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Der Israelit · 1890-07-03 · Heft 52 (3.7.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 52 (3.7.1890)
Date
1890-07-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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942 erst müßten Israels Grundsätze und seine Träger von der Bühne der Welt verschwinden, bevor die Reformatoren ihre Pläne zur Verwirklichung bringen können; denn Israels Grundsätze stürzen die Pfeiler, welche Scheinwahrheit und Materialismus aufzuftellen versuchen. .u»ö» 1181 im du ’D i’pro rnw UDipzn u22t£Q Wenn wir uns niederlegen und wenn wir aufstehen, wenn wir als Parias der menschlichen Gesellschaft betrachtet werden und wenn wir uns eines aufrechten Ganges erfreuen dürfen im Verkehr mit der Welt, immer sollen wir uns unterhalten mit den Gottessatzungen, denn diese allein berechtigen uns zum Dasein und verlängern unsere Tage. irDip2i und wenn wir aufrecht gehen dürfen! Wenn Israels Lehre Anerkennung findet, wenn die Erben dieser Lehre geachtet werden von den Völkern, in deren Mitte sie sich befinden, wenn nach Wahrheit gestrebt, wenn Liebe gepflegt, wenn Mildthätigkeit geübt, wenn das Gefühl für Idealismus vorhanden, wenn Wissenschaft gefördert, wenn Forschung unterstützt, wenn Recht und Gerechtigkeit herrscht, dann hat Israel zu zeigen, daß die Thora die Mutterlehre aller Sitten ist. Und wenn Israel in solchen Zeiten seiner Lehre und ihren Satzungen untreu wird, daun glaubt das für Wahrheit strebende Geschlecht, daß die überlieferten Sinaitischen Gesetze, so wie sie in Mischna und Talmud gelehrt werden, Makel enthalten, im Gegensatz zu dem Guten, wonach dieses Geschlecht mit Eifer sucht und forscht. Aber leider schlossen sich zu allen Zeiten Juden den Bestrebungen der von dem Zeitgeiste geführten Masse an, und dann wurde entweder in diesem Falle der Thora der Rücken gekehrt, die jüdischen Gesetze anfangs vernachlässigt und später ganz über Bord geworfen oder man legte sich darauf, das Sinaitische unumstößliche Gesetz nach eigener Willkür zu kritisiren und zu verunstalten. Das immer sich verjüngende und immer grünende Gotteswort, die ewig wohlriechenden Blumen des Gottes-Gartens, sie wurden als dürres Gras, als verwelkte Blüthen betrachtet, aber 1211 d!>w!> mp’ das Gotteswort wird ewig bestehen. Der Autor unsres Spruches wendet sich nicht gegen jene Kritiker, die die Heiligkeit der Thora nicht anerkennen. Er ist überzeugt von ihrer Nichtigkeit, sowie davon, daß ihre Thätigkeit keine Spur htnterläßt, er weiß, daß das Wort Gottes ewig dauern wird. Er zieht vielmehr zwei Arten pflichttreuer Juden, die sich dem Studium der heiligen Gotteslehre gewidmet, in den Bereich seiner Betrachtung. Er sieht zwei Abtheilungen: in der einen wird gelernt id^> ruo by, in der andern wv by Die eine lernt Thora, um aus dem Lernen einen Erwerbszweig zu machen. Die Schüler wollen Lehrer werden, sie wollen sich zu Rabbinen ausbilden; sie möchten wohl belehren, abcr nur, um sich selbst dadurch zu ernähren. Solch' ein Beruf ist edel und ehrenhaft. Stand und Stellung dcS Lehrers und des Rabbiners fordern Ehrerbietung und unser Autor verspricht ihnen, daß sie das Ziel ihrer Wünsche erreichen werden 1T2 i’P’ddd id^i, man wird ihnen die Gelegenheit bieten, zu lernen und zu lehren. Rabbi Jsmaöl glaubt, daß Viele in Israel, die sich auszeichnen durch Herz und Gemüth, die durch ihre Liebe und ihr Wohlwollen wahre Muster von Milde und Güte Md, sich diese Eigenschaften aus den Werken nichtjüdischer Sittenlehrer erworben, er glaubt, daß sie nicht geschöpft haben aus dem Urquell alles Schönen und Guten. Er begrüßt daher freudig die künftigen Lehrer der Gotteslehre und er hofft, daß dieselben, wenn auch durch selbstsüchtige Gedanken geleitet, jüdisches Wissen verbreiten und manches Auge, das für jüdisches Wissen geschlossen ist, öffnen werden. Er verspricht sich nm§!> 82 8bw “pno, daß die unlauteren Motive den reinen Gedanken, die Thora nur um ihrer selbstwillen zu lernen, weichen werden. Wir müssen hier aber erwähnen, daß unsere Lesart nicht von allen Commentatoren anerkannt wird. Viele derselben sprechen die Ansicht aus, daß der Thorabeflissene keinen Nebengedanken, keinen Wunsch nach materiellem Vortheil, kein Verlangen nach Ehre hegen darf. Das Gottesgeschenk, die heilige Thora, soll nur gepflegt und gehütet werden, wegen des hohen Werthes und der hohen Würde der Thora selbst, und Raschi meint, daß R. Jsmaäl dem 10^5 hjö by im!? nie die Hoffnung gegeben hat, daß er erreichen werde, wonach er strebt. Raschi glaubt, R. Jsrnaöl müsse gesagt haben: by ivH.i iim^> rp2 pp'LO2; ’ 8 i6bb mn. Nicht einmal zum Lernen gelangt solch ein Selbstsüchtiger, wie viel weniger zum Lehren. Eine andere Lesart ist: 1»!?!? ruo by iciSn iübb\ n'2 j’p'SDD. Wer in der Absicht lernt, um zu lernen, dem gelingt es zu lernen und zu lehren. 10^ n:o by im!-.-,. Die Thora muß gelernt werden d!o -M2 nun und keine andere Aufgabe überwiegt diejenige des Thoralernens, bru ntc'VD 8’2vw iim!>, früh oder spät führt das Lernen zur That. Von solchen Gedanken ei füllt ist Derjenige, den unser Autor vor Augen hat

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