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Der Israelit · 1890-07-03 · Heft 52 (3.7.1890) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 52 (3.7.1890)
Date
1890-07-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. BeilageM.W52des.,IsraM"K,,IeschurM" Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Viertes Buch. XXVII. Fortgesetzt von Step man Philip Prins. Frankfurt a. M. 30. Juni. *V2bb ruo by nv'ön ^2 now ua bxyüitr '1 nwy1? njo by nmbn bi'i 10^1 "pd^ wa yp'BDD 7Iöb6 N'2 VP’DDO „Rabbi Jsmael, Sohn des Rabbi Jochanan ben Berokah, sagte: Wer in der Absicht lernt, um zu lehren, dem gelingt es zu lernen und zu lehren; wer aber lernt in der Absicht, unk auszunben, dem gelingt es zu lehren, zu lernen, zu hüten und auszuüben." Die 40 Wanderjahre in der Wüste waren zu Ende. Israel lagert in den Ebenen Moabs, und mit dem Ende der Wanderschaft sollte auch die Leitung des in seiner Art einzigen Propheten Moscheh aufhören. Noch einmal versammelte er seine ganze Heerde um sich, die Alten und die Jungen, die Häupter und die Arbeiter, die Frauen und die Kinder, die als Israeliten Geborene und die Gott anerkennenden Hinzugetretenen. Von allen, allen wollte er sich verabschieden. Und nachdem er seinen Abschied von der ganzen Nation mit der Begeisterung, dem Gottes-Manne eigen, in das unvergleichliche Lied ii'wn gekleidet, dieses Lied, in welchem unsere Weisen alle Aufgaben Israels, seine ganze Sendung auf Erden, seine Vergangenheit, seine Gegenwart und seine Zukunft lesen, da sprach er: N'pO ’2JX “IPX D’-Q'in bjb O222^> D'w “lON’l ’W ^2 ritt nwyb -idb6 22')2 nx oisn -itw dvmD23 .nxin rrnnn „Richtet Euer Herz auf alle die Worte, durch welche ich Euch heute verwarne, auf daß Ihr sie anbefehlet Euern Kindern, um alle Worte dieser Thora (für alle Zeiten) zu bewahren, durch eine fortwährende Ausübung derselben. Dieser Sache könnt Ihr Euch nicht entziehen, denn dieses Wort ist Euer Leben." man Das Wort im deutet auf Glück hin. Ihr Glücklichen! Euch meinen Dank, so soll Moscheh nach der Erklärung des Sifrö gesagt haben, daß Ihr nach meinem Tode die Thora ferner halten werdet, und Eure Kinder in derselben unterrichtet! Möget Ihr auch einmal es Euren Kindern Dank wissen, daß diese die Thora für die kommenden Geschlechter bewahren. Einst kam ein Weiser aus Laodicea nach der heiligen Stadt. Da kamen R. Jose und R. Elasar, Söhne des R. Juda, ihn zu begrüßen. Setzet Euch in meine Nähe, sprach der Weise zu seinen Gästen, und nachdem sie näher getreten, sagte er: Nach mir sollt Ihr die Thora halten. Dafür spreche ich Euch schon im Voraus meinen Dank aus. Möget Ihr Euern Kindern Dank sagen, daß sie nach Euch die Thora beobachten. Wie groß Moscheh auch war, wenn er keine Nachfolger gehabt hätte, besäße schon lange die Thora ihren eigentlichen Werth nicht mehr. nwjfc Die Bewahrung der Thora für alle Zukunft liegt in der Ausführung, und dauernden Beobachtung der von ihr gebotenen Pflichten. Die ni'rw der Thora liegt nicht in der Aufbewahrung der Gesetzesrollen hinter Schloß und Riegel. Nicht in eine Sammlung von Alterthümern gehört sie, nicht wie eine Reliquie aus alten Zeiten soll sie angestaunt werden, sondern nwyb, in der Fortsetzung ihrer Aufgaben liegt die m’Dsr, die Behütung, iv'w, Leget Euer Herz darauf: Lernet, lernet! Machet Euch mit vollem Herzen die Kenntniß der Thora zu eigen, nwv^, um zu wissen, wie die göttliche Lehre dm Dienst für Gott vorschreibt, wie wir Seine Gebote erfüllen sollen, welche unsere Aufgaben sind; lernet, um die mso, die uns obliegen, richtig und pünktlich, aus eigener Ueberzeugung, nicht nur der Macht der Gewohnheit folgend, ausüben zu können, darin liegt Israels Leben und seine Zukunft, darin lag Israels Trost in den Tausenden von Jahren seiner Leidensgeschichte. Gewiß würde diese traurige Vergangenheit ertödtend auf Israel gewirkt haben, wenn es nicht immer neues Leben, neue Kraft durch das stets neu belebende und kräftigende Wort der Thora erhalten hätte. Das wußten die Feinde Israels aller Zeiten, und die Klugen unter ihnen, die eine Auflösung des Gottesvolkes herbeiführen wollten, suchten nicht mit dem Schwerte Israel zu vernichten, sondern sie gaben sich Mühe, Israel seiner Thora zu berauben. Das Bestehen des Gottesvolkes in seiner Thora bildet einen lebendigen Protest gegen die Neuerungshelden aller Zeiten, die durch hinfällige Hypothesen und materielle Bestrebungen eine Umwälzung der bestehenden Zustände ersehnten. Aber

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