschreckt nach einem Arzte und nach Eis, und während einige seiner jungen Leute sofort eilten, das Verlangte herbeizuschaffen, halfen andere den Kranken in das Privatzimmer des Chefs transportiren. Sie setzten ihn in ein Fauteuil, Steinheim bemühte sich angstvoll um ihn; bis zur Ankunft des Arztes wußte er nichts anderes zu thun, als kleine Stücke Eis ihm in den Mund zu schieben, und er hatte die Genugthuung, daß die Blutung bald aufhörte. Der Fremde wollte jetzt sprechen, doch Stein- Heim beschwor ihn, sich vollständig ruhig zu ver-

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