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Der Israelit · 1890-07-07 · Heft 53 (7.7.1890) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 53 (7.7.1890)
Date
1890-07-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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955 „daß ihr das Land wieder verlieren werdet, in welches ihr einzieht. Gott wird euch unter alle Nationen zerstreuen, nur in geringer Zahl werdet ihr übrig bleiben — so ihr Gott und Seinem Gesetze die Treue brechet." Es hat sich erfüllt diese Verheißung, erfüllt in dem Martyrium der Jahrhunderte, das Israel erduldet. ntotn DH3vi -pNXDi i? Tsa. Wenn in dieser Schule der Leiden Israel zur Erkenntniß seiner Pflicht gelangt und es zu Gott und seiner Pflicht zurückgekehrt sein wird, ^sj bai *pai> tea in aufrichtigstem Ernste, ll'v'N nnrwa, am Ziele der Geschichte, dann wird ihm das Heil und die endliche Erlösung, und mit seinem Heile wird der Menschheit Heil und dauernde Erlösung. Diese Verheißung harret noch ihrer Erfüllung -. Grundstücke, Land zur Vergrößerung desJüdischen- Krankenhauses zu schaffen. Der Vorstand schlägt ein dreistöckiges Gebäude zur Aufführung auf Nr. 29 vor, das so einfach als möglich hergestellt werden soll und die Schönheit der Fa^ade der Neuen Synagoge nicht beeinträchtigen darf. Letzteres zu erhalten macht sich in der Versammlung die Ansicht geltend, das Gebäude nur 2 Stock hoch zu ziehen, wogegen der Vorstand opponirt, da dann nur ungenügend Räumlichkeiten für erbetene Zwecke geschaffen werden. Die Versammlung beschließt darauf, dreistöckig zu bauen und gibt ihre Genehmigung vorerst nur für das Grundstück Nr. 29, Oranienburgerstraße. In geheimer Sitzung wurde darauf noch über eine Vorlage, betreffend einer neuen Auflage des 2. Theiles des Gebetbuches für die Neue- Synagoge verhandelt. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. W. Berlin, 30. Juni. Das Testament des hier verstorbenen Dr. Siegmund Martin Ephraim wurde durch den Vorstand der hiesigen Jüdischen- Hauptgemeiude der Repräsentanten - Versammlung derselben in deren Sitzung am Sonntag, den 29. dss. M., schriftlich mitgetheilt. Dasselbe bestimmt, daß des Erblassers Nachlaß von dem übrigen Vermögen der Gemeinde abgesondert zu verwalten sei, und setzt als alleinigen Erben die Jüdische-Hauptgemeinde zu Berlin, mit der Bestimmung ein, daß die Gemeinde das ihr zusallende ganze Vermögen zu einem woh lthä Ligen Zwecke, resp. zu wo hlthätigenZ wecken benutze, von deren Wohlthaten auch die Bekenner christlicher Confessionen nicht ausgeschlossen sind. Die Höhe des Nachlasses läßt sich nach Angabe des Vorstandes noch nicht genau beziffern, doch steht schon so viel fest, daß derselbe eine Million Mark überschreitet. Der Gemeindevorstand hat die Allerhöchste Genehmigung zur Annahme des Nachlasses nachgesucht. — Ferner beantragte der Vorstand die Genehmigung zum Umbau resp. Neubau der der Gemeinde gehörigen, zu beiden Seiten der Neuen Synagoge belegenen Grundstücke und zwar der Häuser Oranienburgerstraße 29 und 30. Der Vorstand beantragt diese Bauten, erstens um aus Grundstück 29 die für die Gemeinde nöthigen Bureaus, die jetzt verstreut liegen, wie Armen-, Synagogen-, Kirchhofs-, Gemeinde-Verwaltung u. s. w. unterzubringen; zweitens auch auf Grundstück 31 eine Durchfahrt resp. Zufahrt zur Neuen Synagoge zu schaffen und endlich durch das Hinterland beider Schweinfrrrt, 2. Juli. Herr Dr. Salomon Stein, Schüler des Rabbinerseminars zu Berlin, ist durch die Kgl. Regierung als Verweser des erledigten Distriktsrabbtnats in Schweinfurt bestätigt worden, nachdem das Königl. Ministerium des Innern den Dispens von der bayrischen Rabbinatsprüsung gewährt hatte auf Grund des Befähigungszeugnisses des Rabbtnerseminars zu Berlin. Lechenich, 1. Juli. Die „Kölnische Zeitung" erhielt eine Zuschrift aus Hamburg, welche folgenden Wortlaut hat: Der „Deutsche Verein" zu Hamburg hat in seiner ordentlichen Versammlung am 10. Juni 1890 einstimmig den Beschluß gefaßt: a) an die fünf antisemitischen Reichstagsabgeordneten ein Schreiben zu richten mit der Bitte, gemeinschaftlich einen allgemeinen Parteitag einzuberufen und auf das Programm desselben u. a. die Wahl eines allgemein giltigen Parteinamens zu setzen; d) von diesem Schritte, soweit möglich, sämmtlichen Gesinnungsgnossen event. durch Vermittlung der bekannten antisemitischen Vereine Kenntniß zu geben mit der Aufforderung, sich der an die Reichstagsabgeordneten gerichteten Bitte anzuschließen und gleichzeitig eine Erklärung dahin abzugeben, daß alle auf den neuen Parteitag zustande kommenden Mehrheitsbeschlüsse auch bedingungslose Anerkennung finden sollen. In Ausführung dieses Beschlusses werden jetzt nicht allein an die sämmtlichen antisemitischen Vereine Deutschlands, sondern auch an die einzelnen Gesinnungsgenossen in solchen Orten, wo derartige Vereine nicht bestehen, Adressen zum Einsammeln von Unterschriften gesandt, um dieselben den fünf antisemitischen Reichstagsabgeordneten einzeln zugehen zu lassen. Wie es in einem gleichzeitig mit zur Versendung gelang-

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